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Zorniger Riese

29. Juni 2011

Ich bezeichne mich gerne als Comic-Fan, aber wirklich viel Ahnung habe ich trotzdem nicht davon. Meistens lese ich, was mir so zwischen die Finger kommt. Wenn es mich halbwegs anspricht, dann werde ich es mir durchlesen. Bei all den Superhelden-Comics, die es so gibt, kann mir aber einer gestohlen bleiben: Der unglaubliche Hulk.

Für alle Hulk-Fans: Es tut mir Leid, aber ich kann mit Hulk echt nichts anfangen. Ich finde ihn weder super noch unglaublich noch sonst irgendwas. Es ist einfach nur eine moderne Fassung von Jekyll & Hyde – nur halt irgendwie grüner und mit mehr Zerstörungskraft. Aber gut, da selbst Hulk ein Mitglied der kommenden „Avengers“ ist, war auch ich gezwungen, mich mal mit dem grünen Mann auseinander zu setzen. Allerdings stellt sich da gleich die nächste Frage: Welcher „Hulk“ darf es denn nun sein? Der von Ang Lee oder der von Louis Leterrier???

Schwierig, schwierig! Ang Lees „Hulk“ war zuerst da und immerhin dürfte man bei dem Namen Ang Lee etwas mehr Tiefgang in der Geschichte erwarten. Louis Leterrier sagte mir bis jetzt nur was wegen des Jet Li-Films „Unleashed“, aber auch der war eine geniale Mischung aus Story und Action. Also was tun, was tun???

Ich entschied mich für Leterriers Variante (weil der ja zufällig auch gerade im Fernsehen lief 😉 ).

Leterriers „Hulk“ fängt schon einmal nicht damit an, wie Bruce Banner zum Hulk wurde. Dafür reicht der Vorspann. Stattdessen legt Leterrier sein Augenmerk auf den flüchtigen Banner, der sich verstecken will, um keinen weiteren Schaden anzurichten. Aber es kommt natürlich anders: Das Militär findet ihn, jagt ihn und er kommt aus Brasilien wieder zurück in die USA. Hier trifft er seine alte Liebe Betty, einen grimmigen General und Abomination, ein fieser Hulk.

Edward Norton spielt Banner, Liv Tyler Betty, William Hurt den General und Tim Roth den ehrgeizigen Soldaten, der anschließend zu Abomination wird. Große Namen, die viel hoffen lassen. Leider stirbt die Hoffnung rasch: Norton spielt seinen Banner zwar solide, aber ohne jegliche Leidenschaft für den armen, gehetzten Wissenschaftler. Liv Tyler versucht einfach nur elfengleich hübsch auszusehen. William Hurt wirkt irgendwie fehl am Platze, sein General weiß nicht so recht, was er eigentlich tun soll. Also lautet die Devise: Immer ordentlich drauf hauen. Einzig und allein Tim Roth überzeugt als gnadenloser Soldat, der alles dafür tut, um selbst groß, grün und mächtig zu werden.

Zumindest kann die Geschichte überzeugen: Leterrier wartet lange, bevor er den Hulk auf seine Zuschauer loslässt. Und selbst dann sehen wir ihn nur als Schatten, hier mal nen Arm, da mal nen Bein. Mehr nicht. Fast bekommt man schon Angst, der könnte schrecklich albern aussehen: Edward Norton im Bodysuit mit grüner Farbe im Gesicht… aber dann: BUMM! Der Hulk steht da – groß und extrem mies gelaunt. Leterriers Hulk ist ein tolles animiertes Über-Vieh. Wenn Leterrier dann sein „Monster“ von der Leine lässt, dann knallt’s ordentlich. Wenn dann am Ende noch Abomination dazu kommt, dann gibt’s ordentlich auf die Fresse. So wie es sich für ein unkontrollierbares Monster gehört: (fast) ohne Rücksicht auf Verluste.

Trotz allem bleiben bei mir arge Zweifel: Was ist so toll an „Hulk“? Was macht ausgerechnet ihn zu einem Kandidaten für „The Avengers“?

Leider kann ich den Vergleich zu Ang Lees Film nicht ziehen (ich versuche das so schnell wie möglich nachzuholen). Vielleicht liegt es ja auch einfach nur an Leterrier, obwohl der eigentlich einen ganz guten Job mit dem grünen Riesen macht.

Wertung: 7 von 10 Punkten (der grüne Hulk kann mich nicht begeistern, der Film ist aber trotzdem okay)

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15 Kommentare leave one →
  1. 29. Juni 2011 07:14

    Den Film fand ich tatsächlich auch ’nur‘ okay. Aber genau wie du bin ich auch kein besonders grosser Hulk-Fan und Hulk ist ohnehin ein bisschen das Sorgenkind von Marvel…also zumindest was die Verfilmungen anbelangen. Bin gespannt, wie sie das mit Mark Ruffalo machen werden.

    Aber Tim Roth war in der Tat super. Dem sollte man sowieso mehr Rollen geben.

    • donpozuelo permalink*
      29. Juni 2011 09:34

      Ich frage mich ja auch immer, warum ausgerechnet Hulk zu den Avengers gehört. Aber vielleicht kann Thor ihn ja mit seinem Hammer in Schach halten.

      Beim Hulk ist ja auch immer das blöde, dass der Schauspieler, der ihn spielt, ja nie wirklich den Hulk spielt, sondern immer nur Bruce Banner. Da wird sicherlich auch Mark Ruffalo gut abschneiden.

      Und ja, Tim Roth sollte mehr Rollen haben. Aber hatte der nicht jetzt sogar diese Serie „Lie to me“. Ich möchte meinen, dass war Roth in der Hauptrolle….

  2. 29. Juni 2011 07:26

    Ang Lees Version gefällt mir weit besser, auch wenn der seinerzeit reichlich Prügel bezogen hat: mit die am meisten unterschätzte Comicverfilmung überhaupt, wie ich finde. Die unglaubliche Fassung hier macht von den Namen tatsächlich gut was her, aber ich teile deine Kritikpunkte. Norton ist ’n fader Banner, und das obwohl der Mann ordentlich in das Projekt investiert hat (hat am Drehbuch mitgeschrieben). Und obwohl Roth hier ’n guten Bösen gibt gefällt mir der Vater-Sohn-Konflikt in Lees „Hulk“ um Längen besser, weil intensiver, emotionaler und auch besser gespielt. Also, Don, unbedingt nachholen 😉

    • donpozuelo permalink*
      29. Juni 2011 09:39

      Dass Ang Lee ordentlich Prügel bezogen hat, habe ich auch gelesen. Aber ich werde es mir dennoch vornehmen, den Film noch zu schauen.

      Wenn Norton so sehr in das Projekt investiert hat, dann hätte er sich wirklich mehr Mühe geben können. Und was ich mich auch frage: Ist er denn jetzt sehr traurig, dass er den Hulk in „The Avengers“ nicht geben darf??? Der Darsteller des Banners wird ja sowieso fröhlich ausgetauscht: Erst Eric Bana (der ja sogar vom Nachnamen passt 😉 ), dann Edward Norton und als nächstes Mark Ruffalo – mal schauen, wer der beste wird.

  3. 29. Juni 2011 10:50

    Ich fand beide nicht wirklich berauschend, muss aber sagen, dass mir Norton irgendwie einen Ticken besser gefallen hat. Dafür war der von Christian angesprochene Vater-Sohn-Konflikt im Erstling besser. Im von dir angesprochenen sind leider alle Namen wirkungslos mit Ausnahme von Tim Roth – dem Mann liegen die Antagonistenrollen wirklich super.

    Sehr lustig für alle Nichtkener hätte ich es ja gefunden, wenn im Free-TV die USK12-Version gekommen wäre. Die lief damals in unserem Kino und – man lese und staune- zeichnete sich einzig und allein dadurch aus, dass der gesamte (!!!) Endkampf rausgeschnitten war.

    P.S. Ich fand ja den Cameoauftritt am Ende des Films gut. 😉

    • donpozuelo permalink*
      29. Juni 2011 11:12

      Wie bitte??? Der Endkampf fehlt komplett??? Ich habe ja schon von FSK-Unfeinheiten gehört, aber das ist ja wirklich bitter.

      Ich fand alle Cameos gut, ob nun Robert Downey Jr. oder Stan Lee oder Lou Ferrigno.

  4. 29. Juni 2011 16:53

    Ang Lees Version hatm ich schon im trailer abgeschreckt…dort sieht ja das vbiech wirklich strunzdämlich aus. Norton hingegen schafft es doch irgendwie tiefgang zu erreichen. Mir gefielen vor allem die erste halbe Stunde in den Favelas und Robert Downey Jr.‘ Pflichteasteregg!

    • donpozuelo permalink*
      29. Juni 2011 17:17

      Diese brasilianischen Slums sind in letzter Zeit eh wieder sehr beliebt, nicht wahr??? War ja sogar Schauplatz für Fast Five. Roberts Easteregg war auch lustig, aber Norton kann ich wirklich nicht so viel Tiefgang abkaufen.

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