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Rio-Raser

6. Mai 2011

Wenn Christian drüben in seinem Foyer schreibt: „die besten Actionszenen 2011“, dann werde ich natürlich neugierig. Mit guter Action kann man mich ja immer locken, selbst in einen Film, den ich eigentlich nie gucken wollte. Aber neben der Action schien Christian ja auch alles andere am mittlerweile fünften Teil von „Fast & Furious“ mit neun Punkten ziemlich gut bewertet – davon musste ich mich einfach selbst überzeugen.

Meine Voraussetzung für den Film war allerdings gänzlich schlecht: Den ersten Teil habe ich, seitdem er damals 2001 zum ersten Mal im Kino lief, nicht wieder gesehen. Gleiches gilt auch für Teil 2. Von Teil 3 und 4 brauche ich gar nicht erst sprechen – die habe ich noch nie gesehen. Kann man sich mit diesen Gegebenheiten trotzdem in „Fast Five“ setzen und immer noch Spaß haben? Man kann!

Die Story ist natürlich schnell erzählt: Dom Toretto (Vin Diesel) und Brian O’Conner (Paul Walker) tun sich wieder zusammen, um in Rio dem fiesen Mafiosi Reyes das Geld abzugaunern. Gejagt werden sie dabei nicht nur von Reyes Männern, sondern auch vom Super-Agent höchstpersönlich Luke Hobbs (Dwayne Johnson). Das ist die Story – natürlich in ganz, ganz groben Zügen.

Zum Glück für mich versuchte „Fast Five“ (oder auf „deutsch“: „Fast and Furious Five“) nicht zu viel von den Vorgängern mit einzuarbeiten – außer ein paar Figuren. Im Großen und Ganzen aber ist „Fast Five“ ein recht eigenständiger Film, der – wieder zu meiner Freude – kein reiner Rennfahrer-Film geworden ist, sondern eher das, was man als „Heist-Film“ bezeichnet. Eigentlich könnte man „Fast Five“ nämlich auch als eine Art „Ocean’s Eleven“ mit mehr Testosteron bezeichnen: Es wird ein Plan entwickelt, um ein Haus auszurauben. Man stellt ein Team von Spezialisten zusammen und führt den Plan – mit allen Schwierigkeiten, die der in sich trägt – irgendwie durch, um am Ende das Geld verprassen zu können. Regisseur Justin Lin erzählt seine Geschichte mit dem Motto: „Wer bremst, hat Angst!“. Ruckzuck gelingt ihm der Einstieg und dann knallt Lin ein Ding nach dem anderen auf die Leinwand. Da werden Busse überfallen, Züge während der Fahrt entleert und natürlich werden jede Menge Autos zu Schrott gefahren.

Lin setzt auf die alten „Werte“, die uns der Beginn der Serie versprochen hat: Typen mit Muskeln fahren Autos, Frauen sehen heiß aus und können trotzdem kräftig zuschlagen. Vin Diesel ist einfach Vin Diesel – und das kann er verdammt gut. Der Mann hat seine Nische gefunden und erfüllt seinen Job mit Bravour. Paul Walker dito – auch wenn der keine richtige Nische hat. Als Sonny-Boy könnte der wahrscheinlich auch noch romantische Komödien machen 😉 Am meisten überrascht war ich dann doch über Dwayne „The Rock“ Johnson. Endlich macht der Mann das, was er richtig kann. Ich hoffe, dass mit „Fast Five“ endlich Schluss ist mit diesen Kinder-Komödien. Für diesen Film hat sich der gute Dwayne in Form gebracht und schwitzt im ganzen Film wie ein Schwein. Trotzdem hat das Treffen der Muskel-Glatzköpfe ganz gut gemeistert.

Aber kommen wir jetzt zu dem, was mich dann tatsächlich ins Kino gelockt hat. Und hier steht dann wieder die Aussage von Christian: „die besten Actionszenen 2011“. Solche Aussagen sind ja immer etwas schwierig, wir haben erst Mai, das Jahr könnte noch viel bringen. Aber was Action angeht, legt Justin Lin sehr gut vor. Die Stunts sind große klasse, auch wenn es hin und wieder schon schmerzt. Es schmerzt aus zwei Gründen: 1) die schönen Autos!!!! Meiner einer fährt immer noch mit dem Fahrrad zur Arbeit und die schrotten schicke Autos am laufenden Band. Da blutet schon ein wenig das Herz. 2) Manchmal muss man seinem logischen Denken schon sagen, es soll die Klappe einfach mal halten. Manche Sachen – vor allem so eine letzte Sache am Ende, bei der etwas sehr Großes bewegt wird – widersetzen sich den Gesetzen der Physik. Aber hey, wer sein logisches Denken unter Kontrolle hat, der kann das Stimmchen unterdrücken und sich an viel Krach und Bumm erfreuen. Ob es dabei tatsächlich die besten Actionszenen des Jahres sind, bleibt abzuwarten. Bis jetzt gab’s aber noch nichts vergleichbares, was gleichzeitig auch noch so gerockt hat. 😉

„Fast Five“ gelingt es, die Reihe wieder kinotauglich zu machen, und wer sich lange genug Zeit lässt, lernt man Ende, dass nicht immer alle tot sind, die man tot glaubt und… das ein „Fast Six“ schon so sicher ist wie das „Amen“ in der Kirche. Schließlich wacht den ganzen Film über Jesus selbst über das Geschehen in Rio.

Wertung: 9 von 10 Punkten (sie rasen und rasen, sehen dabei verdammt gut aus und unterhalten endlich auch mal wieder – bis jetzt tatsächlich die beste Action des Jahres!)

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21 Kommentare leave one →
  1. christiansfoyer permalink
    6. Mai 2011 08:08

    Nice 😉
    Freut mich, dass der dir ähnlich gut wie mir gefallen hat. Ich denke, die Actionszenen werden sich bei mir auch im Dezember noch ganz oben halten, zumal nur noch dicke CGI-Spektakel warten und ich von „Fast Five“ gerade des moderaten Einsatzes künstlicher Effekte wegen so begeistert war.

    • donpozuelo permalink*
      6. Mai 2011 15:33

      😀 Tja, wenn’s so gut rüber kommt wie bei „Fast Five“, dann ist es wirklich gut. Dass hier auf CGI-Kracher weitesgehend verzichtet wurde, rechne ich dem Film echt hoch an. Hier ist wenigstens tatsächlich noch was kaputt gegangen 😉

      Für mich gehört der Film auf jeden Fall schon mal zu meinen persönlichen Kino-Überraschungen in diesem Jahr. Vielen Dank dafür 😀

  2. 6. Mai 2011 11:06

    Es ist intressant dass diese Filmreihe immer noch so viele Anhänger hat, konnte damit nie was anfangen.

    • donpozuelo permalink*
      6. Mai 2011 15:34

      Ich muss gestehen, ich kann mit der Reihe an sich auch nicht viel anfangen. Habe Teil 1 und 2 (wie schon gesagt) nur einmal gesehen. Aber Christian hat mich halt neugierig gemacht… und zwischendurch muss man einfach mal was „Stumpfes“ dazwischen schieben. 😉

  3. 8. Mai 2011 18:31

    Werde ich ihn mir wohl doch mal zu Gemüte führen. 😀

  4. 10. Mai 2011 13:38

    Cool, dass er auch bei den Experten gut ankommt. 🙂

    Ich war ziemlich begeistert, hab ich doch nach dem schlechten Vierten keine Glanzleistung erwartet.

    Und Christian hat etwas ganz wichtiges erwähnt: Der sehr sparsame Umgang mit CGI. Das ist mitunter das beste am ganzen Film.

    • donpozuelo permalink*
      10. Mai 2011 16:28

      Och Mensch… Danke, dass du mich schon als Experten bezeichnest 😉 Das geht runter wie Öl!!! 😀

      Aber ja, ich war hoch erfreut über den Film, auch wenn ich so gut wie gar nichts mehr von den anfängen wusste bzw. die Vorgänger schon zu lange zurück liegen.

      Das mit den Effekten ist wirklich hoch anzurechnen. Das war wirklich gut.

  5. graval permalink
    22. Mai 2011 01:27

    Er ist echt klasse. Ich kannte ja keinen der Vorgänger, aber der Streifen haut wirklich rein, gute Action, die auch mal einfach Action sein darf, und sich nicht darum bemühen muss, ja kein Klischee auszumerzen. Da kommt der Last-Minute-Moment (Brücken-Ausweicher) ebenso zum Zug, wie die Scharfschützen, die einen Flüchtigen auf einige Meter verfehlen. Obwohl, seit Star Wars gehört das zu jeder guten Miliz. 😉

    Mir gefielen die Figuren sehr gut, Lin geht sehr sorgfältig mit ihnen um, und gibt allen den richtigen Platz im Film. So gibt es nicht zu viel Toretto-MILF und ihr Toyboy, und nicht zu wenig von den Glatzköpfen. Die sind echt das Highlight des Streifens, wie sich Diesel und The Rock die Schädel einbämmern ist klasse. Leider zu wenig, bzw. nur einmal. 😦

    Ein bisschen trübt die Stimmung, dass der Film ein bisschen gar sehr Oceans 11-Abklatsch ist. Die ganze Heist-Vorbereitung und die Szene selbst erinnern an den Bankraub aus dem ersten Teil. Inklusive Fake-Tresor(raum). Aber ansonsten astreiner Turbofilm.

    • christiansfoyer permalink
      22. Mai 2011 11:06

      „die Toretto-MILF und ihr Toyboy“ ?
      Dude, die Brewster ist sieben Jahre jünger als Paul Walker. Das ist also eher „der Heffner mit seinem Bunny“ 😉

      • graval permalink
        23. Mai 2011 07:10

        Echt? Die sieht so Mitt-Dreissiger-mässig aus, während er wie so ein Mitt-Zwanziger daherkommt. Naja, nicht grad, aber sie sieht MILFiger aus, als sie anscheinend ist 😉

    • donpozuelo permalink*
      22. Mai 2011 19:12

      Ja, es hatte schon ein wenig an „Ocean’s“ erinnert, aber was soll’s? War trotzdem lustig. Und ich kann dir sagen, ich hatte auch kein wirkliches Vorwissen mehr. Teil 1 und 2 habe ich zwar mal gesehen, aber das ist schon lange, lange her.

  6. seemefilms permalink
    23. Juni 2011 11:22

    So ich konnte mir nun diesen Teil auch angucken, hab alle anderen auch gesehen. Aber als ich das erste mal den Titel „Fast and the Furious 5“ im internet gelesen habe, dachte ich mir bitte nicht noch ein Teil. Den was man bei Tokyo Drift gesehen hat, sei es die Schauspieler oder die Story war einfach nur Müll.

    Also ging ich mit gemischten Gefühlen in den Film, und wurde super überrascht und unterhalten. Wie Du und Christian schon schreiben ein guter Film mit den besten Actionszenen bis jetzt.

    mfg.
    seemefilms

    • donpozuelo permalink*
      23. Juni 2011 12:43

      Tja, man kann es kaum glauben, nicht wahr??? Aber es ist doch immer wieder schön, überrascht zu werden 🙂

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