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Es ist geschehen…

28. Februar 2011

… „The King’s Speech“ ist der Film des Jahres! Ich kann es eigentlich nicht fassen, dass ich das so schreiben muss, wenn man doch bedenkt, dass ich den Film eigentlich vollkommen überbewertet fand. Colin Firth stottert ein wenig (und gewinnt dafür den Preis für „Besten Schauspieler) , Geoffrey Rush hilft ihm dagegen anzukämpfen und nach knapp zwei Stunden freuen wir uns, dass der Film endlich vorbei ist. Nun ist es aber amtlich, der Film ist das Beste, was dieses Jahr im Kino lief. So zumindest die Meinung der „Academy“.

Wenn das der Maßstab für gute Filme ist, dann ist diese 83. Oscar-Verleihung nur ein weiterer Beweis dafür, dass in der Academy alte Männer sitzen, die Kopfschmerzen bekommen, wenn in einer Minute mehr als fünf Schnitte gemacht werden.

Allerdings war es ja irgendwie auch alles zu erwarten. Ich tue ja jetzt fast so, als wenn die Academy erst jetzt große Fehler bei der Vergabe ihrer Preise gemacht hätte. Habe ich echt erwartet, dass eine Verleihung, die Christopher Nolan gleich mal ganz aus der Kategorie „Beste Regie“ raushält, es wirklich Ernst meinen könnte, seriös zu wirken? Es war doch eigentlich klar, dass „Inception“ nur die langweiligen Technik-Kategorien gewinnen wird (in diesem Fall Effekte, Ton, Ton-Schnitt und Kamera). Ein Christopher Nolan macht ja schließlich NUR Blockbuster. Für die MTV-Generation. Ohne nennenswerten HIntergrund. Naja, vielleicht ist ja irgendwann ein Ehrenoscar für ihn drin. Oder vielleicht lässt Nolan sich ja noch davon überzeugen, dass Leben von Diana groß auf die Leinwand zu bringen, dann könnte man ihn vielleicht in Erwägung ziehen.

Ähnliches gilt wohl auch für Darren Aronofsky, aber wenigstens wurde Natalie Portman für „Black Swan“ ausgezeichnet.

Vollkommen außer Acht gelassen hat man dann auch „True Grit“ und „127 Hours„.. aber hey, Danny Boyle war schließlich letztes Jahr als Außenseiter der große Absahner. Da kann man ihm dieses Jahr für einen der besten Filme überhaupt nicht nochmal auszeichnen. Und die Coens haben ja NUR einen Western gemacht, den es vor Jahren schon mal mit John Wayne gab… und schließlich hat Wayne damals ja seinen einzigen Oscar bekommen. Wozu eine Neubearbeitung des Stoffes noch einmal auszeichnen?

Dann also lieber „The King’s Speech“ in allen wichtigen Kategorien.

Aber was soll’s? Sich aufregen bringt auch nichts. Es ist wieder einmal der Beweise erbracht worden, dass die Academy in ihrer Wahl ETWAS eingerostet und ETWAS verschlafen ist. Ein Glück bin ich für dieses (weitere) Desaster der Oscars nicht die ganze Nacht wach geblieben. Ich wollte zwar, aber nach Pro Siebens „The Hitcher“ bin ich dann doch so gegen 01:30 eingeschlafen. War vermutlich auch besser so.

Wer sich noch genauer mit den einzelnen Kategorien befassen will: Der Christian hat in seinem Foyer eine sehr schöne, übersichtliche Zusammenstellung aller Gewinner und Nominierten gemacht: OSCAR 2011

4 Kommentare leave one →
  1. graval permalink
    28. Februar 2011 17:28

    Ich hab mich gefreut, dass Inception doch 4 Oscars gekriegt hat, hätte der Academy durchaus zugetraut, den leer ausgehen zu lassen. Dass True Grit dafür leiden musste, ist echt daneben, hätte Jeff Bridges den Oscar sowas von gegönnt. Am meisten regt mich aber die Nichtberücksichtigung von Nolan, sowie, dass man Exit Through The Gift Shop leer ausgehen liess, auf. Die Academy macht viel Mist. -.-

    • donpozuelo permalink*
      28. Februar 2011 17:33

      Ja, wohl wahr. Ich gönn „Inception“ die Oscars ja auch, aber es sind wieder diese Technik-Awards. Wenigstens für Regie oder so hätte man ja auch was geben können.

      Neben „True Grit“ gehört ja auch „127 Hours“ zu den großen Verlieren. Kann ich beides nicht verstehen.

      Aber wer kann diese alten Männer bei der Academy schon verstehen? 😉

  2. 2. März 2011 17:46

    Well said. „True Grit“ ist mir egal, manche Dinge sind eben auch Geschmackssache. Nur war es schon völlig unverständlich, dass „Inception“ und „127 Hours“ zwar fürs Drehbuch, aber nicht für die Regie nominiert waren, wo bei beiden die Regie das deutlich bessere war. Die einzige Frage, die sich mir stellt: Warum tut ihr euch diese lahme Verleihung jedes Jahr wieder an, obwohl doch jeder weiß, das es in einer Enttäuschung enden wird? 😀

    • donpozuelo permalink*
      2. März 2011 17:53

      Ich habe die Verleihung nicht gesehen! Ich wollte zwar, aber wie gesagt, ich bin vorher doch eingeschlafen. Und in den letzten Jahren habe ich sie auch nie gesehen.

      „True Grit“ könnte man nun tatsächlich verschmerzen, zumal ich auch nicht finde, dass das unbedingt ein starker Coen-Brüder-Film war. Aber bei „Inception“ und „127 Hours“ gebe ich dir Recht. Zumal es mich echt gewundert hat, dass Nolan nicht wenigstens „Bestes Original-Drehbuch“ bekommen hat (wenn schon kein Regie-Männchen).

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