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Hijo de puta

10. November 2010

Die Entstehungsgeschichte von „Machete“ können wir jetzt mittlerweile runterbeten: Rodriguez und Tarantino machen „Grindhouse“, darin auch ein Fake-Trailer, von dem alle denken: „Wow, wie cool ist das denn!!!“. Rodriguez hört das, sagt sich das auch und voila – ein paar Jährchen später ist aus dem Fake ein echter Film geworden – und in der Hauptrolle: Danny „Fucking“ Trejo.

Danny Trejo ist für mich die mexikanische Antwort auf Christopher Walken. Eine Charakterschädel, der in gefühlten tausend und drei Filmen mitgespielt hat. Ein Typ, der nicht viel sagt und trotzdem mehr als nur präsent ist. Eine Fresse, die man unter tausenden wieder erkennen würde – ohne sich anfangs so richtig an den Namen zu erinnern. Und nun hat sich Robert Rodriguez seiner erbarmt und ihm eine Hauptrolle geschenkt.

Als „Machete“ wird Trejo Spielball in einem verzwickten Spiel: Er soll einen fiesen Senator (Robert DeNiro) umbringen, der sich dafür einsetzt, die Mexikaner aus Texas zu vertreiben. Doch das Ganze geht nach hinten los und Machete wird zum Gejagten. Zum Glück ist da noch eine Polizistin, die die Seiten wechselt (Jessica Alba) und die Anführerin einer Untergrundbewegung (Michelle Rodriguez) – und schnell wird aus dem Gejagten ein Jäger.

Trash pur, nackte Haut und viel Gewalt wurde versprochen – ganz im Sinne von „Planet Terror“ sollte „Machete“ auch eine nette Hommage an die B-Movies der 80er werden. Bei „Planet Terror“ hatte Rodriguez schon bewiesen, dass er Trash zu einem durchaus unterhaltsamen Filmchen zusammen mischen kann: ein paar alte Klischees, eine abstruse Geschichte und ein Haufen bekannter Namen sorgten für ordentlich Lacher, viel Kunstblut und Gedärme und einen herrlich blöde Zombie-Verarsche.

Ich weiß nicht, ob es nur an mir liegt, meinen zu hohen Erwartungen oder weil es wirklich stimmt, was ich jetzt schreibe: „Machete“ funktioniert als Trailer einwandfrei, als Film aber nicht.

Da wäre zum einen dieses Gerede von überzogener Gewalt: Zugegeben, „Machete“ hat ein paar witzig-spritzige Ideen (wie etwa ein Sprung aus dem Fenster an den Gedärmen eines Feindes), aber irgendwann gehen Rodriguez da die Ideen aus, schnell ist das „Pulver“ verschossen und das war’s. Es kommen die üblichen Schießereien, abgehackte Gliedmaßen und ordentlich Blutfontänen – zwar auf eine Weise schön trashig, auf der anderen Seite irgendwann auch nicht mehr.

Dann wären da die Schauspieler: Fangen wir bei Trejo an. Und es sollte mal gesagt werden: Er hätte es bleiben lassen sollen. Nur weil er schon zig Nebenrollen gespielt hat, qualifiziert er sich noch nicht für eine Hauptrolle. Trejos „Machete“ wirkt etwas unbeholfen und hölzern. Seine plumpen Sprüche („Machete don’t text“) füllen eine Hauptrolle einfach nicht aus und Trejo kann nur verzweifelt versuchen, den Film zu tragen. Zum Glück gibt es da ja noch andere – aber auch hier muss ich Abstriche machen. Alle reden von den tollen Frauen, den geilen Frauen, die hier wilden Sex ausstrahlen, um uns Männern noch mehr den Verstand zu verdrehen. Aber ganz ehrlich: Die Einzige, die wirklich Ausstrahlung hat, ist Michelle Rodriguez. Ihre Luz ist wirklich ein absolutes Vollweib. Jessica Alba wird wohl nur in Erinnerung bleiben, wenn die zahlreichen Screen-Shots ihrer Duschszene das Internet überschwemmen werden und Lindsey Lohan als drogenabhängiges Luder spielt einfach nur sich selbst.

Kritik an der „Story“ muss nicht geübt werden. Erstaunlicherweise ist sie sogar halbwegs gut, auch wenn große Wendungen nicht zu erwarten sind. Immerhin schafft es Rodriguez tatsächlich irgendwie die Thematik illegaler Einwanderer ein wenig zynisch auf die Schippe zu nehmen. Zwar darf man nicht zu viel Kritik erwarten, aber die gestellten Werbespots treffen ins Blaue. Rodriguez versteht es zwar, trashig zu sein, aber dabei leider wenig originell. Es gibt einige gute Lacher, aber nicht genügend, um mich wirklich voll von diesem Film zu überzeugen.

Damit bleibt nur noch eins zu sagen: „Machete“ ist wieder eins dieser Beispiele, bei denen der Trailer besser ist als der Film. Und wenn ich guten Trash sehen will, wenn ich lachen will bei blutigen Szenen und wenn ich blöde Sprüche hören will, die auch wirklich funktionieren, dann nehme ich doch lieber Mr. Smith aus „Shoot ‘Em Up“ anstatt „Machete“.

Wertung: 5 von 10 Punkten (CABRON, dieser Film hat zwar ein paar gute Ideen, schläft aber irgendwann etwas ein – Trejo sollte bei den fiesen Nebenrollen bleiben, die kann er einfach besser)

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23 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    10. November 2010 09:38

    ALTER! Der Film geht voll ab und da kann man genauso wenig wie bei Tank Girl oder Punisher: Warzone normale Maßstäbe anlegen. Es ist Trash und war auch so konzipiert. Alle Figuren sind ausnahmslos ohne Gnade total überzeichnet und das ist einfach mal geil! Dazu all die Leinwandgötter der 80er und 90er Jahre wie Don Johnson und Steven Seagal, die beide als Bösewichte herhalten.. Dazu Robert DeNiro als Fiesling und all diese Typen, die man aus verschiedensten Serien, die alle für sich geil waren, wie der Mensch der den mexikanischen Priester spielt oder der Killer. Dazu haufenweise geile Weiber! Sauber! Sag ich dazu nur.. Dazu kommt übrigens ein übertrieben krassen Finale an dessen Schluss Steven Seagal als mexikanischer Drogenboss mit Katana und Tanto gegen Machete mit zwei Macheten antritt und bei solchen Szenen hat ein Film mein Herz dann endgültig gewonnen ^^

    Man merkt es vielleicht: Ich geb dem Film locker seine 10 von 10 auf der B-Movie-Skala! Und eine eindeutige Empfehlung ihn im O-Ton zu gucken, denn die deutsche Syncro wirkt einfach nicht so gut..

    Grüße, Luzifel..

    PS: Wenn man die normale Skala anlegt, kommt das Ergebnis des Dons durchaus hin, aber damit würdigt man diesen Film herab der es verdient als edelster Trash herauszustechen 😉

    • donpozuelo permalink*
      10. November 2010 11:45

      Na, komm!!! Du weißt schon, dass ich mir so ziemlich jeden Schrott angucke. 😉 Aber man muss zwischen Trash und Trash unterscheiden. Das eine ist überzeichnet, aber gut konzipiert, das andere ist überzeichnet, aber ohne ein klar erkennbares, gutes Konzept. In die erste Kategorie gehören zweifelsohne „Tank Girl“ und „Punisher Warzone“ (den ich ja mehr als nur gut finde), aber „Machete“ gehört eindeutig in die zweite Kategorie.

      Klar sind die Figuren überzeichnet, aber ohne wirkliche Persönlichkeit. Steven Segal ist nur noch eine Witzfigur: alt und fett geworden. 😮

      Den mexikanischen Priester gebe ich dir – der ist wirklich sehr, sehr kultig. Aber der Endkampf – das sah mir dann doch schon ein wenig zu peinlich aus: zwei alte Säcke versuchen sich mit coolen Moves gegenseitig fertig zu machen. Und dann noch Segals merkwürdiger Abgang…

      Sorry, mein Freund, aber selbst wenn ich eine B-Movie-Skala hätte würde ich bei 5 Punkten bleiben. Dieser Film macht zwar viele lustige Sachen, aber irgendwie ohne Herz.

  2. 10. November 2010 16:33

    Es soll ja gerade auch toll und witzig sein, dass der lahme Trejo so hölzern rüberkommen soll. Jedenfalls glaub ich das. Und es funktioniert einfach gar nichts.

    Und ,,Punisher: War Zone“ ist tatsächlich in einer anderen (besseren) Welt als ,,Machete“.

    • donpozuelo permalink*
      10. November 2010 16:37

      Tja, entweder sind wir zu weit von der Welt von „Machete“ entfernt oder ich weiß auch nicht… Mir ist zwar auch klar, dass vieles in dem Film gewollt ist, aber es funktioniert auch für meinen Geschmack nicht.

      Achja… „Punisher Warzone“… der war noch wirklich gut: Ich erinnere mich noch gerne an „Can I axe you a question?“ und die Axt fährt nieder. Der Film war brutal und trotzdem gut.

      • 10. November 2010 17:48

        Die Schießeinlagen fand ich super, genau so die comichafte Atmosphäre. Das ist so ein Film, der eigentlich schlecht ist, dem man aber dennoch viele Punkte geben will, da er die ganze Zeit über einfach trotzdem irgendwie zu unterhalten weiß. ^^

        • donpozuelo permalink*
          10. November 2010 18:04

          Jaja, ich hab grade mal geguckt: Der Punisher hat von mir tatsächlich 8 von 10 Punkten bekommen.
          Da muss ich aber auch echt sagen, dass der sehr werkgetreu ist. Immerhin hatte ich die Comics von nem Freund gelesen und dann den Film gesehen. Und da gehört Punisher Warzone echt zu den guten Comic-Verfilmungen. Aber moment… ging es nicht noch um „Machete“??? 😉

  3. Dona Pozole permalink
    10. November 2010 18:27

    Oh Nein – er ist sooooooooooo schlecht??? Dann spar ich mir das Kinogeld für …. H … Ha… Hatschi! (ich schreib den Titel besser nicht in einen Machete-Kommi, sonst sagt man mir noch Schizophreni nach)
    🙂

    Bestes!

    • donpozuelo permalink*
      10. November 2010 22:37

      Naja… sagen wir mal so: Der Film ist Geschmackssache (siehst du ja an Luzifels Kommentar 😉 ), aber mir hat er tatsächlich nicht gefallen. Worüber ich am Ende des Films richtig enttäuscht war, hatte ich mich doch so doll gefreut.

      Tja, kann man nix machen…

  4. Dr. Borstel permalink
    12. November 2010 21:52

    Ja, das ist ungefähr das, was ich erwarte. 😉

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2010 13:44

      😉 wenigstens eine Erwartung, die erfüllt wurde.

  5. 12. November 2010 22:34

    Jaja, ich habe schon sehr früh gemerkt, dass meine euphorische Meinung am Ende ziemlich alleine da stehen wird. Ich kenne nicht viele B-Movies und daher fand ich „Machete“ 1. originell und 2. stelle ich mir so Trash einfach vor. Bei mir hat Rodriguez eben voll ins Schwarze getroffen, schade dass es bei dir nicht auch so war…

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2010 13:43

      Naja, geht die Welt ja nicht von unter. Wäre mir zwar auch lieber gewesen, wenn der Film micht total vom Stuhl gerissen hätte, aber was soll’s… und du bist ja nicht der einzige, der dem Film eine volle Punktzahl geben würde (siehe Luzifel) 😉

  6. 13. November 2010 21:27

    fand ihn genial. hab auch unerwartet oft laut gelacht 😀

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2010 13:59

      willkommen 🙂

      Tja, im Kino habe ich auch gedacht, ich gehöre zu der Minderheit der Nicht-Lachenden. Aber naja, man kann ja nicht alles haben.

  7. 2. Mai 2011 19:42

    So hab mir heute auch mal DVD gekauft und angesehen und ich muss sagen, Machete ist eine der besten Komödien die ich seit langen gesehen habe, jap Machete ist eine Komödie eines Actionfilms oder eines Pornos da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Wenn man schon am Anfang des Films animiertes bBut spritzen sieht, weiss man dass der Film nicht ganz ernst gemeint ist aber DAS?…und was die nackte Haut angeht, die sieht man auch nur spärlich und bei denen man es sehen will ist auch nichts grosses zu sehen (Jessica Alba drehte die Duschszene mi hautfarbener unterwäsche! ). Ein Highlight bietet der Film aber auf alle Fälle, Robert DeNiro hat bewiesen, dass er durchaus Talent zum Komiker hat. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      3. Mai 2011 07:45

      Ist jetzt auch schon ein bisschen her, dass ich den Film gesehen habe. Als ich ins Kino gegangen bin, hatte ich ganz krasses Kino erwartet, aber nicht das, was „Machete“ dann eigentlich ist.

      Vielleicht würde eine zweite Sichtung mein Bild von „Machete“ etwas beeinflussen, weil ich jetzt genauer weiß, auf was ich mich da einlasse. Aber im Moment sehe ich das noch nicht kommen 😉

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