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You Human, I Robot

8. September 2010

Klingt ein bisschen wie „Du Jane, Ich Tarzan“. Und tatsächlich könnte man „I, Robot“ mit dem Affenmann aus dem Dschungel vergleichen, der sich so liebevoll um seine Jane kümmert. Genauso liebevoll kümmern sich in ferner Zukunft die Roboter um die Menschen. Vielleicht ein bisschen zu liebevoll, denn irgendwann gibt es Stress. Und das obwohl die Menschen durch die drei Gesetze der Robotronik geschützt werden sollen:

  1. Ein Roboter darf keinem Menschen schaden oder durch Untätigkeit einen Schaden an Menschen zulassen.
  2. Ein Roboter muss jeden von einem Menschen gegebenen Befehl ausführen, aber nur, wenn dabei das erste Gesetz nicht gebrochen wird.
  3. Ein Roboter muss sich selbst beschützen, es sei denn, dies spricht gegen das erste oder zweite Gesetz.

Ausgedacht hat sich das der große Isaac Asimov und mittlerweile sind die ganz bekannt. Nach Alex Proyas „I, Robot“ mit Will Smith sollte aber jedem Zuschauer klar sein, dass die drei Gesetze nicht ganz so standfest sind, wie man meinen könnte.

Smith spielt den Cop Spooner, der den Mord an einem der berühmtesten Robo-Techniker aufklären soll. Sein einziger Verdächtiger: ein Roboter.

Gute Science-Fiction-Story verpackt in gute Action mit einem gut aufgelegtem Will Smith, der scheinbar ordentlich im Studio für diese Rolle gepumpt hat. Aber mit solchen Filmen kennt Proya sich ja eigentlich aus – immerhin war sein „Dark City“ ein sehr gelungener Film. Hier waren Außerirdische auf der Suche nach der menschlichen Seele, in „I, Robot“ macht sich Proya dann auch die Roboter-Seele zu ergründen – ganz im Stile des Isaac Asimov. Und damit sei ein zweites Aber angefügt: Aber wenn man etwas von Isaac Asimov übernimmt, kann es eigentlich auch nur gut werden. Und so ist „I, Robot“ ein ziemlich guter Sci-Fi-Action-Streifen, der wunderbar unterhält, spannend ist und einen netten Abschluss findet.

Alles in allem also ein gelungener Film mit Robotern, Will Smith und dem ersten richtigen Auftritt von Shia LeBouf (falls das irgendwen wirklich interessiert). Schön ist dabei auch immer wieder zu sehen, wie Hollywood-Filme als Werbe- oder Testplattform genutzt werden: So präsentiert uns Audi hier die Zukunft des Fahrens auf Autos ohne Räder, dafür aber mit Kugeln. Ein Auto kann so in jede x-beliebige Richtung fahren. Warum es Smith dann trotzdem schafft, das schöne Ding zu schrotten, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Aber es geht ja nur zweitrangig um Autos, wichtiger ist hier die Technik.

Die Roboter sehen auch ziemlich cool aus, besagter „Verdächtiger“ springt und kämpft schon fast wie ein Superheld – weswegen man sich fragen muss, wozu die Roboter mit solch absurden Fähigkeiten ausgestattet werden, wenn sie doch nur zum Kochen oder zum Taschen tragen genutzt werden. Allgemein muss man sich über die Roboter etwas wundern – dafür das die Menschen fast jeder einen haben, sind doch noch erstaunlich viele Menschen unterwegs. Scheint ja fast so als würde Asimov nicht ganz so pessimistisch sein. Die Nutzung der Robos in „I, Robot“ ist ja noch ganz in Ordnung – hier gehen die Menschen wenigstens immer noch selber zur Arbeit. Obwohl das sicher auch nur eine Frage der Zeit ist. Immerhin planen die großartigen Roboter in „I, Robot“ etwas, was den Menschen tatsächlich helfen würde. Aber die wollen das dann doch nicht und widersetzen sich. Gut, dass Smith einen Roboter hassenden Cop spielt…

Ob mit Roboter oder ohne… „I, Robot“ ist klassisches Hollywood-Popcorn-Kino, dass versucht, sich ein wenig vom Mainstream abzuheben. Ob Asimov damit zufrieden wäre, Proya kann es durchaus sein…

Wertung: 8 von 10 Punkten (den Gesetzen sei Dank, die Robos wollen uns nur gutes, auch wenn wir das nicht so sehen)

9 Kommentare leave one →
  1. 8. September 2010 08:54

    Ich fand den Film damals auch ganz gut. Hätte wohl 7 Punkte gegeben. Stark genervt hat mich aber das extreme product placement.

    • donpozuelo permalink*
      8. September 2010 18:46

      Product Placement??? Ich glaube für das, was die bei „I, Robot“ machen, muss ein neues Wort erfunden werden 😉 Da hat Audi ja fleißig Smiths Gage bezahlt.

  2. Dr. Borstel permalink
    8. September 2010 16:31

    Ach ja, hm. 8/10 würde ich wahrscheinlich nicht geben, trotzdem ist der akzeptabel. Hat halt mit Asimov nichts zu tun, von den Gesetzen der Robotik mal abgesehen. Was vermutlich auch ganz gut ist, denn so wird er wenigstens ein unterhaltsamer Actionfilm (mit einem heillos übertriebenen Finale), der gar nicht erst versucht, auf intellektuell zu machen, was ihm vermutlich nicht gut bekommen wäre.

    • donpozuelo permalink*
      8. September 2010 16:33

      Ja, das Ende ist etwas übertrieben. Stimmt wohl, ich hatte den Film an und für sich auch wesentlich schlechter in Erinnerung. Aber jetzt fand ich ihn dann gar nicht so schlecht. Sicher könnte man auch ein oder zwei Punkte runter gehen, wenn man wollte 😉

  3. 8. September 2010 20:08

    Ich finde den Film bis heute großartig, muss aber gestehen, Asimovs Vorlage nie gelesen zu haben. Werde ich jedoch bald nachholen.

    • donpozuelo permalink*
      9. September 2010 09:22

      Ja, ich muss auch gestehen, von Asimov noch nie etwas gelesen zu haben. Ich war immer mehr der Philip K. Dick und Stanislaw Lem-Fan.

      Aber Asimov gehört ja eigentlich auch zu den ganz großen. Außerdem ist „I, Robot“ ja nicht basierend auf einem Buch, sondern viel mehr auf Ideen von Asimov, die der in einem Kurzgeschichten-Band über die Philosophie der Roboter zusammengestellt hat.

      Hört sich aber eigentlich sehr interessant an!

  4. 8. September 2010 20:43

    Wollte ich gucken, kam dann nicht dazu, kenne die Vorlage nicht, bin aber noch interessierter daran und steht nun weiter oben auf der Liste!

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