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Wasser ist Macht!

4. März 2011

In der Wüste ohne Wasser da zu stehen, ist schon echt nicht schön. Die Sonne brennt und brennt, man schwitzt und schwitzt, die letzten Tröpfchen Speichel im Mund verwandeln sich zu einer klebrigen Masse Irgendwas und schließlich hat man das Gefühl, die Zunge ist so ausgetrocknet wie eine alte Rosine. Jetzt ein erfrischender Schluck Wasser, nur ein Tröpfchen, ein Spritzer – nur ein Gedanke würde schon ausreichen… obwohl, nur ein Gedanke ist auch nicht das Wahre. Aber woher soll man Wasser nehmen, wenn selbst die Kakteen komplett verdörrt sind? In dieser Welt ohne Wasser wäre derjenige mit Wasser mächtig! Und der, der Wasser verspricht? Ein Held.

Zum Glück gibt es diesen Helden! Und sein Name ist „Rango“. Und was für ein Held er ist: Kaum angekommen in dem „beschaulichen“ Drecksloch mit dem passenden Namen Dirt, wird Rango auch schon zum Sheriff ernannt. Schon beim ersten Banküberfall, bei dem die letzten Wasser-Reserven gestohlen werden, muss der neu ernannte Sheriff beweisen, was er wirklich drauf hat.

Das Ganze klingt nach 08-15 und wäre sein Geld nicht wert, wenn es da nicht zwei wichtige Faktoren geben würde, die TOTAL für diesen Film sprechen: 1) Rango ist ein leicht durchgeknalltes Chamäleon, dass sich wünscht, ein Held zu sein, aber weit entfernt davon ist, und 2) Rango ist Johnny Depp. Oder Johnny Depp ist Rango – je nachdem, wie man das so sehen mag, verschwimmen doch die Grenzen zwischen animierten Echsenvieh und Schauspieler fast vollkommen. Es ist das gleiche wie bei George Clooney und seinem „Fantastic Mr. Fox„: Depp wird eins mit „Rango“. Okay, das klingt jetzt vielleicht blöd, aber es ist so. Was Depp allein durch seine Stimme in die Figur bringt, ist schon super. Aber Regisseur und „Fluch der Karibik„-Freund Gore Verbinski macht „Rango“ durch seine Bewegungen und seine schrullige Art zu einem perfekten Johnny-Depp-Charakter. Keine Ahnung, wie ich es beschreiben soll, aber man erkennt den Schauspieler Johnny Depp in der animierten Figur komplett wieder. Dadurch muss man die Figur einfach nur gern haben (zum Glück hat man sich das auch bei der Synchronisation gedacht und auf deutsche B- oder C-Promis als Hauptrollen-Sprecher verzichtet und lieber Depps Original-Sprecher genommen).

Aber „Rango“ ist nicht nur ein Fest für Johnny Depp-Freunde. Der Film ist eine Hommage an alle Western und bringt – ähnlich wie auch schon „True Grit“ – wieder echtes Western-Feeling in die Kinos: die zahlreichen Verweise auf Filme wie „High Noon„, „Die Glorreichen Sieben“, „Django“ oder jeden Clint Eastwood-Film sind gekonnt zu einer spannenden und spaßigen Geschichte zusammengewürfelt. Dazu die klassischen Goldgräber, Halunken, Gauner und… das beste überhaupt: eine klassische Mariachi-Band in Form von vier Eulen, die einen Super-Soundtrack abliefern.

„Rango“ hat eine Menge Gags zu bieten – selbst vor „Fear and Loathing in Las Vegas“ macht Verbinski nicht halt 😀 . Wer klassische Western mag, der bekommt mit „Rango“ eine wohltuende Überdosis. Verbinski verbeugt sich vorm Genre und erschafft doch seine ganz eigene Welt, die herrlich skurril und herrlich komisch ist. Dank der vielen Zitate und einem gekonnten Johnny-Depp-Klon a.k.a „Rango“ verschmerzt man, dass die Story sehr einfach gestrickt ist.

Also, sattelt die Hühner und los geht’s!!! „Rangoooooooooooooooooo, Rangoooooooooooooo!!!“

Wertung: 9 von 10 Punkten (allein schon dank Johnny Depp absolut sehenswert, wenn da nicht auch noch diese genialen Verweise auf zig andere Filme wären)

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13 Kommentare leave one →
  1. 4. März 2011 12:24

    Johnny Depp geht ja immer (sehr gut). Allerdings gingen mit wohl viele Anspielungen verloren, weil ich mich in dem goldenen Zeitalter der Western einfach kaum bis gar nicht auskenne. Aber Rango sieht einfach schon so skurril aus, dass ich den Film einfach gucken muss 😀

    • donpozuelo permalink*
      4. März 2011 12:42

      Ich kenne jetzt auch nicht so viele Western, aber so die klassischen Filme (die auch sonst immer wieder gern kopiert werden) habe ich schon noch erkannt – inklusive Eastwood und allem Drum und Dran 😉

      Aber auch so ist der Film echt witzig geworden.

  2. 4. März 2011 15:33

    So wenig ich auch mit Western anfangen kann, Johnny Depp ist eben ein Muss. 😉 Da warte ich aber auf die DVD. Kann mir auf jeden Fall gut vorstellen, wie Depp in so einer Rolle aufgeht.

    • donpozuelo permalink*
      4. März 2011 15:37

      Tja, ob nun Warten auf DVD oder gleich ins Kino ist bei „Rango“ tatsächlich Geschmackssache. Es ist nicht unbedingt ein Film, der die große Leinwand braucht – der wird sicherlich auch im Heimkino noch bestens funktionieren. 😀

      • graval permalink
        6. März 2011 11:32

        Aber er muss gesehen werden, das ist Fakt. Denn er ist wirklich gut. Sind wir auch plusminus einer Meinung, bei mir fällt die Story ein bisschen mehr ins Gewicht. 🙂

        • donpozuelo permalink*
          6. März 2011 14:43

          Gesehen werde muss der Film – gar keine Frage. Immerhin haben wir es hier vielleicht mit der witzigsten und echtesten Western-Geschichte überhaupt zu tun. Und dann noch mit einer, die sogar Nicht-Western-Fans gefallen könnte. 😀

  3. 6. März 2011 18:39

    Schöner Artikel, aber wie lange dauert der Film?? Werden mir den Film aufjedenfall angucken alleine schon wegen Johnny Depp 🙂

    • donpozuelo permalink*
      6. März 2011 22:50

      Film dauert 107 Minuten und ist jede Minute davon sehenswert 😉

  4. 7. März 2011 14:23

    Ich freue mich. Aber ich muss auf die BluRay warten. Die deutsche Fassung tue ich mir nicht an.

    • donpozuelo permalink*
      7. März 2011 14:30

      😀 Das nenn ich zu seinen Prinzipien stehen. Aber du hast vollkommen Recht. Auch wenn man den deutschen Synchron-Sprecher von Depp genommen hat, ist das – gerade bei diesem Film – nicht dasselbe. Immerhin hat Verbinski seine Schauspieler nicht einfach in irgendwelche Studios geschickt, sondern hat sie richtig spielen lassen. Da merkt man schon einen feinen Unterschied.

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