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Kung Fu-Kid

12. Januar 2011

Wie kann es bitte sein, dass man einen gewissen Hass auf eine Person entwickeln kann, obwohl man diese Person noch nie in seinem Leben getroffen hat? Kann doch eigentlich nicht möglich sein dass allein das Sehen einer Person ausreicht, jemanden nicht zu mögen und ihn möglicherweise sogar zu hassen. Mir ging es zumindest so, als ich  Will Smith jr., Jaden Smith, in dem Remake zu „Karate Kid“ gesehen habe. Ich kann echt nicht beschreiben, woran es lag, aber mir ging diese kleine Göre die ganze Zeit so dermaßen auf den Sack, dass ich es fast nicht aushalten konnte, den Rest des Films zu gucken. Aber immerhin: So schafft es Jaden Smith perfekt, den nörgelnden Jungen zu spielen, den er in diesem Film zu spielen hat.

Möglicherweise liegt meine Abneigung zu Smith aber auch daran, dass ich ihn als komplette Fehlbesetzung empfinde. So wie eigentlich der ganze Film eine für mich nicht zu verstehende Geschichte ist. Remake heißt doch etwas altes wieder aufleben lassen – wenn möglich mit ein paar Veränderungen. Aber „The Karate Kid“ ist noch mehr 08-15 als das Original.

Im Original von 1984 zieht der junge Daniel LaRusso mit seiner Mutter von New Jersey nach L.A. und lernt dort mit Hilfe des alten Hausmeisters Mr. Miyagi Karate. Im Remake zieht der noch viel jüngere Dre Parker mit seiner Mutter nach China. Hier wird er von Mitschülern gemobbt. Als die ihn eines Tages verfolgen und verprügeln – natürlich im besten Kung Fu – wird Dre vom Hausmeister Han (Jackie Chan) gerettet. Daraufhin kommt es zu einer Wette zwischen Han und dem Kung Fu-Lehrer der Raufbolde – und so werden Dre und Han ein Team. Han lehrt der Kong Fu, damit Dre sich gegen seinen Rivalen behaupten kann.

Kung Fu lernen durch das An- und Ausziehen einer Jacke – das tausendmal hintereinander und ihr seid auf dem besten Weg zum Kung Fu-Meister. Mit solch intelligenten Aufgaben beschäftigt Jackie Chan Jaden Smith. Damit dabei gleichzeitig auch noch die großen Wunder Chinas gezeigt werden, darf Smith alte Tempel besuchen und auf der großen Chinesischen Mauer Joggen – wofür sonst ist die denn auch da??? Die Beziehung zwischen Dre und Han entwickelt sich nur langsam, vor allem der junge Schüler kommt mit den Methoden seines Lehrers nicht so ganz klar. Leider lässt das Remake viel von der Komik zwischen Schüler und Lehrer vermissen, die im Original zu prägend war. Dabei hat man mit Jackie Chan doch eigentlich einen Schauspieler, der sich darauf versteht, Martial-Arts mit Komik zu verbinden. Aber Chan muss ohne das auskommen und trotzdem versuchen, in die Fußstapfen von Pat Morita a.k.a. „Mr Miyagi“ zu treten.

Chans Han hat – wie auch Mr. Miyagi – ein trauriges Geheimnis, allerdings hängt das die ganze Zeit unheilschwanger über der Figur des stillen Mr. Han, der anfangs wie ein Schatten an der Wand stumm durchs Bild geht. Dennoch zeigt Chan in „The Karate Kid“ deutlich, dass er gute schauspielerische Fähigkeiten hat, was aber wenig gewürdigt wird. Stattdessen darf er nur leicht vorgebeugt neben Jaden Smith her laufen und ziemlich dümmliche Yoda-Sprüche reißen: „Everything is Kung Fu“ oder „Your focus needs more focus!“. Das Ganze ist für einen echten Jackie Chan-Fan mehr als nur traurig mit anzusehen.

Aber irgendwann hat man den Großteil des Films durchgestanden – inklusive Offenbarung von Hans Geheimnis, zärtlichen Teenie-Küchen sowie kleiner Kritik an dem Leistungsdruck, dem die chinesischen Schüler ausgesetzt sind. Dann kommt das worauf eigentlich alle gewartet haben: die Wut des „Karate Kid“… oh, Verzeihung, Karate wird in diesem Film ja gar nicht gezeigt… die Wut des „Kung Fu-Kid“. Der Wettbewerb wird unheimlich schnell und vor allem unheimlich hart gezeigt. Dres Gegner sind die übelsten Schläger, die ihre Kontrahenten mit allen Mitteln zu Boden hämmern. Aber keine Sorge, Kung Fu-Kid Dre schafft es am Ende – sogar mit gebrochenem Bein. Alle jubeln, ich auch, denn der Film ist endlich vorbei. Bleibt nur die Frage, wie ich das 140 Minuten lang ausgehalten habe??? Liegt wohl vor allem an den Landschaftsaufnahmen Chinas und Jackie Chan. Jaden Smith kann mir da gänzlich gestohlen bleiben, wie eigentlich auch der gesamte Film. Wenn schon mittelmäßig, dann wenigstens ordentlich – und da reicht das Original alle Male aus.

Wertung: 4 von 10 Punkten (kein Karate, sondern Kung Fu; kein lustiger kleiner Asiate, sondern ein mürrischer Jackie Chan und dann noch ein selbstgefälliger Jaden Smith – nein Danke, ich nehme lieber das Original!)

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19 Kommentare leave one →
  1. 12. Januar 2011 08:39

    I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH! I WHIP MY HAIR BACK AND FORTH!

    • donpozuelo permalink*
      12. Januar 2011 10:45

      AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!

      Noch ein Grund mehr, die Smith-Gören zu hassen.

  2. 12. Januar 2011 11:04

    Du kannst dir gar nicht vorstellen wie sehr ich die beiden nicht mag. Aber in erster Linie schon den Jaden. Bwaaaaah.

    • donpozuelo permalink*
      12. Januar 2011 13:01

      Doch kann ich!!! Einfach nur noch mal den ersten Absatz lesen 😉 Und was seine Schwester da „Musik“ nennt, nenne ich böse, böse Gehör-Gang-Vergewaltigung.

  3. 12. Januar 2011 14:02

    Kung Fu ist ja auch VIIIIEEEELLLL cooler als Karate. NAAAT!!! 😀

    • donpozuelo permalink*
      12. Januar 2011 14:30

      Ja genauso sehr wie ein Mr. Han einen Mr. Miyagi schlägt 😉 NAAAT!!!!!

  4. christiansfoyer permalink
    12. Januar 2011 15:22

    Den ersten Absatz unterschreib ich mal, ohne den Film gesehen zu haben. Klein-Jaden hat mir in „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ bis in alle Ewigkeit gereicht. Oder zumindest so lange, wie er braucht, um vielleicht doch noch sowas wie Talent zu entwickeln. Wat die Schwester macht ist mir zum Glück dermaßen wurscht, dass ich nichtmal wusste, dass es was mit Musik zu tun hat (wie entfernt davon auch immer 😉 )

    • donpozuelo permalink*
      12. Januar 2011 15:27

      In dem Film hat er auch mitgespielt??? Gut, das ich den nie gesehen habe! Obwohl… Vielleicht hätte ich mir dann „Karate Kid“ gespart. 😉

      Ist aber schon verwunderlich, wie schnell sich ein Mensch ändern kann: In „Das Streben nach Glück“ fand ich Smith jr. ja sogar noch richtig gut.

      • christiansfoyer permalink
        12. Januar 2011 15:31

        Stimmt, da ist er sehr aushaltbar. Na ja, One Hit Wonder nennt man sowas in der Musik und schon ist die Brücke zu seiner Schwester geschlagen 😉

        • donpozuelo permalink*
          12. Januar 2011 15:41

          😀 Amen!

  5. 12. Januar 2011 17:40

    Ha! Darum konnte ich mich auch nie aufraffen das Teil zu gucken. Das Original fand ich auch ganz schön dröge, aber wenigstens kam da wenigstens noch ein Hauch von Zen rüber 😉
    Miyagi war so herrlich defensiv und dieser Milchbubi ideal für die Rolle.
    Smith jr. sieht nicht gerade wie ein Opfer aus, mehr nach Jungmacker :)) Wie kann man mit so einer Scheißfrisur in China rumlaufen? Das provoziert doch 😀

    • donpozuelo permalink*
      13. Januar 2011 10:33

      Original ist definitiv besser… und Smith sieht nicht nur aus wie Jungmacker, sondern gibt ihn auch. (Und das mit der Frisur…. naja, gehört wahrscheinlich zum Jungmacker sein dazu 😉 )

  6. 13. Januar 2011 09:07

    Wow, so viel Hass auf den Film? Ich kann mich nicht mehr so genau an das Original erinnern, aber ich empfand das Remake ziemlich angenehm, auch wenn es etwas zu lang geraten ist, das Drehbuch natürlich besser sein könnte, wieso der Junge so jung sein muss, ist auch ne Frage, etc…

    Aber ich konnt die Spielfilmzeit schon gut überstehen, gerade auch wegen Jackie Chan, der endlich mal wieder eine richtige Rolle spielen durfte. Erwartest du wirklich von einem Charakter, wie Chan ihn hier spielt, dass er direkt mit Komik ankommt und nur Blödeleien macht? Hätte er es gemacht würde der Film noch weniger funktionieren und erst -dann- wäre ich traurig Chan in so einer Rolle zu sehen. Gerade die Rolle in Rush Hour bzw. fast alle Rollen in seinen in Amerika produzierten Filmen sind traurig mit anzusehen, aber die hier auf keinen Fall.

    Und wer sagt, dass Training intelligent sein muss? Das An- und Ausziehen hatte ja auch andere Wirkungen – besonders, dass es so lange brauchte bis der kleine Junge es endlich kapiert hat, war nachvollziehbar. Insbesondere erinnert das an alte Klischees, in denen die Schüler Wäsche waschen mussten und das ihr Training war.
    Ich denk mal nicht, dass man dadurch wirklich Kung-Fu erlernen kann, aber im Film ist mir das auch ziemlich egal, da ist die Idee dahinter weitaus wichtiger 😀

    Naja, ich kann schon nachvollziehen, wenn ein Schauspieler einfach nervt, aber schade um den Film, der ist bei weitem nicht exzellent, aber auch wirklich nicht schlecht =)

    • donpozuelo permalink*
      13. Januar 2011 10:37

      Gegen Chan sage ich nicht so viel. Den fand ich auch sehr gut in seiner Rolle. Nur ist die Figur des Mr. Miyagi ja normalerweise etwas lockerer in seiner Art. Bei Chan hängt immer so eine unglaubliche Tragik über seinem Mr. Han. Ich verlange ja auch nicht viel Komik von ihm, das würde alles nur noch schlimmer machen, aber ein bisschen wäre schon nett gewesen. Zumal seine Yoda-Sprüche auch nicht wirklich helfen…

      Der Film ist nicht wirklich schlecht… so viel gebe ich zu, aber meiner Meinung nach fehlbesetzt. Aber da spricht wieder der „Hass“ auf bestimmte Personen aus mir. 😉

      • 13. Januar 2011 11:40

        Naaja, schon ein wenig Komik hätte mich glaub ich gestört ^^
        Und da ein Remake ja in großen Teilen dem Original nicht unbedingt entsprechen muss, besonders von den Charakteren her, sollte man Mr. Miyagi einfach aus der Sache heraushalten und nicht allzu viel vergleichen und jeden Film für sich sehen (auch wenn ich das auch nicht immer schaff…bsp: Departed/Infernal Affairs) 😀
        Aber hast du ja auch größtenteils, das will ich nicht bestreiten. ^^

        Hast du eigentlich ‚Pursuit for Happyness‘ gesehen? Da fand ich Jaden Smith auch nur ok, aber ist n ulkiger Junge, der doch ziemlich harmlos ist ^^

        • donpozuelo permalink*
          13. Januar 2011 12:48

          Ich weiß, was du mit den Vergleichen meinst. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu sehr auf ein 1:1-Remake fixiert war, aber so richtig zündet der Film einfach nicht für mich.

          Dass Jaden Smith vorher ja noch halbwegs in Ordnung war (halt in „Das Streben nach Glück“) hatten wir ja weiter oben schon mit christian. Aber da war er halt auch noch etwas jünger, war ja – glaube ich – auch sein erster größerer Film. Da war er wohl noch etwas schüchterner, aber in „Karate Kid“ wird er dann irgendwie unausstehbar. Wie gesagt, ich weiß selbst nicht genau, warum er mich so gestört hat 😉

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