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Blood and Ice Cream – Part Two

14. Juli 2010

Ja, wenn man sich eine Trilogie zum Thema “Blood and Ice Cream” ausdenkt, muss man schon sehr kreativ sein, um auch tatsächlich Filme damit zu machen. Clever gelöst haben das Simon Pegg und Edgar Wright. „Blood“ wird damit gelöst, dass es einfach schön blutig und in schönster Splatter-Manier zu geht. „Ice Cream“ muss kein Hauptbestandteil sein, so lange nur einer der Hauptdarsteller irgendwann im Film ein leckeres Eis isst. Damit klärt sich dann die Frage, wie diese Trilogie thematisch aussehen soll: Es ist egal, solange es blutig wird und jemand ein Eis isst.

Von daher mag es nicht verwundern, dass der erste Film der Trilogie („Shaun of the Dead“) ein Zombie-Film ist, während der zweite Teil dem Action-Film seinen Tribut zollt.

In „Hot Fuzz“ spielt fast die gleiche Besetzung mit wie in „Shaun of the Dead“. Simon Pegg ist hier der Super-Bulle Nicholas Angel, der so gut ist, dass er seine Londoner Kollegen schlecht aussehen lässt. Deswegen wird er in strafversetzt – in den ruhigen, langweiligen Ort Sandford. Hier ist so gut wie nichts los – tja, bis es zu einigen Morden kommt und Angel endlich einmal zeigen kann, was ein wirklicher Cop kann.

Ich muss gestehen, „Hot Fuzz“ hat mir persönlich sehr viel mehr Spaß gemacht als „Shaun of the Dead“. Versteht das jetzt nicht falsch, „Shaun of the Dead“ ist großartig, aber „Hot Fuzz“ hat mir noch eine Spur mehr Spaß gemacht. Nicht nur wegen der herrlich verrückten Story oder den bekloppten Dorfbewohnern, die alle einen an der Waffel hatten. Nein, viel mehr war es das fröhliche Filmzitate-Raten, das mir so viel Freude gemacht hat: einige Sachen, wie „Point Break“ oder „Bad Boys II“ waren ja noch leicht – immerhin sehen wir ja beide Titel im Film. Aber auch so alte Edgar Wallace-Schinken mit dem Mönch mit der Peitsche oder etwa Leon und sein Pflänzchen – es ist für den aufmerksamen Zuschauer immer was dabei. Und im Stile ihrer „Blood and Ice Cream“-Trilogie wird hier sogar noch mehr Cornetto-Eis gegessen als in „Shaun of the Dead“.

Vom Aufbau her sind sich beide Filme ziemlich ähnlich: es fängt ruhig an. Besonders bei „Hot Fuzz“ funktioniert das besonders gut, denn so lernen wir mit Angel die „aufregende Welt“ von Sandford kennen. Hier ist so viel los wie in meiner Sockenschublade… obwohl selbst da mehr Chaos herrscht 😉 Aber mit der Zeit – eigentlich genau zur richtigen Zeit (nämlich kurz bevor man als Zuschauer etwas nervös wird, ob nun endlich noch was richtiges passiert) passiert dann auch was richtiges und der ganze Spaß geht los. Aus dem beschaulichen Dorf wird ein Tatort, Angel darf endlich ran und allen zeigen, was er kann. Er kämpft hart darum, seine Methoden durchzusetzen und als das nichts mehr nützt, nützt nur noch eins: sich eine coole Sonnenbrille kaufen, sich schwer bewaffnen und alles umnieten, was zwei Beine (und ebenfalls eine Knarre) hat. Hier kommt dann auch wieder das Blut ins Spiel und ein paar sehr geile Szenen folgen.

„Hot Fuzz“ zelebriert Action-Kino bis zum Umfallen. Mehr Action geht eigentlich schon nicht mehr. Es macht einfach Spaß, mehr kann man dazu nicht sagen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (hier geht die Post ab – genial auch ohne Zombies)

P.S.: Teil 3 der „Blood and Ice“-Trilogie soll sich dann wohl dem Science-Fiction widmen. Wir dürfen also gespannt sein und müssen uns noch in Geduld üben. Aber wozu gibt’s Eis?

14 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    14. Juli 2010 10:35

    Da kann ich mich nur anschließen – Hot Fuzz ist unsagbar geil.. Dumme Sprüche, Kleinst-Verschwörungen zum Höheren Wohl(TM) und cineastische Action sind in der Packung enthalten und machen viel Laune den Film zu gucken.. 9 von 10, da kann ich mich mit abfinden ^^

  2. Dr. Borstel permalink
    15. Juli 2010 15:49

    Ich enthalte mich mal eines wertenden Kommentars, da ich „Hot Fuzz“ nur einmal gesehen und kaum in Erinnerung habe. Damals hat mir „Shaun“ zumindest um Längen besser gefallen. Ich werde demnächst mal mein Gedächtnis auffrischen …

    • donpozuelo permalink*
      15. Juli 2010 18:34

      Tu das. 😉

      Einen genauen Vergleich kann man natürlich nicht wirklich ziehen – wir reden hier schließlich von Horror und Action. Aber irgendwie hat mich die Action etwas mehr angesprochen.

  3. 23. Juli 2014 20:11

    Nachdem du einem meiner Lieblingsfilme 9 von 10 Punkten gegeben hast UND (wie ich) Shaun of the Dead nicht ganz so gut findest, hast du jetzt einen neuen Follower. 😉 Da ich prinzipiell fast nie Filme gucke, ist meine Kinnlade übrigens erstmal auf dem Schreibtisch gelandet, als ich dein Pensum von „jeden zweiten Tag ne Rezension“ gesehen hab. Respekt! ^^

    • donpozuelo permalink*
      24. Juli 2014 09:03

      Willkommen und danke schön!

      Ich habe mal bei dir vorbeigeschaut und darf dir sagen, du hast jetzt auch einen Follower mehr 😉
      Was mein Pensum angeht, klingt das jetzt aufregender als es ist. Immerhin liegen genügend Sachen immer auf Halde, sodass ich da eigentlich nur selten in Not gerate 😉

      • 24. Juli 2014 09:14

        Yay, danke! ^-^
        Ah, dann gehörst du also auch zu den Leuten, die ALLES an einem Wochenende durchgucken könnten und dann noch 10 Artikel offen haben, sympathisch! 😀 (Geht mir mit Mangas manchmal so, aber eine 10-bändige Reihe is halt meistens trotzdem nur ein Artikel ^^)

        • donpozuelo permalink*
          24. Juli 2014 09:42

          Ja, mal so, mal so. Im Moment habe ich wieder nichts auf Lager und schreibe wirklich teilweise einen Tag vorher… aber wenn ich mal wieder Zeit habe, schreibe ich auch gern ein paar Artikel vor 🙂

        • 24. Juli 2014 10:07

          Is ja auch sinnvoll, dann kann man ab und zu auch mal was anderes machen. 😉

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