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Dschungelcamp

10. September 2010

Langweiligen Horror-Mist muss man ja mittlerweile echt oft ertragen. Die wirklich guten Sachen in Punkto Horror sind echt Mangelware geworden. Viel zu sehr verlässt man sich auf ordentlich viel Blut, eine leicht gestrickte Story und dumme Charaktere, die nur hübsche Leichen abgeben. Wie sehr vermisse ich da die guten Horrorfilme, die wirklich unter die Haut gehen, die eine wirklich gruselige Geschichte erzählen, die einfach mal trotz des Genres etwas mehr Tiefe besitzen.

Der Film „Turistas“ gehört aber definitiv nicht in die Kategorie, Tiefe wird hier nur bei einer kleinen Unterwasser-Expedition geboten. Auch wenn der Filmtitel etwas anderes vermuten lässt, erwartet einen hier nur ein weiterer amerikanischer Film, bei dem junge amerikanische Touristen erst Party feiern und danach um ihr Leben fürchten müssen.

Jon Stockwell hat bisher nur Filme über schöne Menschen im Wasser gemacht – „Blue Crush“ oder „Into the Blue“ – das eine ein Surfer-Film, der andere ein Film über Taucher, die eine Ladung Kokain im Meer finden. Dabei gibt es dann viel nasse Haut und schöne Körper zu sehen. Dieses Rezept hat  Stockwell dann für seinen nächsten Film einfach übernommen:

Eine Gruppe Rucksack-Touristen geraten in Brasilien an einen Organhändlerring. Mehr muss man dazu nicht sagen. Wer den Film „Hostel“ kennt – es ist so ähnlich, nur sehr viel langweiliger.

Erst passiert lange Zeit gar nichts, die Leute feiern, werden irgendwann ausgeraubt und trampen dann durch den Wald. Irgendwann gelangen sie dann an einen Wasserfall im Dschungel mit unterirdischen Höhlen, die später noch ganz wichtig werden. 😉

„Turistas“ weist wahnsinnig große Drehbuchlücken auf, die Story stolpert genauso wie ihre Protagonisten vor sich hin. Einzig und allein die Szenen in der Unterwasser-Dschungel-Höhle haben etwas tolles: anfangs sieht es einfach nur traumhaft aus, später sorgen Sauerstoff-Mangel und Dunkelheit für ein wenig Spannung. Aber auch nicht sehr viel…

Dieser Film ist einfach nur schlecht. Schlecht und langweilig. Stockwell hätte mal lieber bei seinen seichten Unterwasser-Filmchen bleiben sollen, bei denen die Bikini-Girls von Sports Illustrated zeigen können, was Gott (und der Chirurg von nebenan) ihnen so geschenkt hat. Immerhin bleibt er dem üblichen Klischee treu, dass schöne Menschen auch schöne Leichen abliefern. Dazu ein bisschen Gekreische und die Tatsache, dass man allein schon an der Figuren-Konstellation genau erkennen kann, wer überlebt und wer nicht.

Kleines „Turistas“-Rätsel am Rande: Die Gruppe besteht aus folgenden Personen:

–        ein Bruder (die Hauptperson) und seine Schwester

–        eine junge Dame, bei der sich schnell abzeichnet, dass sie etwas für den Bruder empfindet und er auch für sie

–        zwei Engländer

–        ein einheimischer „Führer“

–        ein Pärchen aus Schweden

Bei der Lösung des Rätsels einfach immer daran denken: Wir reden hier von einem amerikanischen Film, der trotz des Genres immer noch „amerikanische“ Werte verkaufen möchte. In diesem Sinne: SCHNARCH!!!!

Wertung: 2 von 10 Punkten (langweiliges 08-15-Filmchen der Marke „Hostel“ und Co.)

3 Kommentare leave one →
  1. 10. September 2010 11:31

    Ich fand den Film eigentlich recht stimmig und unterhaltsam. Nichts großes, aber nette Bilder und immerhin spannend.

    • donpozuelo permalink*
      10. September 2010 12:07

      Echt???

      Ich hatte mir irgendwie mehr erhofft. Das war mir alles zu vorhersehbar. Man hätte das sicherlich besser ausbauen können – immerhin bietet die Location Dschungel doch viele Möglichkeiten.

Trackbacks

  1. Wandern ist nicht immer lustig « Going To The Movies

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