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2010

31. Dezember 2010

Es ist mal wieder soweit! Ein Jahr geht zu Ende, ein neues kommt. Zeit also, um auch zurück zu schauen. Um zu gucken, was im Kino am meisten fasziniert oder auch am meisten genervt hat. Wie der aufmerksame Leser weiß, sträube ich mich ja grundsätzlich gegen Listen von 1 bis 10 – fällt mir einfach zu schwer, da eine Ordnung in die gesehenen Kinofilme zu stecken.

Dennoch dreht sich ja alles um die Frage, was war denn nun der beste Film des Jahres? „Inception“ dürfte da bei vielen ja in den obersten Rängen landen (bei mir natürlich auch, wenn ich eine Rangliste führen würde). Was Nolans Film meiner Meinung auch vollkommen verdient hat. Aber „Inception“ war nicht der einzige glorreiche Film in 2010. Zu meinen persönlichen Favoriten und zu meiner inoffiziellen Nummer 1 wird in diesem Jahr wohl „Scott Pilgrim vs. The World“ 😉

Überraschungshit I:

Wie gesagt, „Scott Pilgrim vs. The World“. Ich wußte vorher nur wenig über die Comics und noch weniger über den Film. Aber mit seiner genialen Machart hat mich dieser Film echt voll und ganz überzeugt. Absolut schräg, absolut abgefahren und jetzt schon absolut kultig.

Warum wurden sie nicht beachtet?

Einer der am wenigsten gewürdigten Filme in diesem Jahr ist für mich eindeutig „The Road“. Klar sind Literaur-Verfilmungen immer schwierig, aber „The Road“ setzt das Buch ganz gut um. Eine realistische Darstellung vom Ende der Welt und eine mitreißende Vater-Sohn-Geschichte.

In diese Kategorie gehört auch in diesem Jahr auch ganz klar Roman Polanskis „The Ghostwriter“. Wurde ja auf der Berlinale ausgezeichnet. Polanski liefert einen schnörkellosen, aber durchaus spannenden Thriller mit einem klasse Ewan McGregor und einem fiesen Pierce Brosnan.

Fiesestes Filmfiasko:

Ohne Zweifel: „The Last Airbender“. Eigentlich hätte man es ja wissen müssen – zumindest als Fan der Serie, aber man hofft und hofft und hofft. M. Night Shymalan hat dafür ja schon einen gepfefferten Brief von mir bekommen. Sein Avatar ist echt unter aller Sau gewesen. Man sollte die ganze Reihe einfach absagen und so tun, als wäre das Ganze nie passiert. Klassische Verdrängung!!!

Mein erstes Mal!

In diesem Jahr waren es sogar zwei erste Male: Berlinale und Fantasy Filmfest – dem Umzug nach Berlin sei Dank!!! 😉 Beim Berlinale war ich etwas häufiger als beim FFF, da hat mir aber besonders „The Loved Ones“ hervorragend gefallen. Gruseliger, abgefuckter Scheiß, der hervorragend mit den üblichen Horror-Film-Klischees spielt.

Visuelles Highlight!

Letztes Jahr war das noch einfach. Da war es Camerons „Avatar“. Mittlerweile wird man ja mit 3D nur so beschossen. Wenn ich aber wählen müsste, dann würde ich mich wohl für Zack Snyders „The Legend of the Guardians“ entscheiden. Immerhin der erste Film mit Eulen in 3D. Sah schon ziemlich cool aus.

Hätte ich doch lieber nicht geguckt!

In diese Kategorie gehört für mich ganz klar (und ich weiß, einige werden mich lynchen) „Machete“. Meine Erwartungen waren so hoch und wurden dann so schwer enttäuscht. Das war trashigster Trash, der mich leider aber nicht wirklich fesseln konnte.

Zu „Machete“ gesellen sich dann noch die „Männer, die auf Ziegen starren“. Der Trailer wirkte überzeugend, der Film leider überhaupt nicht. Die Hauptaussage des Buches geht komplett unter, weswegen der Film einfach zusammenhangslos wirkt. Spacey, Clooney und McGregor können daran leider auch nichts ändern.

Überraschungshit II:

Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, aber einem Mann 90 Minuten dabei zu zu sehen, wie er lebendig begraben ist und versucht, sich zu retten, war doch furchtbar spannend. Das spanische Kino-Experiment „Buried“ mit Ryan Reynolds kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Trickreich:

Viele Animationsfilme habe ich mir in diesem Jahr nicht angesehen. Disneys „Rapunzel“ war so lala, Zack Snyders Eulen-Film war auch eher ein optisches Highlight und auch sonst fand ich es eher mau in diesem Bereich. Aber zum Glück habe ich es in diesem Jahr geschafft, „Summer Wars“ zu gucken. Der Anime über eine schräge Familie, die im virtuellen Land „OZ“ um die Freiheit der gesamten Welt kämpft, war schon ein richtig unterhaltsamer Streifen.

Comeback des Jahres:

Nach seinem Erfolg mit „Gone Baby Gone“ war es um Ben Affleck (den ich nie so richtig mochte) ruhig geworden. Die Anspannung war enorm: Wie würde seine nächste Regie-Arbeit wohl werden? Tja, sie wurde ein grandioser Erfolg und zeigte Affleck erstmals auch wieder in einer guten Hauptrolle. „The Town“ ist ebenfalls einer der besten Filme des Jahres – gelungene Story mit großartigen Schauspielern: eine fesselnde und spannende Mischung.

Hochgelobt und dann doch enttäuschend:

The American“ – Fotograf macht einen auf Regisseur, schickt einen schweigsamen George Clooney nach Italien und lässt ihn dort versauern. Der Zuschauer versauert mit und fragt sich am Ende, worum es nun eigentlich wirklich ging. Es gab zwar tolle Bilder, aber die Geschichte entwickelt sich extrem langsam. Außerdem hatte Mr. Cool ein Schmetterlingstattoo zwischen den Schultern… Hallo? Was sollte das denn??? Dann doch lieber „Up in the Air“ – der war genau passend für Clooney.

Und so endet der Jahresrückblick. Bleibt uns nur der Blick in die Zukunft und die Hoffnung auf viele weitere gute Filme. Guten Rutsch ins Neue Jahr 2011.

10 Kommentare leave one →
  1. 31. Dezember 2010 10:02

    Dir ebenso einen guten Rutsch! Ich für meinen Teil habe dieses Jahr zu wenige aktuelle Filme gesehen, weshalb ich mir einen Jahresrückblick sparen kann…

    • donpozuelo permalink*
      31. Dezember 2010 13:47

      Ebenso… 😀 Bis zum nächsten Jahr 😉

  2. 31. Dezember 2010 13:32

    Ja, komm gut ins neue Jahr!
    Machete steht bei mir natürlich weiter oben im Kurs, die Diskussion hatten wir ja bereits ;-), The Town, Ghostwriter und The Road hätte ich auch noch gerne gesehen, aber die Zeit ließ das leider nicht zu.

    • donpozuelo permalink*
      31. Dezember 2010 13:48

      Die DVDs sind ja sicherlich nicht mehr weit entfernt, dann kann man das schnell nachholen 😉

  3. 31. Dezember 2010 14:48

    Bei „Scott Pilgrim“ und „Last Airbender“ stimm ich mit dir absolut überein. Aber „Man who stares at Goats“ war schon allein durch die vielen Star Wars Anspielungen Genial. In dem Sinne Guten Rutsch!

    • donpozuelo permalink*
      1. Januar 2011 17:44

      Danke für die Zustimmung 😀

      Aber bei den Ziegen-Starrern bleibe ich hart – da empfiehlt sich doch eher das Buch. Das ist dann auch voll mit Star Wars Anspielungen, macht aber etwas mehr Sinn als der Film.

  4. 31. Dezember 2010 16:41

    Auch dir einen guten Rutsch ^^
    Aber in Zukunft bitte nichts gegen THE AMERICAN, UP IN THE AIR passt vielleicht etwas besser zu Clooney, nichtsdestotrotz empfand ich ersteren Film mit der Zeit sogar besser als zweitgenannten.
    Naja, der hat ja eh viele verärgert, der AMERICAN. 😀

    Ich hab mit meinem Jahresrückblick noch gar nicht angefangen, hm…

    • donpozuelo permalink*
      1. Januar 2011 17:44

      Ok. In Zukunft werde ich nichts mehr zu „The American“ sagen 😉
      Es sei denn, er taucht bei deinem Jahresrückblick auf…

  5. Dr. Borstel permalink
    31. Dezember 2010 17:33

    „The Road“ und „The Ghostwriter“ gehören allerdings in einen solchen Jahresrückblick. Zum letzteren habe ich zwar nichts geschrieben, mit seiner im Grunde simplen Machart, die ohne große Effekte und sonstige Spielereien auskommt und trotzdem einiges an Spannung erzeugt, hat er mich jedenfalls mehr überzeugt als „Inception“. Auch bei „Men Who Stare at Goats“ kann ich dir nicht widersprechen; für mich neben „Alice“ mit die Enttäuschung des Jahres. Alles in allem doch ein durchwachsenes Jahr, hoffentlich wird das nächste besser. Zumindest wünsche ich dir das, und nicht nur in filmischer Hinsicht – guten Rutsch! 😀

    • donpozuelo permalink*
      1. Januar 2011 17:46

      Stimmt, „Alice“ habe ich ganz vergessen, allerdings habe ich den auch nicht im Kino gesehen – zum Glück. „Ghostwriter“ wird tatsächlich oft vergessen, dabei ist es ein wirklich klasse Film.

      Naja, schauen wir mal, was das nächste Jahr so bringt…. 😉

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