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Kapitän Spatz und seine Abenteuer

24. November 2010

Am Wochenende lief ja „Fluch der Karibik“ im Fernsehen und obwohl ich ja seit Teil 2 und 3 kein großer Freund dieser Reihe bin, habe ich mir den ersten Teil trotzdem noch einmal angeschaut. Und ich bleibe dabei, der erste Teil gefällt mir von allen Teilen immer noch am besten.

Allerdings kam in mir die gleiche Frage auf, wie schon damals als ich den Film im Kino gesehen habe: Warum ist „Fluch der Karibik“ nicht mehr wie „Monkey Island“?

Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich ein großer Verehrer der „Monkey Island“-Reihe bin. Die ersten beiden Spiele habe ich unzählige Male gespielt und konnte mich immer wieder über diesen für manche sicher grenzwertigen Humor kaputt lachen. Und eben weil ich die Spiele so genial fand, dachte ich beim Erscheinen von „Fluch der Karibik“, dass hier so etwas ähnliches entstehen könnte. Immerhin zeigten die Trailer einen merkwürdig-schrägen Piraten und eine Menge Geister-Piraten.

Aber leider wurde „Fluch der Karibik“ nicht das, was ich erhofft hatte. Statt Guybrush Threepwood ist da plötzlich dieser Jack Sparrow – und der ist schon voll ausgebildeter Pirat. Sparrow will sein Schiff zurück, das seine Crew gemeutert hat, um den verfluchten Schatz von Hernan Cortes selbst zu bergen. Aber der Fluch macht sie zu Untoten, und um den Fluch zu beheben, müssen sie alle Teile des Schatzes wieder an ihren Bestimmungsort bringen. Um an das letzte Stück zu kommen, entführen die untoten Piraten um LeChuck… oh Verzeihung, Barbossa die junge Elizabeth. Der junge Schmied Will will (;)) das verhindern und geht mit Sparrow auf Verfolgungsjagd.

Jetzt mal ganz ehrlich, mit ein paar Veränderungen in der Story hier und da HÄTTE das doch eine perfekte „Monkey Island“-Geschichte sein können. Die Geschichte um einen verfluchten Schatz passt doch schon mal herrlich dazu und dann ist da auch noch ein untoter Piratenkapitän. Perfekt!!! Den Will hätte man weglassen können. Ich muss sowieso sagen, dass mir Orlando Bloom eher als langhaariger Legolas im Gedächtnis bleibt, statt als Möchtegern-Pirat. Und aus Captain Jack Sparrow hätte man einfach den guten Guybrush machen können. Johnny Depp beweist mit „Fluch der Karibik“ doch sein blödelhaftes Können, einen mehr als nur skurrilen Charakter auf die Leinwand zu bringen. Die Mischung zwischen Tunte und Action-Superheld, zwischen Verräter und armem Opfer ist ihm wie auf den Leib geschrieben. Hier kann sich Depp wirklich herrlich auslassen, dumme Sprüche reißen und den Säbel schwingen. Das ist doch alles wunderbar – die Action bei „Fluch der Karibik“ stimmt, die Geschichte für einen Sommer-Blockbuster vollkommen in Ordnung… aber wenn man jetzt überlegt: Johnny Depp bei einem Beleidigungsduell und ich hätte wahrscheinlich Tränen gelacht.

Erinnern wir uns kurz: In „Monkey Island“ kommt es nicht darauf an, wie gut ein Mann am Säbel ist, sondern wie schlagfertig er mit seinen Kommentaren ist. Dabei war es wichtig, auf die bissigen Kommentare der Gegner eine noch bissigere Antwort parat zu haben: „Meine Narbe im Gesicht stammt aus einem harten Kampf.“ Antwort: „ Also mal wieder in der Nase gebohrt, wie?“. In späteren Teilen musste dann noch gereimt werden, aber so weit würde ich es ja nicht treiben wollen 😉

Mit „Monkey Island“ im Hinterkopf hätten „Fluch der Karibik“ nicht nur die Wiederbelebung des Piratenfilms bedeutet – nein – man hätte auch eine der absurdesten Filmreihen überhaupt erschaffen können. Zumindest aber wäre es eine richtige Trilgoie geworden. Teil Eins von „Fluch der Karibik“ kann doch sehr gut für sich allein stehen, während erst Teil 2 und 3 durch einen Cliffhanger gebunden wurden und somit zwangsläufig eine „Fluch der Karbik“-Trilogie draus wurde. Mit „Monkey Island“ wäre das nie passiert.

Aus diesem Grund bleibe ich lieber bei den Pixel-Piraten, spucke mit anderen um die Wette, versuche Elaine zu heiraten und mal wieder irgendwas von Stan zu kaufen. „Fluch der Karibik“ ist ein lustiger Film – das perfekte Beispiel für Popcorn-Blockbuster-Kino. In „Monkey Island“-Verpackung wäre es aber sicherlich ein Kultfilm geworden. (Natürlich hätte das auch in die Hose gehen können, weswegen ich vielleicht nicht zu viel meckern sollte 🙂 )

Wertung: 8 von 10 Punkten (gute Unterhaltung mit einem bestens aufgelegten Johnny Depp – alles andere ist da auch egal)

34 Kommentare leave one →
  1. 24. November 2010 10:34

    Ich mag beides sehr: Die Filme und das inoffizielle Vorbild (welches ja wiederum auf der Disney-Attraktion basiert). Mir machen die Filme dennoch sehr großen Spaß (nun gut, Teil 3 mit Abstrichen), wenngleich ich einen echten „Monkey Island“-Film dennoch bevorzugt hätte.

    • donpozuelo permalink*
      24. November 2010 11:01

      Dafür dass die Filme auf einer Disney-Attraktion basieren, ist es schon eine „gelungene Umsetzung“, falls man das so nennen darf. Ich hoffe trotzdem immer noch, dass irgendwann mal auch „Monkey Island“ einen würdigen Filmemacher findet…

  2. 24. November 2010 16:39

    JAAA MONKEY ISLAND MOVIE *___*. Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Franchisen stammen ja daher, dass beide auf der Disneyworld-Attraktion „Pirates of the Carribean“ beruhen.

    P.S. hab ich dir schon gesagt dass du einen ausgezeichneten Geschmack hast ^^?

    P.S.P.S kennst du denn hier?: http://www.youtube.com/watch?v=_unbVaCe8a4

    • donpozuelo permalink*
      24. November 2010 16:48

      😀 😀 😀

      Hast du bestimmt, aber ich hör es immer wieder gerne!!! (Beziehst du das jetzt auf Filme, Monkey Island oder beides????)

      Und der Trailer ist ja witzig. Och Mann, allein wenn ich schon die Monkey Island-Musik höre, bekomme ich wieder Lust zu spielen.

      • 24. November 2010 17:05

        Ich glaube beides XD

        • donpozuelo permalink*
          24. November 2010 17:39

          😀 Danke!!!! 😀

          Wir sollten ein Forum bilden – für einen Monkey Island-Film. Von Fans für Fans. Aber mit Johnny Depp. 😉

  3. 24. November 2010 18:56

    Meiner Meinung nach der bester Film der Trilogie. Alles wirkt frisch, Depp und Rush sind ihren Rollen einfach nur großartig (wobei Depp natürlich die Nase vorn hat) gepaart mit unglaublich prägender Hans-Zimmer-Musik. Einfach nur toll. ^^

    • donpozuelo permalink*
      24. November 2010 22:04

      Ich hoffe ja, dass Teil 4 irgendwie da ansetzen wird. Mit neuen Charakteren und neuer Story, die mal wieder etwas weg von den anderen Teilen geht. Von daher werde ich dem eine Chance geben.

  4. graval permalink
    24. November 2010 21:43

    Die Pirates-Filme sind irgendwo nach Star Wars und Batman meine Lieblingsfilme (also was Reihen angeht… ;)). Da kann es noch so sinnfrei sein, solang es reichlich Popcorn-Kino mit lustigen Figuren und coolen Fights gibt – I’m happy! :mrgreen:

    • donpozuelo permalink*
      24. November 2010 22:07

      Sinnfrei finde ich auch manchmal sehr angenehm. Vielleicht kommt Teil 4 da ja wieder etwas mehr hin – jetzt wo alles andere Story-technisch erzählt worden ist.

      • graval permalink
        25. November 2010 18:03

        Nun, sicher sinnfrei im positiven Sinn. Wie bei Scott Pilgrim. Aber mit deutlich mehr Hang zur Realitätsnähe. Auf Teil 4 freue ich mich sowieso schon riesig, zudem kommt der vermutlich ja an meinem 18. in die Kinos. Inklusive Vorpremieren-Vorlaufszeit 😉 Mein nächstes Kinohighlight. \o/

        • donpozuelo permalink*
          25. November 2010 18:26

          Ja, Teil 4 erwarte ich auch schon mit etwas Spannung. Und Vergleiche zwischen Scott Pilgrim und Fluch der Karibik find ich schwierig. Da hat mir Scotty wesentlich mehr Freude bereitet und war für mich etwas sinnfreier (natürlich im positiven Sinne). Außerdem hatte Scott Pilgrim mehr Sogkraft… da wollte ich gar nicht, dass der Film aufhört.

      • graval permalink
        25. November 2010 19:13

        Ja klar ist ein Unterschied schwierig. Pirates versucht ja auch ein breiteres Publikum zu erreichen und braucht doch noch Logik im Plot 😉 Was bei Scott Pilgrim ja nicht wirklich ein wichtiger Punkt war. 😛

  5. Dr. Borstel permalink
    24. November 2010 22:42

    Ist das jetzt doof, wenn ich zugebe, dass ich keine Ahnung habe, was „Monkey Island“ ist? 😀 Aber ja, den Film mag ich wohl auch am Liebsten, was die Reihe angeht.

    • 24. November 2010 22:51

      Nur wenn du in den 90ern noch keine Computerspiele, geschweige denn Adventures gespielt hast. 🙂 Mach den Test: Erinnerst du dich an den dreiköpfigen Affen? Nicht? Dann ist Monkey Island komplett an dir vorbeigezogen. ^^

      • donpozuelo permalink*
        25. November 2010 10:12

        Gibt’s sowas??? Kein Monkey Island-Vorwissen???? Tut mir leid. Für den Auffrischungskurs schau einfach bei Maloney vorbei. Da wirst du auf den neuesten Stand gebracht… und wer weiß, vielleicht kommst du dann auch in den illustren CLub der Monkey Island-Liebhaber 😉

  6. 25. November 2010 08:33

    Scheisse. Du hast mir gerade einen Mindfuck eingepflanzt. Jetzt sehe ich nur noch Parallelen zwischen Monkey Isalnd und Pirates. 🙂
    Wäre mir vorher nie aufgefallen.

    • donpozuelo permalink*
      25. November 2010 10:13

      Mindfuck klingt ja böse…. fast so als hätte ich deine Gedanken unsittlich berührt 😉
      Das wollte ich natürlich nicht, aber solltest du dich je dabei erwischen, wie du FLuch der Karibik guckst und dabei „REDE MIT…“ drücken willst, dann sag Bescheid und ich empfehle dir einen guten Therapeuten 😉

  7. 25. November 2010 14:46

    Mir gefallen ja alle drei PofC Filme gleich (sehr) gut. Es geht ja im Grunde eh nur um Johnny Depp – und der hätte hier einfach Oscars für kriegen müssen.
    Außerdem hat er das tuntige ja erst in die Rolle reingebracht (und dadurch unvergesslich, oder?), wofür es aus dem Disney Lager vorab große Kritik gab…

    BTW: Hat Monkey Island 2 nicht auch so eine Art Cliffhanger?

    • 25. November 2010 15:26

      Cliffhanger nicht direkt. Da Monkey Island 2 das Ron Gilberts letzer Piratenstreich war und er die Reihe eigentlich abschliessen wollte, machte er LeChuck kurzerhand zu Guybrsuhs Bruder und beide zu Kindern, die sich einem Freizeitpark verirrt hatten und die ganzen Ereignisse in den in beiden Games nur ausgedacht haben, dies wird aber wiederlegt als man am Ende „Chuckies“ Augen hardcorevoodoomässig auffunkeln sieht und Elaine sich weit weg die Fraqge stellt ob Guybrush nicht von LeChuck verhext worden ist. In Monkey Island 3 wird das dann auch bestätigt, wobei dies ja nicht mehr in Zusammenarbeit mit Ron Gilbert erschaffen wurde, deshalb Streiten sich die Geister auch heute noch über das Ende von Monkey Island 2

      • donpozuelo permalink*
        25. November 2010 17:34

        Tja, ich sag’s ja: Maloney unser Monkey-Island-Experte… besser hätte ich es nicht erklären können 😀

  8. 25. November 2010 20:22

    😀

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