Zum Inhalt springen

Auf den Hund gekommen

4. August 2010

Oh Mann, oh Mann. Ihr wisst ja gar nicht, wie peinlich es für mich ist, diesen Artikel zu schreiben. Am liebsten möchte ich ihn gar nicht schreiben, aber der Blog ist ein hungriger Gesell, der gefüttert werden will, der sich labt, an den guten und den schlechten Sachen. Und jetzt kommt vielleicht die schlechteste seit Bestehen meines Blogs.

Aber fangen wir von vorne an!

Der große Plan für mein Wochenende sah eigentlich wie folgend aus: Samstag entspannt ins Kino gehen, schön die letzte Reihe Mitte, Nachos mit Käse in der einen, Cola in der anderen Hand (beides ist dann natürlich leer bevor der Film überhaupt anfängt ;)). Der Vorhang geht auf (oder hoch – je nach Kino ist das ja unterschiedlich) und mit großem (inneren) Trommelwirbel fängt Christopher Nolans „Inception“ an.

Immerhin hungere ich schon seit Wochen diesem Film nach (und da bin ich ja nicht der einzige) und die ersten Kritiken, die ich hier und da gelesen habe, stempeln den Film ja schon als den besten des Jahres, Jahrzehnts, Jahrhunderts, etc. ab. Da wachsen die Erwartungen natürlich noch mehr. Es ist ja ohnehin schwer, nicht an „Inception“ vorbei zu kommen. TV-Spots prasseln auf einen ein, jede Litfaßsäule und jede zweite Bushaltestelle schreit mich an, „Inception“ zu gucken. Und das war eigentlich auch der Plan. Aber wie so oft im Leben kommt es dann doch wieder anders als gedacht.

Und so finde ich mich Samstag zwar im Kino, habe aber statt Nachos und Cola Popcorn und Cola in den Händen – was ja noch nicht so schlimm wäre. Aber als sich der Vorhang hebt, steht da nichts von „Inception“. Statt dessen schaue ich mir einen Film über eine sprechende Dänische Dogge an, die auf den bescheuersten Namen überhaupt hört: „Marmaduke“. Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, ist dieser Film dann auch noch so langweilig und so unlustig, so klischeebehaftet und vorhersehbar, dass es schon richtig, richtig weh tut.

„Marmaduke“ ist Garfield – nur als Hund: Marmaduke war zuerst auch ein Zeitungscomic-Strip, der jetzt mit animiertem Riesenköter das Kino erobern will. Dass aber in Form eines „Hunde-Teenie-Komödie“ mit Hundecliquen, Katzen, Liebschaften und einer „dramatischen“ Action-Sequenz vor dem Happy-End.

„Marmaduke“ – ein Film, den man nicht einmal mit seinen Kindern gucken sollte. Ein Film, der einem Fragezeichen auf die Stirn schreibt: Warum zur Hölle spricht Owen Wilson im Original den Marmaduke zusammen mit Fergie und Kiefer Sutherland in weiteren Nebenrollen? Warum nur muss die Katze einen spanischen Akzent haben? Und warum, warum nur sitze ich in diesem Film? (Diese Frage kam mir häufiger!!!) „Marmaduke“ ist das Geld nicht wert, das man für die Kinokarte ausgibt. Noch nicht einmal die Leih-DVD, die vielleicht nur einen Euro kosten wird, sollte man sich zu legen. Den Film kann man sich eigentlich gerade dann anschauen, wenn er im Fernsehen kommt, man keine Freunde und wirklich, wirklich nichts zu tun hat, wenn jede DVD im Schrank fehlt und man nicht einmal einen Fuß vor die Tür setzen kann. Im Klartext: „Marmaduke“ sollte man gar nicht erst schauen, es gibt immer was besseres.

Warum ich also nun meinen „Inception“-Samstag für einen dämlichen Hund austausche, fragt ihr euch? Für die Familie, für was sonst? 😉 Dafür verzichtet man schon mal auf großes Kino und verschwendet seine Zeit im Kino nebenan. Tut zwar weh, aber die Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden und so wird auch meine Zeit mit Christopher Nolan und „Inception“ kommen. Hoffentlich nächstes Wochenende!!!

Wertung: 2 von 10 Punkten (Hunde spielen sich auf wie Teenager mit Liebschaften, Partys, Konflikten und einem Happy End – wenig komisch, wenig kreativ, wenig zu empfehlen)

4 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    4. August 2010 20:43

    Das war jetzt ein Punkt mehr, als ich erwartet hätte. 😉

    • donpozuelo permalink*
      4. August 2010 21:47

      😀 Naja, lag wohl an der Katze. Auch wenn ich mir den spanischen Akzent nicht erklären konnte, war die ziemlich cool.

      Und nur einen Punkt geben ist auch ein wenig krass. Die zig kleinen Mädchen im Kino schienen sich ja zu amüsieren. Von der Warte her sehe ich mich nicht als die eigentliche Zielgruppe des Films.

  2. 5. August 2010 10:06

    Bis zum Ende habe ich mich schon gefragt, welches Kino du besuchst, in dem einfach ein falscher Film dem wartenden Publikum aufgetischt wird. So schlimm war das zumindest nicht, der Film wohl schon. Animierte Hunde und Katzen konnte ich mir schon in „Cats and Dogs“ anschauen, da war ich 10 (?). Hat mir damals gefallen, aber aus dem Alter wächst man nunmal raus…

    • donpozuelo permalink*
      5. August 2010 11:36

      Naja, „Cats and Dogs“ war auch so eine Sache. Kann mich nur noch sehr schwach an den Film erinnern, dafür aber, dass er mir definitiv nicht gefallen hat. Genauso wenig wie „Garfield“.
      Im Allgemeinen stehe ich Realfilmen mit animierten Viechern eher skeptisch gegenüber. Entweder oder, sage ich da nur.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: