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Pilze essen

9. Juli 2010

Amis gehen in den Wald, essen ein paar Pilze und erleben den Trip ihres Lebens. Nur das ihr Leben danach ziemlich schnell vorbei ist.

In dieser Kurzfassung lässt sich der Film „Shrooms“ beschreiben. Und ich weiß nicht, warum, aber entgegen meiner anfänglichen Erwartungen war dieser Film besser als gedacht. Vielleicht lag es daran, dass ich vorher den ganzen Tag in der Sonne gelegen habe, den Film dann halb zwei in der Nacht im Fernsehen gesehen habe oder was auch immer: aber der Film hat gut funktioniert.

„Shrooms“ beginnt wie jeder x-beliebige Horror-Streifen: Ein Grüppchen im Wald wird Opfer einer alten Geistergeschichte. So scheint es anfangs. Das wird auch ganz gut verdeutlicht: zum einen durch ein paar wild zusammen geschnittene Szenen am Anfang, zum anderen durch eine Gruselgeschichte, die am Lagerfeuer erzählt wird. Doch der wirkliche Horror kommt von den kleinen, lustigen Pilzen, die die Urlauber zu sich nehmen.

Es fängt alles ganz ruhig an, aber schon beim ersten Opfer fällt es verdammt schwer, herauszufinden, was Wirklichkeit und was Pilz-Fantasie ist. Und das ist das Grandiose an „Shrooms“. Sowieso gestaltet sich das „Abschlachten“ der Opfer als äußerst kreativ – im Sinne eines Horrorfilms. Besonders überrascht hat mich vor allem die Tatsache, dass in vielen Fällen zwar gängige Klischees bedient werden, es dann aber zu einer vollkommen anderen Situation kommt als gedacht: so hätten wir da zum Beispiel zwei durchgeknallte Einsiedler, die sich nur noch von den Psycho-Pilzen ernähren. Aber die sind bei weitem nicht das größte Problem der Touristen im Wald.

Ich will jetzt „Shrooms“ auch nicht zu hoch loben. Viele Sachen laufen frei und fröhlich nach Schema F ab. Allerdings schafft es Regisseur Paddy Breathnach ganz gut, daraus einen spannenden Film zu machen. Vor allem das Ende macht viel aus – die Auflösung der gesamten Geschichte zwingt den Zuschauer dazu, den ganzen Film noch einmal Revue passieren zu lassen. Dabei fallen einem dann einige interessante Sachen auf – für denjenigen, der das nicht machen will, macht das der Film natürlich auch noch einmal in einer schnellen Bilderabfolge.

Wie schon gesagt, ich weiß nicht genau, ob es die Situation war, in der ich mich gerade befand oder nicht, aber „Shrooms“ war mal eine witzige Abwechslung von all den anderen Horrorfilmen. Das Set – ein Wald und eine Ruine darin (nein, es wird kein „Blair Witch Project“-Abklatsch), kreischende Menschen und die Wirkung merkwürdiger Pilze ergeben einen „amüsanten“ Horrorfilm, den man sich ruhig anschauen kann.

Blöde Amerikaner, die ohne zu denken, irgendwelche Pilze essen, haben es fast schon ein bisschen verdient, umgebracht zu werden. Man möchte sagen: „Selber schuld!“. Aber es macht durchaus Spaß. Sicherlich hätte man hier und da etwas mehr an dem Drehbuch feilen können, im Großen und Ganzen ist „Shrooms“ unterhaltsam. Besser wird’s wohl nur, wenn man selbst nen Pilz einwirft und den Film dann guckt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (man sollte halt nicht einfach jeden Pilz essen, der im Wald so rum steht)

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4 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    12. Juli 2010 22:02

    GEIL! Total unterbewertet der Film.. Die Umblenden zwischen Trip und Horror und die leichten Zeitsprünge rocken ja mal so richtig! WOW.. Kann ich echt nur weiterempfehlen in Sachen Horror.. Erstaunlicher Film, der es geschafft hat mich zu fesseln.. *staun*

    Sicher haben die Schauspieler und Story (gerade am Ende) Macken, aber dafür ist es ja auch nur ein B-Movie ^^

    Punktetechnisch würde ich etwa 7 von 10 geben..

    Grüße

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2010 06:58

      Erst „total unterbewertet“ schreiben und dann nur einen Punkt mehr geben 😀 😀 😀 Du bist mir einer.

      Aber es freut mich ja, dass er dir so gut gefallen hat.

      • luzifel permalink
        13. Juli 2010 07:22

        Wenn B-Movies eine eigene Skala hätten, würde ich den Film mit 9 von 10 bewerten, aber sowas gibts ja nicht ^^ (TankGirl würde nach der Skala auch wahrscheinlich mal solide 10 von 10 kriegen – genau wie Punisher:Warzone)

        Ich glaub der Film eignet sich mal so richtig für einen Filmabend mit Freunden (mit oder ohne Pilzpfanne, wie du schon meintest ^^)

        • donpozuelo permalink*
          13. Juli 2010 21:58

          Uhh… Punisher War Zone… könnte man auch mal wieder gucken 😉

          War das jetzt ne Einladung zum Essen im Wald mit Pilzen???

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