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Lachen ist gesund…

12. Oktober 2011

… aber Clowns sind unheimlich. Nicht??? Na, dann lest mal mit 13 „Stephen Kings It“ und wir reden noch einmal miteinander. Warum sonst ist der Joker bei Batman so ein fieser Typ? Clowns sind unheimlich. Selbst diese Zirkusclowns waren mir nie so ganz geheuer. Kein Mensch kann immer happy sein, immer fröhlich, immer glücklich. Geht doch gar nicht…

Nun ja, scheinbar geht das doch: Hunter Adams ist der beste Beweis dafür! Ein Mensch, den scheinbar gar nichts auf dieser Welt erschüttern kann. Allerdings nur scheinbar, denn bevor Hunter Adams „Patch Adams“ wird, landet er in der Psychiatrie. Dort erfährt er am eigenen Leib, dass die Ärzte sich kaum mit der Person hinter der Krankheit beschäftigen. Später im Studium lernt Adams, dass das wichtig ist, um Distanz zu wahren, aber Adams sieht das anders. Und so schleicht er sich Abend für Abend in die Klinik und amüsiert als Clown und Scherzkeks die Kranken. Ein Verhalten, dass nicht alle gutheißen.

Tom Shadyacs „Patch Adams“ erzählt die wahre Geschichte von Patch Adams und liefert Hollywoods wohl haarigstem Schauspieler eine absolute Paraderolle. Robin Williams darf hier rumblödeln und Faxen machen, ein Freigeist unter Engstirnigen sein. Dabei spielt er alle anderen Figuren „gekonnt“ an die Wand. Die sind eh nur schmückendes Beiwerk, damit Williams jemanden hat, der auf ihn reagieren kann. „Patch Adams“ ist dadurch so ein Film, bei dem man sich niemand anderen vorstellen könnte – Williams ist prägend.

Und „Patch Adams“ ist ein vielseitiger Film: Es fängt an wie „Einer flog übers Kuckucksnest“, wird dann eine Komödie mit teils sehr guten Gags, um schließlich zu einem Gerichtsdrama zu werden. Irrenanstalt und Komödie gehen noch: der Aufenthalt in der Psychiatrie soll zeigen, warum sich Adams so für seine Patienten einsetzt. Schließlich hat er es am eigenen Leib erfahren müssen. Die Studenten-Komödie lebt dann von seinen irrwitzigen Ideen und von Williams Clown-Talent. Bis hierhin macht der Film alles richtig: Williams bekommt einen „Feind“, den bösen Dekan und eine Liebesgeschichte mit kleineren Schwierigkeiten. Das ist alles sauber gemachtes Geschichten-Erzählen, aber dann kommt dieser Punkt an dem Regisseur Shadyac zu viel möchte: Aus der heiteren Story wird ein Drama, der Film kippt, Patch Adams wird ein getroffener Held. Man will ihm seinen Studienplatz verweigern, seine eigens aufgebaute Klinik läuft über und sein Liebesleben bekommt den schlimmsten Dämpfer überhaupt. „Patch Adams“ fängt jetzt an, seine Figur zu sehr zu glorifizieren: „Der Held überwindet alle Hindernisse und kehrt von den Totgeglaubten zurück.“

„Patch Adams“ verliert sich in Hollywood-Kitsch mit zu gewollter und vor allem teils unnötiger Dramatik. Dadurch wird der Film leider zu sehr vorhersehbar. Klar war er das auch vorher schon, aber da hat es noch keinen gestört. Schließlich gab’s ordentlich was zur Unterhaltung. Aber Hollywood scheint die Regel zu haben, dass ein Film nur funktioniert, wenn es auch die schlechten Seiten des Lebens zeigt. Ist ja alles gut und schön, aber es ist von Anfang an klar, dass es „Oh Käpt’n, mein Käpt’n“ heißt und alles ist wieder gut wird.

Es hätte sich sicherlich eine bessere Lösung für „Patch Adams“ finden können, aber immerhin schafft es der Film, seine Hauptfigur Jesus-gleich aussehen zu lassen. Das stört aber mehr, als das es „Patch Adams“ hilft. Gut, wer über sowas hinwegsehen kann, den erwartet eine gelungene Hollywood-Komödie.

Wertung: 7 von 10 Punkten (witzig, am Ende aber zu kitschig)

4 Kommentare leave one →
  1. 12. Oktober 2011 10:07

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Williams früher ziemlich cool und lustig fand aber heute eher nervend und langweilig

    • donpozuelo permalink*
      12. Oktober 2011 11:49

      Naja, es geht. Zu Robin Williams hatte ich noch nie so einen guten Draht. Viele Filme waren ganz okay, viele habe ich von ihm aber auch nicht gesehen. Aber er hat ja in letzter Zeit auch nichts mehr gemacht…. oder habe ich das was verpasst
      ??? Nach „One Hour Photo“ habe ich aufgehört mit Williams.

  2. 13. Oktober 2011 13:52

    Diese Art Williams-Filme mochte ich nie besonders. Also die mit leichtem Drama-Touch. Ausser Good Morning, Vietnam.

    Und One Hour Photo fand ich sogar sehr gut. Was aber eher am Film, als an Williams lag. Vermute ich mal.

    • donpozuelo permalink*
      13. Oktober 2011 14:01

      One Hour Photo ist ein toller Film. Williams schockt da halt vor allem dadurch, dass er eben nicht den netten, witzigen Typen wie sonst spielt, sondern halt den psychopathischen Stalker. 😉

      Good Morning, Vietnam habe ich nie gesehen.

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