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Nur ein Junge aus Brooklyn

24. August 2011

Sie sind endlich alle vereint. Hulk, Iron Man, Thor und Captain America. Obwohl der gute Captain ja angeblich der erste Avenger sein soll (so zumindest steht’s ja im Untertitel), kommt er als letztes ins Kino. Aber vielleicht liegt das daran, dass der gute Mann es bei uns nicht gerade einfach hat. Als All-American-Hero muss er sich harten Vorwürfen und fehlender Begeisterung einiger Kritiker stellen: zu amerikanisch sei er, zu sehr wird Uncle Sam hier verherrlicht, viel zu blau und rot gestreift. Und dazu kommt noch, dass ein Captain America hierzulande eher weniger bekannt ist. Und dabei ist der gute Captain doch schon so sehr viel länger am Kämpfen als seine Rächer-Kollegen und verkloppte sogar schon – zumindest in Comic-Form – den Führer höchstpersönlich!!!

Jetzt ist also endlich seine Zeit gekommen, auch im Kino Nazis zu verkloppen und das macht er dann natürlich auch mit sehr viel Engagement. Die Story dazu hat den typischen Einführungscharakter: Der Nobody Steve Rogers (Chris Evans) will 1942 für sein Land gegen die Nazis kämpfen, aber er ist zu krank, zu schwach, zu klein… Es ist eine ewig lange Liste, weswegen ihn die Army nicht will, egal wie oft er sich mustern lässt. Irgendwann trifft Steve den Wissenschaftler Abraham Erskin (Stanley Tucci), der zusammen mit Howard Stark (ja, genau der Stark) an einem Projekt arbeitet, dass aus Steve einen Supersoldaten machen soll. Ein bisschen Super-Serum und ein paar Vita-Rays später ist Steve plötzlich groß und muskolös und schon ohne Kostüm sehr super. Doch die Army und vor allem Col. Phillips (Tommy Lee Jones) zweifeln noch daran, dass Steve etwas bewirken kann und so wird der Gute zwar „Captain America“, aber nur im Fernsehen und auf Veranstaltungen. Als er sich aber bei der Army in Italien zum Affen macht, bekommt er seine Chance: Im Alleingang befreit er 400 Soldaten aus den Fängen der Hydra – einer fiesen Nazi-Splittergruppe unter Führung von Johann Schmidt (Hugo Weaving). Schmidt ist selber dabei – am Führer vorbei – die Welt zu unterjochen und hat mit Captain America seinen ersten ernsthaften Widersacher.

Joe Johnston hat schon den Werwolf auf eine sehr traditionelle Art und Weise wiederbelebt und das Gleiche macht er mit „Captain America“ auch. Johnston macht seine Sache irgendwie sogar besser als ich das erwartet hätte. Die Story ist zwar leichtes Popcorn-Kino, erfüllt aber voll und ganz ihren Zweck: Held vs. Bösewicht im Kampf um die Welt. Besser und größer könnte es doch gar nicht sein. Besonders gut gelingt es Johnston aber auch, all die vielen anderen zukünftigen Rächer in die Story einzubinden: Da hätten wir ein Artefakt von Odin selbst, dass Schmidt für sich nutzt, da wäre Iron Mans Papa selbst, der sich für die Erschaffung von Captain America einsetzt und da wäre natürlich die gekonnte Überleitung dazu, wie der gute Captain vom Jahr 1942 in unsere heutige Gegenwart kommt, ohne allzu viel zu altern.

Neben all diesen kleinen Hinweisen macht die Geschichte aber vor allem deswegen Spaß, weil „Captain America“ wohl der erste Super-Held ist, der von den Leuten weggebuht wird, damit die Tänzerinnen wieder auf die Bühne kommen. Vom Zirkusaffen zum Helden – irgendwie hat das doch auch ein wenig was vom amerikanischen Traum selbst. Der kleine Mann, der groß und stark wird – stark genug, um die ganze Welt zu retten. Klar können jetzt wieder einige meckern, dass wäre viel zu Pro-Amerika, aber wir reden doch hier nur von einem Superhelden. Und wenn man sich die Geschichte des Comic-Captains anschaut, darf man ihm diese Pro-Amerika-Seite auch nicht zu übel nehmen 😉

Von allen bisherigen Rächer-Einführung kommt mir „Captain America“ doch am gelungensten vor. Alles ist schön ein wenig überzogen, aber liebevoll gemacht. Comic gerecht halt. So überzeugend wie „Captain America“ hat wohl zuletzt nur Indiana Jones Nazis auf die Fresse gehauen. Und das macht Spaß beim Zuschauen: Chris Evans hat ja schon Erfahrungen im Superheld-Sein (obwohl ich mit „Fantastic Four“ nicht so viel angeben würde) und macht seine Sache als Captain sehr gut, wie ich finde. Dazu muss man aber auch sagen, hat er einen großartigen Gegner mit Hugo Weaving als Johann Schmidt a.k.a. Red Skull.

„Captain America“ hat genau das richtige Tempo, den richtigen Witz und den richtigen Charme, um den Captain in meiner Gunst jetzt enorm nach vorne zu treiben. Der Film ist Unterhaltung pur – schön anzusehen.

Wertung: 9 von 10 (Go, Captain!!! Das war vielleicht die beste Rächer-Einführung überhaupt!)

P.S.: Einziges Manko ist die Tatsache, dass Johnston diesen Film auch in 2D hätte machen können. Der 3D-Faktor geht beim „Captain“ mal eben komplett baden – ein, zwei Effekte, das war’s.

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19 Kommentare leave one →
  1. 24. August 2011 09:44

    Joa, gefiel mir auch sehr gut. Besonders halt, bis auf ein paar Ausnahmen, die Machart und Optik des Films. Sehr liebevoll gemacht.

    • donpozuelo permalink*
      24. August 2011 10:53

      Die Machart war wirklich gut. Halt klassisch-traditionell, aber trotzdem sehr erfrischend. Habe mich wegen all dieser Nazi-Kloppe sehr an Indy erinnert gefühlt. War wirklich ein sehr gelungener Film.

  2. 24. August 2011 11:54

    Ich fand es nur schade, dass Mr. Weaving so lange mit Maske bzw. ohne rumlaufen musste.

    • donpozuelo permalink*
      24. August 2011 16:48

      😀 Das ist wohl wahr. Aber mittlerweile sollte er das ja gewohnt sein. Immerhin hat man ihn hier wenigstens noch zum Anfang erkennen können. In „V wie Vendetta“ hat er seine Maske ja ständig auf!!!

  3. 24. August 2011 12:35

    9 von 10? Das überrascht mich nun wirklich. Eigentlich habe ich ja genug Superheldenfilme oder Amerikanier-verkloppen-Nazis-Filme gesehen (und seien wir mal ehrlich, nur Indy kann das wirklich gut), vielleicht geht eine Freikarte fürs Kino dann doch hier flöten…

    • donpozuelo permalink*
      24. August 2011 16:50

      Hey, Indy ist der Beste, wenn’s ums Nazis verkloppen geht. Das steht hier gar nicht zur Debatte 😉

      Aber der gute Captain hat da auch so seine Vorzüge und hat mit diesem Film einen durchaus sehenswerten Film bekommen.

  4. 24. August 2011 14:27

    Muss ide zustimmen auch für mich der beste Pre-Avengers Film obwohl ich von Red Skull doch noch ein wenig mehr erwatet hätte, das gefiel mir Tom Hddlestons Loki besser. Aber sonst gibts von mir dafür eine ehren Hitler-Facepunch!

    • donpozuelo permalink*
      24. August 2011 16:51

      Red Skull kam wirklich ein wenig zu kurz. Der ist ja leider wieder sehr schnell weg vom Fenster. Da hätte man tatsächlich etwas mehr draus machen können. Aber gut, sein hintergrund wird kurz zusammengefasst und das ist okay. Geht ja auch mehr um den Mann hinter Captain America. Und das kommt ja sehr gut rüber.

  5. luzifel permalink
    29. August 2011 10:23

    9 von 10 !? Ich hätte diesem Machwerk 5 von 10 gegeben.. Der Film ist langweilig, peinlich und übertrieben – Heil Hydra und Plasmapanzer – WTF!? Agent Smith war noch ganz witzig, aber ansonsten waren diese gesichts- und namenlosen Schergen von Hydra völliger schrott..

    Naja.. Und ich habe bereits vorher versucht mich auf das Ignorieren der ganzen US-Flaggen einzustellen, aber damit wurde der Streifen trotzdem nicht besser.. Naja.. Cap ‚merica ist immer schon aus meiner Perspektive eine Lusche gewesen.. Zum Glück gibt es genug echte Helden die einen Avenger-Film noch retten können ^^

    Grüße

    • donpozuelo permalink*
      29. August 2011 12:31

      Ach komm… so schlimm war der doch nun wirklich nicht. Und US-Flaggen??? So viele waren es nun auch wieder nicht. Gut, man hätte Hydra, Skull und Co tatsächlich noch etwas besser ausbauen können, aber im Großen und Ganzen war’s trotzdem ein cooler Film.

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