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Das Salz in der Suppe

30. August 2010

Evan Salt ist CIA-Agent, der von einem russischen Überläufer als Schläfer enttarnt wird. Evan Salt muss daraufhin vor seinen eigenen Leuten flüchten, um seine Unschuld zu beweisen. Komisch nur, dass Evan Salt dann plötzlich doch genau das tut, weswegen er beschuldigt worden ist. Wer oder was ist Salt denn eigentlich wirklich?

So oder so ähnlich hätte es wohl laufen können. Mit Tom Cruise in der Hauptrolle und wir wären um einen weiteren 08-15-Actionfilm reicher, der einmal mehr an die Bonds und Bournes der Filmgeschichte erinnert. Aber zu unserem ganz großen Glück hatte Herr Cruise leider keine Zeit. Regisseur Phillip Noyce wurde dann Angelina Jolie vorgeschlagen und so wurde aus Evan Salt Evelyn Salt und wir sind nun trotzdem um einen Actionfilm reicher: „Salt“.

Die Story ist die gleiche geblieben, nur der Hauptdarsteller wurde eine Frau. Dadurch kann man „Salt“ tatsächlich noch etwas abgewinnen. Klar zu erkennen sind die Anleihen an Bond und Bourne und jeden anderen Agenten-Thriller immer noch, spannend ist es trotzdem irgendwie. Immerhin hat Kurt Wimmer das Drehbuch geschrieben – und das er ein paar gute Ideen hat, hat er ja schon mit „Equlibrium“ bewiesen. Wimmers Drehbuch ist klar und deutlich auf Action ausgerichtet, auch wenn man wichtige Zusammenhänge schon früh erahnt. Aber egal, es macht trotzdem irgendwie Laune, „Salt“ zu gucken.

Besonders gut wird der Film aber erst, wenn Frau Jolie von blond (was mal so gar nicht geht) auf schwarz als Haarfarbe umsteigt. Dann wirkt die gute Frau etwas fieser mit der richtigen Prise Sex-Appeal (auch wenn man Angelina Jolie eigentlich auch nicht mehr ernst nehmen kann). Für „Salt“ ist sie dann genau die Richtige. Sie bringt einen emotionalen Touch in den Film – vor allem wenn es um ihren Ehemann geht – der bei einem männlichen Star nicht gut gekommen wäre. Und gleichzeitig kann sie so herrlich böse gucken, was vor allem dann gut kommt, wenn im Film ein paar mehr Menschen von Salt umgebracht werden. Und wie es sich für einen deutschen Drehbuchschreiber gehört, spielt der nicht nur mit den Actionklischees – obwohl der Kalte-Krieg-Konflikt USA-Russland irgendwie auch schon ausgelutscht ist. Dafür gibt es ein, zwei Szenen, die herrlich kaltblütig sind: Nach dem Motto „Einfach töten und Fresse halten!“

Was allerdings so gar nicht cool war, war Jolies Spider-Man-Aktion im Fahrstuhlschacht…

Insgesamt ist „Salt“ ein recht gelungener Action-Thriller mit ein paar schönen Stunt- und Action-Szenen. Leider wirkt das Drehbuch am Ende etwas wirr und unausgereift, aber da kann man drüber wegsehen.

Allerdings ist zum Schluss die Frage zu stellen: Müssen wir jetzt mit einer „Salt“-Reihe rechnen? Immerhin lässt das Skript dafür mehr als genug Spielraum. Aber brauchen wir noch eine Salt in einer Welt, in der Bond doch schon alles regelt? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Das muss jeder für sich entscheiden. „Salt“ ist mal eine nette Abwechslung, Jolie darf zeigen, dass sie von „Tomb Raider“ noch nicht alles verlernt hat und uns wird einmal mehr deutlich, dass der Kalte Krieg scheinbar doch noch lange nicht vorbei ist.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Action satt, für einen Popcorn-Film in Ordnung)

3 Kommentare leave one →
  1. 30. August 2010 15:01

    Der Film reizt mich ja schon, auch wenn ich kein wirklicher Jolie-Fan bin, aber Bourne/Bauer/Bond-Mix geht eigentlich immer.

    • donpozuelo permalink*
      30. August 2010 15:05

      😀

      Naja, es ist nicht so ganz Bourne/ Bauer/ Bond… es erinnert zwar vieles daran, „Salt“ steht aber eigentlich ganz gut auf eigenen Beinen.

      Vor allem sehr schön: es wird auf die hektischen Schnitte während der Action-Sequenzen weitgehend verzichtet. Die haben mich bei Bourne und dem neuen Bond echt immer ziemlich genervt.

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  1. Wo war Chuck Norris? « Going To The Movies

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