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Jäger und Gejagte (oder so ähnlich)

4. Mai 2011

Was macht man, wenn man mal wieder keine Idee hat, aber ordentlich Kohle machen will? Man verwurstet irgendwas altes, das alle kennen und mögen und versucht halt sein Glück damit. Damit es noch ein bisschen besser funktioniert, kann man ja auch gleich zwei Dinge auf einmal mit einander verbinden. Neudeutsch nennt man sowas dann wohl „Mash-Up“ oder irgendwie so. Vielleicht auch „Crossover“, aber ist ja auch egal… wichtiger ist, dass der Film, um den es mir hier geht, tatsächlich in gewisser Weise möglicherweise als ganz passables Mischmasch bewertet werden könnte.

Paul W.S. Anderson, der sich ja schon mit „Resident Evil“ einen Namen gemacht hatte, versuchte es also im Jahre 2004 n.Chr. mit einem denkwürdigen Treffen zweier ganz großer Namen: „Alien vs. Predator“. Ja, genau! Die Aliens, die Sigourney Weaver durchs All gejagt haben, kämpfen gegen die Predatoren, die schon Arnie Schwarzenegger nur mit Müh und Not in Schach halten konnte. Und wo machen die das? Natürlich auf der Erde!

Forscher entdecken eine Pyramide unter dem Eis der Antarktis. Möglicherweise sogar die erste Pyramide überhaupt, geschaffen von Wesen (?), die alle nachkommenden Generationen nachhaltig beeinflussten. Sofort wird ein Team losgeschickt – Archäologen mit allem Schnickschnack um richtig zu forschen. Natürlich auch mit ein paar kräftigen Burschen, die automatische Waffen tragen – braucht man ja immer für Archäologie. In der Pyramide angekommen, sind alle fasziniert – tja, bis irgendwo tief im Keller (;) ) die gefangene Alien-Königin reanimiert wird und anfängt, Eier zu legen. Dazu kommen junge Predatoren, die sich erst noch beweisen müssen und Menschen, die eigentlich als Alien-Wirt dienen sollen, von denen sich dann aber doch ein paar widersetzen (Unverschämtheit!!!)

Egal, so fängt das Ganze an. Aliens, Predatoren, Menschen. Gefangen in einer Pyramide unter dem Eis. Action, Geballer und fiese Viecher. Hat der gute Anderson doch mal wieder alles richtig gemacht, oder etwa nicht???

Irgendwie schon. Die Story mit der Pyramide ist cool gemacht. Auch wenn die Geschichte ja hier eigentlich eher nebensächlich ist. Dafür bietet die Pyramide einen ziemlich abgefahrenen Ort, um die Jagd in Szene zu setzen. Enge Gänge, in Schatten versunkene Säle und mitten drin orientierungslose Menschen. Was schreit mehr nach Spaß? Wohl nur noch Säure sabernde Aliens und getarnte Predatoren. Und die gehen dann auch ordentlich zur Sache. Die Action ist – wie schon bei „Resident Evil“ – ganz nett in Szene gesetzt, auch wenn man kritisieren könnte, dass Anderson bei weitem nicht alles aus seinen beiden Film-Monstern rausholt. Ist aber auch egal, „Alien vs. Predator“ macht trotzdem Spaß.

Da kann man auch vernachlässigen, dass man sich in Punkto Charaktere auf die üblichen Stereotype bezogen hat, die frei nach Schema F von Alien oder Predator niedergemetzelt werden. Aber hey, genau darum geht es doch bei „Alien vs. Predator“: sinnloses Abschlachten als Symbol für das Heranwachsen, das Reifen… natürlich nur in Bezug auf dynamische Predator-Jugendliche.

Dass man das Ganze noch schlimmer machen, beweisen die Brüder Brüder Colin und Greg Strause dann drei Jahre später. Ich habe nicht mehr genau im Kopf, was da so los war, aber es fehlte die Pyramide, es spielte in einer amerikansichen Provinzstadt und die Army mischt auch noch kräftig mit. Während „Alien vs. Predator“ vor allem wegen seiner gut gewählten Location Laune macht, ist mir der zweite Teil kaum im Kopf geblieben. Ich weiß nur, dass ich damals furchtbar grässlich fand.

In diesem Sinne: Bleiben wir bei Teil 1, haben wir Freude an der Zusammenkunft zweier Kino-Ikonen, die es immer noch besser hinbekommen, sich auf der Leinwand zu treffen als „Freddy vs. Jason“ 😉

Wertung: 7 von 10 Punkten (schöner Trash, der eigentlich doch auch ein bisschen sehr viel Spaß macht)

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8 Kommentare leave one →
  1. 4. Mai 2011 06:21

    Sehe ich ähnlich. Und schön ist auch, der Zweitname von Henriksens Figur: Bishop. 🙂

    Aber der zweite Teil war in der Tat eine Katastrophe, wenngleich auch angenehm splatterig. Aber trotzdem…gerade kürzlich Skyline gesehen…die Strause-Brüder sollen das mit dem Regieführen schleunigst lassen.

    • donpozuelo permalink*
      4. Mai 2011 06:26

      😀 Das mit Skyline hab ich bei dir gelesen und es dann doch lieber gleich gelassen. Wer weiß, wenn die Strause-Brüder so weiter machen, laufen sie Uwe Boll noch den Rang ab 😉

  2. 4. Mai 2011 09:31

    Die einzige Sache, die mir am zweiten Teil gefallen hat, war die Tatsache, dass es nur noch einen Predator gab. Im ersten Teil verfielen die Predator – schon wie die Alien im zweiten Teil ihrer eigenen Reihe – einer ganz besonderen Krankheit; einem filmtypischen Phänomen. Sobald es mehrere von ihnen gibt, sind sie nicht mehr gefährlich und fallen wie die Fliegen. Dazu kommt noch, dass die ganzen Hintergrundgeräusche (wie die Buschtrommeln) erneut vorkamen.

    Ansonsten war Teil 1 in Sachen Story und Ort um Längen besser. Dämlich waren sie dennoch beide, aber der neue Predatorstreifen wirkt durch diese beiden Gurken immerhin nicht mehr so schlecht. 😀

    • donpozuelo permalink*
      4. Mai 2011 11:26

      Stimmt wohl! Sobald sie mehr sind, sind die tollen Predatoren nicht mehr so der Hit. Trotzdem ziehe ich „AVP“ immer noch dem neuen Predator-Film vor. Den fand ich nun wieder überhaupt nicht spannend. (Gab ja auch nur 4 Punkte 😉 )

  3. 4. Mai 2011 10:21

    Fan den ersten Teil auch ziemlich unterhaltsam. Der zweite Teil ist dagegen wirklich grottig.

    • donpozuelo permalink*
      4. Mai 2011 11:28

      Tja, beim zweiten Teil war ja auch der gute Mr. Anderson nicht mehr mit dabei, und der hat schließlich ein Händchen dafür, Filme durchaus sehenswert zu machen.

  4. 25. Mai 2011 07:51

    fand alien vs predator… zumindest den 2.Teil, den Teeny-Slasher, auch äußerst unterhaltsam!

    „dynamische Predator-Jugendliche“ -> LOL

    • donpozuelo permalink*
      25. Mai 2011 12:55

      Willkommen! 😀

      Teil 2 ist mir nicht mehr so sehr in Erinnerung. Nur, dass ich ihn halt ziemlich scheiße fand.

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