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Go, Go, Power Ranger!!!

1. November 2010

Er hat wirklich gute Musik gemacht. Er hat den modernen Tanz maßgeblich beeinflusst und seine Videos sind auch heute noch absolut genial. Aber was er sich bei seinem Ausflug in die Welt des Films gedacht hat, weiß wohl niemand so genau. Zumal man sich tatsächlich fragen muss, ob dieser Film überhaupt als richtiger Film bezeichnet werden darf. Eigentlich ist es eher eine wilde Aneinanderreihung von aberwitzigen Ideen, Musikvideos und dem vielleicht albernsten Kurzfilm überhaupt.

Die Rede ist von „Michael Jackson: Moonwalker“ oder auch einfach nur „Moonwalker“. Die erste halbe Stunde besteht aus einer Montage von Konzerten – alles nett unterlegt mit Jacksons „Man in the Mirror“. Dann folgt der erste (und vielleicht auch einzige) Höhepunkt des gesamten Films: eine Parodie auf „Bad“ – aufgeführt von kleinen Kindern. Danach wird Jacksons Traumata vom ewigen Verfolgt-Werden verarbeitet: Paparazzi und Fans jagen als skurrile Knetfiguren den armen Jacko, der sich irgendwann selbst in ein Hasenkostüm steckt und selbst zur Knetfigur wird. Es folgt eine Art „Roadrunner“-Kurzfilm, der dann schließlich den eigentlich Film einleitet: Jacko und drei Waisenkinder erfahren von dem fiesen Plan von Mr. Big (Joe Pesci). Der will nämlich alle Kinder drogenabhängig machen. Aber mit Hilfe von einem Wunschstern wird Jacko erst zum Transformer, dann zu einer Art Power-Ranger-Super-Roboter und schließlich wieder ein Transformer.

Ich mag Jacksons Musik ganz gerne, aber „Moonwalker“ ist etwas, dass man irgendwie nicht einmal ansatzweise verstehen kann. Bei all den Geschichten über Jackson – seine eigene Kindheit, sein Verhältnis zu Kindern und die Gerüchte über ihn – kann man viel in „Moonwalker“ rein interpretieren. Jacko präsentiert sich in diesem merkwürdigen, absolut bescheuerten Film als der große Erlöser der Kinder. Sie fühlen sich nur bei ihm wohl und er tut alles, was er kann, um sie zu beschützen. Aber ich will jetzt nichts in diesen Film reindichten. Dafür hat mir dieser Film auch gar keinen Grund gegeben, denn schließlich bin ich mir immer noch nicht sicher, ob man „Moonwalker“ als Film bezeichnen darf.

Es fehlt an einer wirklichen Struktur. Vielmehr wird das Ganze eine weitere Plattform, um Jackos Songs zu präsentieren. Dabei steht „Smooth Criminal“ im Zentrum, aber selbst das macht in der Geschichte um Mr. Big wenig, bis gar keinen Sinn. Apropos Mr. Big: Der Typ macht noch weniger Sinn, und eigentlich habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was Joe Pesci dazu gebracht hat, in diesem „Film“ aufzutauchen. Weder seine Figur noch der Retter Jacko besitzen überhaupt so etwas wie Charakter oder gar Tiefe. Das ganze Stück wirkt wie von einem Kind geschrieben, von einem Kind gedreht (was dann vielleicht doch wieder etwas über diesen „Film“ aussagt): die albernen Effekte, die Verwandlungen, der simple Plot. Ohne jegliche Überraschungen oder Herausforderung.

Aber wenigstens funktioniert seine Musik noch soweit, dass man mit dem Fuß mit wippt. Vielleicht sollte man „Moonwalker“ einfach vergessen – es waren eh nicht seine schauspielerischen Fähigkeiten, die wir an Michael Jackson schätzten. Es ist und bleibt die Musik.

Wertung: 2 von 10 Punkten (absolut albern- höchstwahrscheinlich ein Versuch, Michael Jackson auch übers Kino zu vermarkten)

8 Kommentare leave one →
  1. 1. November 2010 15:30

    Ich bin ja auch kein großer Michael-Jacksons-Musik-Fan, aber von dem Film kenne ich Ausschnitte, die ich vergessen wollte. Zudem war dieser als „Munmentalfilm“ „The Jacksons“ schon zu viel des Guten 🙂

    • donpozuelo permalink*
      1. November 2010 15:36

      Ob Fan oder nicht Fan spielt bei diesem Film eigentlich keine Rolle, man sollte einfach einen großen Bogen drum machen. 😉

  2. Dr. Borstel permalink
    1. November 2010 16:06

    WTF? Einfach nur WTF? 😀 Davon habe ich noch nie gehört und wundere mich auch nicht darüber.

  3. 2. November 2010 09:52

    Ich ab mal 10 Minuten davon gesehen, aber das auch nur weil ich die Fernbedienung nicht gefunden habe um umzuschalten

    • donpozuelo permalink*
      2. November 2010 10:48

      Ist ne gute Lösung, aber die dumpfe Dummheit des Films muss sich wohl temporär auf mich ausgewirkt haben und so konnte ich erst wieder wirklich klar denken, als die End-Credits liefen.

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