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Wild West meets Outer Space

10. August 2011

Aliens sind schon eine merkwürdige Rasse. Man muss sich schon fragen, wie intelligent und überlegen die wirklich sind, wenn sie immer wieder zu uns kommen. Aber es gibt genügend unter uns die glauben, dass sie existieren. Ich halte mich da immer brav zurück und zitiere bei solchen Außerirdischen-Diskussionen immer einen meiner Lieblingsfilme: „Es wäre eine ziemliche Platzverschwendung, wenn da draußen niemand wäre.

Zu dem Alien-Thema lief auch erst am Montag eine hoch investigative Pro-Sieben-Doku mit Aiman Abdallah, in der unser aller Lieblings-Alienforscher Erich von Däniken mal wieder zu Wort kommen durfte. Nach seiner Theorie sind die Aliens ja für unser aller Fortschritt verantwortlich, haben den Mayas und Ägyptern ihr Wissen weitergegeben und wurden dafür als Götter verehrt. Das von Dänikens Theorien leicht zu stürzen sind, zeigte der gute Aiman Abdallah sehr schön. Es klingt zwar alles nett bei von Däniken, aber es klingt halt nur. Trotzdem ist von Däniken für eine Sache wirklich gut: Stories für Alien-Filme liefern.

So durften sich die Wikinger in dem Film „Outlander“ mit einem fiesen Weltraum-Alien rumschlagen und jetzt dürfen es auch endlich die Cowboys in „Cowboys & Aliens“. Hört sich im ersten Augenblick selten bescheuert an, aber das war auch bei „Outlander“ der Fall und da hat das Ganze schon irgendwie gut funktioniert. Bei „Cowboys & Aliens“ klappt das aber noch viel besser.

Ein namen- und gedächtnisloser Cowboy (Daniel Craig) wacht mitten im Nirgendwo auf, hat keine Ahnung, woher er kommt oder wohin er gehen soll. Und was das komische metallene Armband an seinem Handgelenk zu suchen hat, versteht er auch nicht. In dem kleinen Städtchen „Absolution“ findet er dafür keine Antworten – außer, dass er ein gesuchter Verbrecher sein soll. Das zumindest behauptet der alte Ex-Colonel Dolarhyde (Harrison Ford), der den bald nicht mehr Namenlosen festnimmt. Doch bevor hier irgendjemand für irgendwen das Kopfgeld kassiert, tauchen am Himmel merkwürdige Lichter auf, Fluggeräte gleiten durch die Luft und angeln sich einen Stadtbewohner nach dem anderen. Wer die Wesen sind, weiß keiner – nur Ella (Olivia Wilde) scheint eine Ahnung zu haben – und der Fremde samt schickem Armband könnten helfen, die Bewohner zu befreien.

Klingt beim ersten Lesen wirklich doof, ist es aber überhaupt nicht. „Cowboys & Aliens“ ist… ja, wie soll man es beschreiben: wahr gewordene Kindheitsfantasie, Western mit Aliens halt. Unter der Regie von Jon „Iron Man“ Favreau wird die Idee des Comics „Cowboys & Aliens“ zu einem hochinteressanten Genremix. Dabei ist Mix vielleicht das falsche Wort, denn der Film ist so etwa 75% Western und 25% Sci-Fi. Zu aller erst ist „Cowboys & Aliens“ Western – ein Western mit allen Klischees, die nötig sind: Daniel Craig ist so eine Mischung aus Clint Eastwood und John Wayne, „Absolution“ ist der perfekte „High Noon“-Abklatsch einer kleinen Wüstenstadt mit Saloon und Sheriffsbüro. Passend dazu gibt’s auch noch Indianer und wilde Schießereien. Natürlich könnte man viel rumlästern über diesen 08-15-Western-Abklatsch. Aber es funktioniert. Und das liegt daran, dass da ja noch diese Sache mit den Aliens ist.

Anders als der Comic lässt uns Favreau lange auf eine erste Sichtung der Viecher warten. Das ist in zweierlei Hinsicht gut so: 1) Es steigert natürlich die Spannung (Warum sind sie da? Was wollen sie mit all den Menschen?) und 2) vertuscht es ein wenig die Tatsache, dass Favreaus Aliens keine sonderlich sehenswerten Viecher sind. Ein bisschen sehr häßlich und etwas lieblos kommen sie daher: viel Fantasie steckt in den Dingern nicht drin. Aber gut, da könnte man dann doch wieder auf den Comic schauen und sagen, dass die Aliens da auch nicht viel besser aussehen.

Apropos Comic: Für alle, die den Comic kennen, kann ich gleich eins vorab sagen – es sind zwei unterschiedliche Welten. „Cowboys & Aliens“ – so hat es mir zumindest Mr. Favreau höchstpersönlich versichert – war als Film schon lange vor dem Comic konzipiert. Als der Comic damals noch nicht fertig war, aber schon seinen Namen hatte, klingelten die ersten Produzenten und sicherten sich die Rechte. Film- und Comicentwicklung gingen von da an, aber getrennte Wege. Das ist sehr lobenswert, denn der Comic wäre in einer halben Stunde filmisch erzählt und wenig spannend. Favreau packt viel mehr Western vorne weg, es wird viel geritten, viel gejagt und viel geschossen, bevor die finale Schlacht geschlagen wird.

Den Schauspielern scheint es gefallen zu haben: Vor allem Daniel „Bond“ Craig geht doch ganz gut in seiner Rolle als Westernheld auf, den starren Eastwood-Gedenk-Gesichtsausdruck dafür hat er. Craig ist auch der einzige, der in diesem Film wirklich was zu tun hat. Unser aller Lieblings-“Han Solo“ Harrison Ford ist wahrscheinlich einfach schon „zu alt für diesen Scheiß“. Viel Action gibt’s für ihn nicht, dafür die einzige Figur, die tatsächlich so etwas wie einen Wandel vollführt – vom grimmigen zum nicht ganz so grimmigen Cowboy. Olivia Wilde ist HOT, aber das war’s auch schon. Was mich wirklich fasziniert hat, war der Miniauftritt von Paul Dano als Punching-Bag für Craig und „Avatar“ Noah Ringer (von dem ich bis jetzt noch nicht ganz weiß, was der in diesem Film zu suchen hatte).

Aber gut, all zu ausgefeilte Figuren wollen wir bei diesem Film auch nicht sehen (dafür hatten wir in diesem Jahr doch „True Grit“). Wir wollen Cowboys, die gegen Aliens kämpfen. Und das kriegen wir… und zwar sogar richtig gut. Favreau gelingt ein witziger Genrespagat mit guten Schauspielern und viel wichtiger: endlich mal ein neuer Grund, warum Aliens uns besuchen kommen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (nach dem „Jonah Hex“-Fiasko mal ein cooler comichafter Western mit COWBOYS und ALIENS – ein Titel, der hält, was er verspricht)

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12 Kommentare leave one →
  1. 10. August 2011 11:20

    Klingt gut!!!

  2. 10. August 2011 12:40

    Jon Favreau hat dir persönlich versichert… ICH. BIN. NEIDISCH! Mal wieder 😀

    • donpozuelo permalink*
      10. August 2011 13:51

      😀 Ja, Daniel Craig hat mir auch persönlich versichert, wie toll es war mit Harrison Ford zu arbeiten. Das gleiche hat Wilde über Craig und Ford gesagt. Harrison Ford war nicht sehr aufschlussreich, sondern irgendwie ein wenig langsam… 😀

  3. 11. August 2011 09:13

    Cowboys & Aliens kommt ja mehr an die Jonah Hex Comics ran als der eigentliche Jonah Hex Film 😀

    • donpozuelo permalink*
      11. August 2011 13:30

      Echt? Kämpft der gute Jonah etwa auch gegen Aliens? Ich dachte, der spricht nur mit den Toten 😉

      • 11. August 2011 14:45

        Nein eben nicht! Der wurde ja auch mal in die Zukunft geschickt und dort kämpft er dann gegen ALiens zudem hat der gute Jonah gar keine Superkräfte!

        • donpozuelo permalink*
          11. August 2011 19:09

          Der wurde auch mal in die Zukunft geschickt??? Ist ja unglaublich… mit den Jonah Hex-Comics kenne ich mich ja überhaupt nicht aus. Hab nur diesen unsagbar schrecklichen Film gesehen.

  4. 13. August 2011 00:54

    Das siehst du mal wie schlimm die den verhunzt haben!

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