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Payne-Killer

11. Oktober 2010

Ich gestehe, ich habe „Max Payne“ leider, leider nie selbst spielen können. Als das Spiel herauskam, lief auf meinem Rechner gerade mal „Monkey Island“ halbwegs flüssig. 😉 (Ein Grund mehr, warum ich später ein Konsolen-Zocker wurde.) Um trotzdem in den Genuss des Spiels zu kommen, musste ich mich zu einem Freund bemühen, der das Spiel gerade neu hatte. Anfangs dachte ich noch, dass wäre nichts für mich: Es gibt doch nichts schlimmeres, als einfach nur daneben zu hocken und zu zugucken. Selbst spielen lautet die Devise. Aber bei „Max Payne“ hatte mich das nach den ersten Minuten nicht groß gestört. Viel Geballer mit tollen Bullet-Time-Effekten und dazu noch eine geile Story um den armen Max, der die Mörder seiner Familie bestrafen will. Das Spiel war ein Erfolg, Sowohl bei mir als „Nur-Zuschauer“ als auch bei den Spielern.

Also ist es mal wieder kein Wunder, warum dieses Spiel auch seinen Weg auf die Leinwand. Doch leider, leider muss man sagen, dass das Leinwand-Debüt von „Max Payne“ so richtig in die Hose gegangen.

Die Story ist die gleiche wie im Spiel: Max Payne (Mark Wahlberg) sucht die Mörder seiner Familie. Dabei stößt er auf eine üble Verschwörung, bei der eine Pharma-Firma mit einer fiesen Droge experimentiert.

So weit so gut. Was im Spiel wunderbar funktioniert, wirkt in der Verfilmung wie ein weiterer Uwe Boll-Film. Ich meine, wer das Spiel kennt, geht mit einer ganz bestimmten Erwartung an diesen Film. Diese Erwartung wird leider nie erfüllt. Regisseur John Moore setzt viel zu viel auf die technische Seite (und selbst da auf die falschen Dinge): So erinnert der Film mit seinen leicht entfärbten Bildern ein wenig an „Sin City“. Der ständige Schnee bringt dazu eine gewisse Kälte, die einen von Anfang frösteln lässt. Ein perfekter Schauplatz für einen schönen Selbstjustiz-Film. Dazu kann man Mark Wahlberg durchaus zugestehen, ein passender Max Payne zu sein. Aber damit hätten wir eigentlich schon alle guten Sachen an „Max Payne“ geklärt.

Dass, was das Spiel außerdem ausmacht – coole Gefechte in Bullet-Time – fehlt im Film komplett. Eigentlich greift der gute Max im Film kaum zur Waffe und wenn er es dann endlich tut, ist es eher unspektakulär und gänzlich ohne Bullet-Time. Irgendwie hätte ich mir den ganzen Film mehr als eine Art „Shoot ‘Em Up“ mit Story vorgestellt. Hätte ich mal lieber gleich auf Max Payne gehört, der gleich zu Beginn davon spricht, dass er nicht an den Himmel glaubt, sondern nur an Schmerzen. Wenn der Film endlich vorbei ist, wissen auch wir Zuschauer, dass es keinen Himmel gibt, sondern nur die entsetzlichen Schmerzen, einen weiteren coolen Spiele-Helden an eine mittelmäßige Verfilmung verloren zu haben.

Der Film kommt einfach nicht zur Sache. Man wartet und hofft, leider immer vergebens. Das Ganze wirkt irgendwie halbherzig zusammengekloppt. Dabei muss man sich fragen, wie kann man es bei der Vorlage noch falsch machen? Einfach eins zu eins das Spiel nehmen, die Baller-Sequenzen auf Filmformat runterkürzen (damit es von der Zeit passt) und fertig ist es. Aber nein, viel lieber basteln wir mit CGI irgendwelche fliegenden Engelchen zusammen, die schön doof aussehen. Lieber lassen wir einen sich sehr viel Mühe gebenden Mark Wahlberg noch ein bisschen länger wie blöd durch die Gegend laufen und nicht schießen. Lieber werden wir zu Max-Payne-Killern, anstatt Max Payne zum Killer werden zu lassen.

„Max Payne“ ist wirklich Langeweile pur. Da schaue ich doch lieber nochmal jemandem beim Spielen über die Schulter als mir diesen Film noch einmal anzutun. Armer Max Payne, das hat er nicht verdient.

Wertung: 4 von 10 Punkten (lahme Action – irgendwie so, als wäre der ganze Film in Bullet-Time!)

3 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    11. Oktober 2010 08:19

    *seufz* und erneut muss ich zustimmen.. Der Film war extrem Grütze.. Ich habe dieses Jahr MaxPayne 1 und 2 durchgespielt und war sehr begeistert davon, weil die Stories einfach abgehen wie Hölle. Teil 3 soll übrigens irgendwann auf absehbare Zeit rauskommen und irgendwo in Südamerika spielen mit Max als abgefucktem Ex-Cop in einer abgefuckten, menschenverachtenden Umgebung.. Wird sicher auch geil auch wenn der nicht mehr auf meinem Rechner laufen wird ^^
    Wenn du willst, versuch ich mal Max Payne 1 für dich zu leihen, damit du es mal selbst spielen kannst ? Teil 2 müsste bei mir sogar noch irgendwo rumliegen, wenn ich den nicht verliehen habe..

    Grüße, Luzifel..

    • donpozuelo permalink*
      11. Oktober 2010 10:30

      Uhh… Max Payne selber spielen??? 😉 Ich guck ja lieber zu.

      Quatsch, sehr gerne. Vielleicht kann ich so den ekligen Geschmack herunterspülen, den dieser Film hinterlassen hat.

Trackbacks

  1. Yippie Ki-Yay, Mother Russia « Going To The Movies

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