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Faule Säcke

13. August 2010

Wer sind denn die faulen Säcke?

Wir!!!

Zumindest wenn man den gängigen (und auch älteren) Science-Fiction-Filmen Glauben schenken darf. Jede technologische Errungenschaft wird zum Wohle des Faulseins umfunktioniert. Jede Arbeit kann durch Roboter ausgeführt werden. Und selbst jedes Leben lässt sich besser leben, wenn man es durch andere tut.

In Bruce Willis‘ neuestem Film „Surrogates – Mein zweites Ich“ lebt man sein Leben tatsächlich am besten durch die sogenannten Surrogates. Während die Menschen zuhause hocken, übernehmen die identischen Abbilder, die zumindest noch vom Menschen ferngesteuert werden, alle Aufgaben. Und mit alle meint der Film auch alle: übers Arbeiten bis zum Feiern – menschlicher Kontakt gleich null, Surrogates zu 100 Prozent. Kein Wunder also, wenn Cop Tom Greer (Bruce Willis) eine Reihe von Mordfällen untersucht, bei denen die Surrogates und damit auch ihre Menschen getötet werden. Als auch Greers Surrogate draufgeht, muss der alte Cop selbst in die Realität treten, um den Mörder zu fassen.

„Surrogates“ sah vom Trailer her eigentlich ganz nett aus. Auch die Story ließ Erwartungen an einen guten Sci-Fi-Thriller mit Bruce Willis und viel Action aufkommen. So ganz gerecht wird „Surrogates“ dem Ganzen leider nicht.

Der Film ist zwar durchaus versucht, seine Story gut herüberzubringen, doch kommt der Konflikt zwischen Menschen und Surrogates nicht ganz so rüber. Eigentlich ist die Story so vorhersehbar wie ein Nachmittag bei Oma. Man kennt die Protagonisten, man weiß, wer wer ist und man kann nach einiger Zeit genau sagen, was noch passieren wird und was nicht. Leider nutzt Regisseur Jonathan Mostow das Potential seiner Geschichte nicht. Es bleibt also viel an Bruce Willis hängen – doch auch der kann den Film nicht retten.

Immerhin kann man wenigstens anfangs köstlich über ihn lachen. Willis‘ Surrogate ist das genaue Gegenteil von dem Willis, den wir eigentlich erwarten: Glatte, blonde Haare zum Scheitel gekämmt. Dazu die Gesichtshaut einer Puppe. Vom Actionheld Willis ist der Surrogate so weit entfernt wie die Erde von der Sonne – was ziemlich weit sein soll ;).

Zum Glück für uns geht der Surrogate schnell baden und der echte Willis kommt zum Vorschein: rau, mit Drei-Tage-Bart und mieser Laune. Als „normaler“ Mensch unter zig Surrogates muss Greer nun erahnen, wer der Mensch vor ihm wirklich ist. Hier kommt dann wieder ein interessanter Faktor in die Geschichte, der aber auch zu wenig ausgenutzt wird. Allein in der Auflösung der ganzen Geschichte kommt der Aspekt wieder ein wenig auf: In einer Welt in der jeder jeder sein kann ist es schwer, den wahren Mörder zu finden. Ui… klingt spannend (möglicherweise), kann funktionieren (möglicherweise), lahmt bei „Surrogates“ aber gewaltig.

Es gibt zwar einige witzige Passagen, auch einige spannende, aber im Großen und Ganzen floppt „Surrogates“ bei der Umsetzung einer echt guten Idee. Vielleicht hätte jemand durchgeknallteres diesen Film schreiben sollen, um die ganze Bandbreite an Möglichkeiten in diesem Film zu entfalten.

So bleibt es ein Action-Sci-Fi unter vielen und selbst Bruce Willis kann das nicht verhindern.

Wertung: 5 von 10 Punkten (die Idee an sich ist schon interessant, wird aber nicht genutzt)

2 Kommentare leave one →
  1. 15. August 2010 11:55

    Vom Trailer war ich begeistert, da ich mir sofort ausmalte, was man alles aus so einer Grundidee zaubern kann. Ein Freund, der den Film dann aber vor mir gesehen hat, sorgte schnell für Ernüchterung. Zu viele Logikfehler und an sich wirke die ganze Story unausgereift. Mit der Sichtung wurde es nichts, aber ich spiele immer noch mit dem Gedanken, ihn mir einmal auszuleihen. Oder ich zwinge einen Kumpel, damit ich kein Geld für sowas ausgeben muss. 😀

    • donpozuelo permalink*
      15. August 2010 12:33

      😀

      Dann zwinge lieber einen Kumpel dazu.

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