Zum Inhalt springen

Auf dem Weg zur Erlösung…

15. Oktober 2010

… muss Solomon Kane so einige Dinge tun, die gar nicht dafür sprechen, dass der gute Mann jemals in den Himmel kommt. Aber Kane tut die Dinge, die er tut, aus gutem Grund. Und eigentlich gehen dabei ja auch nur die wirklich Bösen drauf. Obwohl… so richtig böse sind da ja eigentlich auch nicht, sondern nur von einem bösen Zauberer verhext. Egal, was im Weg zu Kanes Erlösung steht, hat es nicht anders gewollt. Denn der Mann hat eine Mission und nichts kann ihn davon abhalten.

Aber Moment, wer zur Hölle ist eigentlich dieser Solomon Kane? Das habe ich mich auch gefragt, bis ich auf dem Fantasy Filmfest den Trailer dazu sah und recht angetan war. Warum Kane allerdings erst jetzt auf der Bildfläche erscheint, ist schon ein bisschen fragwürdig. Immerhin lebte Kanes Erschaffer, Robert E. Howard, bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, und immerhin schafften es zwei von Howards Kreationen bereits mehr oder weniger erfolgreich in den 80er Jahren auf die Leinwände: da wäre einmal „Conan, der Barbar“ (mit Arnold Schwarzenegger), der es immerhin auf zwei Filme brachte (von denen der erste sogar sehenswert ist), und zum anderen wäre da noch „Red Sonja“, von der ich aber auch nur weiß, dass sie weniger erfolgreich war als „Conan“. Um Howard wieder ins Gedächtnis der neuen Generation zurückzubringen, kommt nun also „Solomon Kane“. Aber kann dieser eingestaubte Held von vor zig Jahren heute noch jemanden locken?

Obwohl die Geschichte von „Solomon Kane“ so Anfang des 17. Jahrhunderts spielt, ist der Typ eine ziemliche coole Sau: Er war für die englische Krone unterwegs, diente unter Sir Francis Drake und galt eins ziemlicher Haudegen. Er plünderte und mordete, wie es ihm gefiel. Doch irgendwann ist Schluss mit lustig, Kane versteckt sich in einem Kloster, will den Pfad des Friedens gehen. Aber die Mönche schicken ihn fort und so ist Kane wieder auf sich gestellt. Als er eine kleine, nette puritanische Familie kennenlernt, scheint alles in Ordnung zu sein. Bis die vor seinen Augen umgebracht und die Tochter entführt wird. Jetzt heißt es runter vom Pfad des Friedens und rauf auf die Straße der Gewalt.

Um seine eigene Seele und die des Mädchens zu retten, greift Kane zu Schwert und Pistole, setzt seinen Hut auf, legt den Umhang an, schwingt sich auf sein Pferd und reitet durch ein düsteres England, bevölkert von ängstlichen Menschen und unheimlichen Gestalten.

Die Welt von „Solomon Kane“ ist düster und brutal. Sonnenschein kennen die da auf der Insel auch im 17. Jahrhundert nicht. Was aber auch viel besser zur Stimmung des Films passt. Das Gute an „Solomon Kane“ ist, dass es eine fast gekonnte Action-Fantasy-Geschichte mit guten Charakteren ist. Vor allem für Hauptfigur Kane nimmt sich Regisseur Michael J. Bassett viel Zeit: Ein Prolog zeigt uns den harten Plünderer, danach den Geläuterten und schließlich den Rache und Erlösung Suchenden. James Purefoy spielt den Kane mit all seinen Ecken und Kanten so überzeugend, dass man gerne zuschaut. Purefoy macht Howards Kane alle Ehre, sodass der sich auch heute vor niemandem verstecken muss. Es wird getötet, geschlachtet und gefoltert, aber alles so, dass man noch sagen kann: „Das gehört zur Geschichte dazu!“

Bassett entwickelt die Story um Kanes Kampf für Mädchen und seine eigene Seele gradlinig und mit viel Feingefühl fürs Timing. Es gibt eigentlich eine stetige Steigerung, die Laune macht auf das, was da noch kommen könnte. Was da aber kommt, enttäuscht am Ende dann doch: Nach einem coolen Anfang und einem guten Film ist das Ende eine Nullnummer. Kane trifft auf seinen großen Gegner, doch den besiegt er in gefühlten 5 Sekunden und das war’s dann.

Aber man kann es angesichts der guten Action, der gelungenen Story und vor allem angesichts dieses coolen, neuen Helden verschmerzen. Denn der ist herrlich kompromisslos und schmerzbefreit, dass er einfach immer mit dem Kopf durch die Wand geht, um an sein Ziel zu kommen.

„Solomon Kane“ dürfte für alle Fantasy-Fans eine willkommene Abwechslung sein. Zum Glück für alle hat Robert E. Howard ja viel von Kane geschrieben, vielleicht bekommt Kane irgendwann noch einmal die Chance uns zu unterhalten. Das konnte er nämlich ziemlich gut.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein puritanischer Held, der gegen das Böse kämpft – klingt interessant, ist cool, hat nach einem Superlauf aber ein zu schnelles Ende. Trotzdem sehenswert.)

5 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    15. Oktober 2010 11:22

    Fantasy-Fan ja, aber … macht mich jetzt trotzdem nicht so an. 😉 Auf der anderen Seite, wäre schon interessant, Purefoy mal außerhalb von „Rome“ zu sehen.

    • donpozuelo permalink*
      15. Oktober 2010 12:00

      Purefoy war mir vorher irgendwie gar kein Begriff, aber den Solomon Kane hat er drauf. 😉

  2. 16. Oktober 2010 17:05

    Ja wirklich geiler Film, obwohl die Story ja eigentlich nebensälich war, aber die Figuren sind schon nice bsonders die von herr der ringe geborgten Sensenmänner und Pseudobalrogs 😛

    • donpozuelo permalink*
      18. Oktober 2010 06:47

      😀 Stimmt.

      Ich fand’s sogar interessant genug, um mir die alten Geschichten zu bestellen. Gab’s in einer Ausgabe…. bin mal gespannt, was dem guten Kane sonst noch so passiert.

Trackbacks

  1. Das Geheimnis des Stahls « Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: