Zum Inhalt springen

Reise ins Fledermausland

6. September 2010

Zwei Typen fahren nach Las Vegas: der eine ist Journalist und soll eigentlich über ein Motorrad-Rennen berichten, der andere ist sein Anwalt. Angekommen in Las Vegas wird das Rennen aber zu einer Nebensache, zu einer sehr kleinen Nebensache. Viel wichtiger wird der Kampf mit sich selbst, der Kampf gegen die Gesellschaft, der Kampf gegen den Drogenrausch.

Es ist vor allem der Drogenrausch, der „Fear and Loathing in Las Vegas“ so besonders macht. Obwohl, treffender wäre es zu sagen, es ist Johnny Depps Drogenrausch, der diesen Film so besonders macht. Und das es sich um einen besonderen Film handelt, das merkt man am gesamten Film. Denn eigentlich ist Terry Gilliam hier ein äußerst skurriles Meisterwerk gelungen.

Man könnte jetzt wahrscheinlich Seiten damit fühlen, was einen Film nun Kult macht, ob „Fear and Loathing in Las Vegas“ den Titel Kult zu recht trägt, und wie viele Drogen man genommen haben muss, um den Film voll und ganz nach vollziehen zu können. Aber das mache ich nicht: Kultig ist der Film allemal und: So viele Drogen wie Johnny Depp und Benicio Del Toro in diesem Film „vertilgen“, würden bei einem Normalbürger wahrscheinlich zu einem zu schnellen Tod führen. Von daher sollte man lieber einfach so in die Welt von Terry Gilliam eintauchen – Kopfschmerzen bekommt man sowieso.

Gilliam stellt einmal mehr unter Beweis, dass er herrlich schräge Gedanken hat und diese auf äußerst eindrucksvolle Weise auch umzusetzen weiß. Die Drogentrips sind genial: da verwandelt sich ein ganzes Hotel in einen Hort merkwürdiger Echsen und Saurier, da schlägt ein zu gedröhnter Johnny Depp nach nicht vorhandenen Fledermäusen, da wird ein Hotelzimmer nach bester Rockstar-Manier einfach mal komplett umgekrempelt. Auf der Suche nach dem Sinn der Sixties, nach dem Sinn des Lebens oder nach irgendeinem Sinn taucht Johnny Depp als Journalist tief in die Psyche der Zeit ein, erliegt dem Charme zahlreicher Drogen und nimmt uns einfach mit.

Was Terry Gilliam an filmischer Genialität in den Film steckt, verdoppelt sich durch Johnny Depps schauspielerische Leistung. Ich habe es ja schon einmal erwähnt, dass ich Johnny Depp für absolut großartig halte. Dieser Mann lebt für die Rollen, die er spielt und das merkt man ihm auch immer wieder an. Und in der Rolle als Raoul Duke ist Depp ein Fest für jeden Zuschauer: diese durchgeknallte Darstellung ist eine seiner besten. Diese Art sich zu bewegen, zu sprechen, den Drogenrausch auszuleben – herrlich. Wirklich, wirklich gut. Im Doppelpack mit Del Toro als fettbäuchigem Anwalt erlebt man mit „Fear and Loathing in Las Vegas“ ein Hollywood-Duo der etwas anderen Art.

„Fear and Loathing in Las Vegas“ ist der etwas andere Film: man guckt ihn mehrmals, um (vielleicht/ möglicherweise) etwas mehr von dem zu verstehen, was der Film uns sagen will. Man guckt ihn mehrmals, einfach nur wegen Johnny Depp. Man guckt ihn mehrmals, weil er einfach so herrlich abgedreht ist, dass es Spaß macht, sich mit diesem Film zu amüsieren. Und wer weiß, vielleicht guckt man ihn auch, um sich zu fragen: „Hab ich das so auch erlebt?“ 😉 (Natürlich guckt man ihn als „Spider-Man“-Fan auch wegen einem beschissenem blonden Hippie, der in Wirklichkeit Tobey Maguire ist).

Wertung: 8 von 10 Punkten (einer der besten Drogentrips der Filmgeschichte)

9 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    6. September 2010 20:18

    Müsste ich wirklich mal sehen …

    • donpozuelo permalink*
      7. September 2010 10:45

      Na dann ran an den Speck…

  2. 11. Juli 2011 11:52

    Absoluter Kult Film, ich finde das die Story mächtig überzogen ist, aber der Film ist einfach der Hammer, muss man aber min. 2 mal schauen sonst weiß man nicht worum es wirklich geht. Zudem findet man im Film versteckte Botschaften, wenn ihn mehrmals schaut. LG John

    • donpozuelo permalink*
      11. Juli 2011 14:00

      Willkommen!

      Die Geschichte ist auch sehr überzogen, aber genau das soll ja auch so. Drogen sind nämlich böse, böse und machen mit den Menschen gar merkwürdige Dinge 😉

Trackbacks

  1. Abgedrehter geiler Scheiß « Going To The Movies
  2. Wasser ist Macht! « Going To The Movies
  3. Buy or die! | Going To The Movies
  4. Ein Oscar für ein Pferd? | Going To The Movies
  5. Tee zum Nicht-Geburtstag | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: