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Yakuza-Joe

20. Juli 2010

Eigentlich soll dies eine Rezension zum Neustart der Predator-Reihe sein. Produziert von Action-Trash-Meister Robert Rodriguez unter der Regie von Nimrod Antal wird der alte Klassiker aus den 80er Jahren und mit einem Noch-Nicht-Polit-Arnie ein Erfolg: Ein Elitekämpfer im Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Außerirdischen. Das hatte einen zweiten Teil zur Folge, ein Cross-Over mit Aliens (gerüchteweise gab es da auch einen zweiten Teil, aber über den sprechen wir nicht – einfach zu schlecht). Jetzt also der Neustart mit „Predators“.

Doch um den Film soll es nicht gehen: der ist eigentlich durchschnittliches Action-Geballer, bei dem ich etwas mehr Geballer und etwas mehr dumme Sprüche erwartet hätte. Dafür spielt Oscar-Preisträger Adrien Brody den Anführer einer kleinen Truppe, die plötzlich auf einem fremden Planeten aufwacht und von den Predators gejagt wird. Klingt nicht nach sehr viel Originalität, ist auch nicht sonderlich originell. Die Figuren sind relativ leicht zu durchschauen, die Story größtenteils vorhersehbar. Für mich persönlich hatte der Film dennoch ein Paar gute Sachen.

Da wäre die einfache Anbindung des 80er-Films in den Film. Statt aufwendiger Rückblende wird einfach nur darüber berichtet: 5 Sätze und wir wissen Bescheid, was damals passiert ist.

Viel besser aber noch ist Yakuza-Joe.

Vorne Adrian Brody, hinten (ganz klein) der eigentliche Held: Yakuza Joe

Yakuza-Joe ist die wohl coolste Sau im neuen „Predators“. Yakuza-Joe ist natürlich nur der Name, den ich ihm während des Films gegeben habe. In Wirklichkeit trägt er den Namen Hanzo – was man aber erst im Abspann erfährt.

Im maßgeschneiderten Anzug und teuren Lederschuhen (die er gleich zu Anfang auszieht, um sie nicht weiter schmutzig zu machen) schließt sich Joe den Überlebenden an. Joe ist natürlich ein knallharter Yakuza, aber auch ein stiller Typ. Er redet nicht viel, ist eigentlich fast unsichtbar. Anfangs muss Yakuza-Joe sich noch damit abfinden, ebenso barbarisch wie alle anderen mit Handfeuerwaffen auf seine Gegner zu schießen. Doch Yakuza-Joe ist der einzige im ganzen Film, der wirklich Ehre und Stolz hat. Und so findet er im Lager des durchgeknallten Langzeitüberlebenden Lawrence Fishburne seine neue Waffe: ein uraltes Katana, mit dem Joe sich in mein Herz gekämpft hat.

Ganz im klassischen Stil Mann gegen Mann/ Ungeheuer, Schwert gegen Predator-Klinge liefert sich Joe den besten Kampf des Films: in kniehohem, sich langsam im Wind wiegenden Gras stellt er sich einem Predator. Funken sprühen, ein wilder Kampf entbrennt: Aber Joe gewinnt. Unter Einsatz seines eigenen Lebens. Ich trauerte um Joe, war er doch das einzig wirklich Gute an „Predators“. Danach hätte der Film auch zu Ende sein können, aber der letzte Endgegner muss noch geschlagen werden, es kommen noch ein paar letzte dumme Enthüllungen zum Vorschein, ein Teil 2-freudiges Ende und entgegen jeglicher Erwartung kommt im Abspann „Long Tall Sally“ von Little Richard.

Ich würde mal sagen: Mission Auferstehung von Predators ist fehl geschlagen. Wenn Teil 2 Yakuza-Joes Sohn auf einem Rachefeldzug gegen die Predators zeigt, könnte das vielleicht witzig werden. Aber ich bezweifle mal ganz stark, dass Rodriguez meine Vorliebe für Joe teilt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Ruhe in Frieden, Yakuza-Joe! Und nimmt die Predator-Neufassung am besten gleich mit!)

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4 Kommentare leave one →
  1. 21. Juli 2010 08:00

    Ich werde den Film wohl im Laufe der nächsten Woche sichten und aufgrund der zahlreichen nüchternen Rezensionen, ist meine Vorfreude schon so sehr ins Bodenlose gestürzt, dass mir der Film eigentlich gefallen müsste. 😉

  2. donpozuelo permalink*
    21. Juli 2010 11:57

    Vorfreude kam bei mir nur auf, als ich den Namen Robert Rodriguez hörte. Als dann aber klar wurde, dass er nicht selbst Regie führte, schmälerte das schon alle Erwartungen.

    Naja, ich bin gespannt, wie der Film bei dir abschneidet. 🙂

  3. luzifel permalink
    21. Juli 2010 22:32

    Ich möchte mal anmerken, dass ich den Film köstlich unterhaltsam fand und mal solide 6 von 10 geben würde, denn der Film bringt genau das was er verspricht – Gewalt und Predatoren und coole Szenen wie den unendlich geilen Kampf von Yakuza-Joe mit Katana gegen einen Predator mit Handklinge.. Ich wurde nicht enttäuscht und statt dessen köstlich unterhalten ^^ Sicher war der Film flach aber trotzdem war er reizvoll und so werd ich mir ganz sicher die Fortsetzungen ansehen..

    Grüße

    • donpozuelo permalink*
      22. Juli 2010 08:04

      Is jetzt nicht dein Ernst, oder???

      Irgendwie habe ich da leicht andere Kommentare von dir im Kopf. Aber na gut, wenn man noch mal ne Nacht drüber schläft, sieht alles etwas anders aus, oder? 😀

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