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Sandhüpfer

16. Juli 2010

Ich war ja von Anfang an ein großer Fan von „Prince of Persia“. Immerhin war es damals (ich weiß schon gar nicht mehr wann) eins der spannendsten Spiele, die ich so auf meinem ersten alten Rechner hatte: Könnt ihr euch noch erinnern??? Pixel-Prinz springt und hüpft und fuchtelt mit seinem Pixel-Schwert, bis er die Pixel-Prinzessin befreit hat. Mit der Zeit wurde das immer besser und besser, bis unser geliebter Prinz schließlich mit der PS2 seine glorreiche Neugeburt feiern durfte.

Und was sich über Jahrzehnt so erfolgreich hält, hat es natürlich auch verdient von Hollywood verfilmt zu werden. So kommt, was kommen muss: mit einer ansehnlichen Besetzung über Jake Gyllenhaal als Prinz, Gemma Arterton als schöne Prinzessin und Ben Kingsley als böser Königsbruder kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Falsch!!! Es kann eine Menge schief gehen – haben wir ja bei zig anderen Verfilmungen schon erfahren müssen.

Die Skepsis steckte also tief in meinem Kopf, als ich es mir im tiefgekühlten Kino bequem machte – immerhin wurde schon ein großer Fauxpas gleich zu Beginn begangen. Der Held der Wüste ist nicht mehr namenlos, sondern hört hier auf den schwungvollen Namen Dastan. Gut, im Spiel macht das nicht so viel aus, wie der Typ heißt, ob er überhaupt, wie er heißt – es ist einfach unwichtig, so lange er gut auf seine Gegner drauf haut. Im Film ist es da schon eher von Vorteil, wenn wir dem Typen einen Namen geben – kann ja nicht 2 Stunden lang ungenannt bleiben. Also gut, jeder Held braucht einen Namen, egal wie schlecht (der Name, nicht der Held). Finden wir uns damit ab.

Es fängt alles ganz beschaulich an: der gute Dastan kämpft, erobert die heilige Stadt, deren Namen ich nach fünf Minuten schon wieder vergessen habe, findet den Dolch der Zeit, der mit dem Sand der Zeit funktioniert, muss aber flüchten, weil alle glauben, er hätte den König umgebracht, die Prinzessin der eroberten Stadt (und natürlich Hüterin des Dolches – man sieht, wie schlecht sie ihren Job gemacht hat) kommt mit, es gibt ein paar witzige Dialoge, ein bisschen mehr Action, ein fulminantes Ende und ein Happy-End für Prinz und Prinzessin. Ende gut, alles gut. Frage: Ist der Film auch gut???

Ich muss sagen, für Popcorn-Kino ist „Prince of Persia“ genau richtig. Und was mich noch viel mehr erstaunt hat, das Spielkonzept „Jump and Run mit Parcour-Einlagen und wilden Flügen durch die Luft mit anschließendem Kampf“ wird verdammt gut umgesetzt. Hier und kurze Zeitlupe, da der Kameraschwenk etwas schneller: die Action sitzt perfekt. Wie im Spiel lechzt man geradezu danach, den Prinz fliegen, rennen oder springen zu sehen. Gyllenhaal macht dem Prinzen als Action-Clown alle Ehre und es macht Spaß, ihm dabei zu zusehen.

Die Geschichte um Ehre unter Brüdern, Ehre dem Vater und dem Schicksal der Liebenden ist zwar etwas zu vollgepackt mit Ehre, Ehre und Schicksal, aber mein Gott… wen interessiert das wirklich? Es passt zur Geschichte des Prinzen eigentlich ganz gut, auch wenn es sicher nicht jedermanns Geschmack treffen würde.

Im Falle von „Prince of Persia“ möchte ich sogar fast behaupten, es ist besser ein Fan der Spiele-Serie zu sein. Dann weiß man, weswegen sich dieser Prinz in jedes noch so unglaubliche Abenteuer stürzt. Er kann halt einfach nicht anders: Sieht er eine Frau, muss er sie retten 😉

Nein, im Ernst: „Prince of Persia“ ist sicher nicht der beste Action-Fantasy-Film aller Zeiten, aber er unterhält gut. Action stimmt, die Geschichte ist auch halbwegs annehmbar und die Schauspieler sind gut aufeinander abgestimmt. Leider, leider wird uns wohl auch der Prinz mit einem Teil 2, 3, 4, unendlich „beglücken“. Mal schauen, ob die Euphorie (meinerseits) immer noch so hoch schwingt.

Wertung: 7 von 10 Punkten (lieber sehe ich ihn zwar mit dem Controller in der Hand, aber so war’s auch mal ganz nett)

8 Kommentare leave one →
  1. 16. Juli 2010 13:02

    Wirklich, es soll einen zweiten Teil geben, dabei ist der Film in Amerika ja ziemlich gefloppt (angesichts des Budgets von ca. 200 Mio. $). Wollte mir den Film eigentlich auch im Kino angucken, habe nach den Kritiken aber auf die Leihversion umgeplant – auch wenn es zu Hause kein Popcorn gibt…

    • donpozuelo permalink*
      16. Juli 2010 15:22

      Gute Entscheidung… und Popcorn gibt’s auch für die Mikrowelle. Schmeckt gar nicht einmal so schlecht 🙂

      • 18. Juli 2010 22:12

        Die Mikrowelle hat schon vor einiger Zeit ihren Geist aufgegeben 😀

        • donpozuelo permalink*
          19. Juli 2010 13:17

          NEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNNNN!!!!!!!!!!!!!!!!!

          Nicht die Mirkowelle. 😉

  2. 17. Juli 2010 17:08

    Die Actionszenen waren wirkllich großartig, auch wenn mich bei diesen Stellen mehr an Altair/Ezio erinnert fühlte, als an den namenlosen Wüstenhelden.

    Allerdings hören da auch schon die positiven Kritikpunkte auf. Ein Film muss keine großartige Story haben, wenn mich andere Punkte überzeugen (siehe Avatar), aber bei „PoP“ war dieser Hollywood-Kitsch wie ein Tritt zwischen die Beine, den man einfach nicht ignorieren kann. Das ganze Gefasel über Ehre, Liebe zwischen Brüdern und so weiter war einfach zu übertrieben und für die niveaulosen Witze fehlte einfach eine Figur wie Jack Sparrow, die ebenjene gut rüberbringt. Alfred Molina hat in der Hinsicht zwar gute Arbeit geleistet, aber richtig zünden wollten die Witze dennoch nicht.

    Der Cast war großartig und die Leistungen der Schauspieler ebenfalls, aber selbst die besten Akteure können keine vor Schnulz triefende Story retten. Warum musste der Prinz denn unbedingt ein Waisenkind sein? Konnte man auf das Klischee nicht verzichten? Genauso die Tatsache, dass es nur einen Schwarzen im Film gibt, der dann einem vorhersehbarem Schicksal entgegenschreitet. Man kann es in der Hinsicht auch übertreiben. 😮

    Unter Strich ist Prince of Persia gute Hollywoodkost, die durch seinen engagierten Cast, die gelungenen Actionszenen und ansehnliche Spezialeffekte überzeugen kann, weswegen die Punktzahl völlig in Ordnung ist. Ich weiß ja selbst nicht, warum mich gerade bei diesem Film das „Popcorn“ so gestört hat. Vielleicht hab ich seit „Clash of the Titans“ einfach eine innere Abneigung gegen solche Filme. 😉

    • donpozuelo permalink*
      18. Juli 2010 09:00

      Jaja 😉 Dieser ganze Schicksalskram war wirklich eine Nummer zu viel, gute „Hollywoodkost“ war es trotzdem.

      Wie gesagt, was mich am meisten begeistert hat, war die Tatsache, dass der Film besser war als ich es erwartet hatte. Soll natürlich nicht heißen, dass der Film wahnsinnig toll war. Aber ich hatte etwas richtig schlechtes erwartet und wurde sehr überrascht.

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