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Immer hübsch lächeln!

25. Juni 2010

So lautet das Motto von Jackie Chans Film „Under Control“. Immer hübsch zu lächeln hat auch der Zuschauer, aber irgendwie mehr aus Verlegenheit über diesen recht absurden Film, der mit einer schlechten Bollywood-Geschichte, einem clownesken Jackie Chan und einer Menge tuntiger Nebendarsteller aufwartet.

Eigentlich geht es in „Under Control“ aber vordergründig erst einmal gar nicht um unseren Handkanten-Star, sondern um die junge Bu (Shu Qi) aus Taiwan, die von der großen Liebe träumt. Als sie eines Tages eine Flaschenpost mit der Nachricht „Ich warte in Hongkong auf Dich! Albert“ findet, denkt sie nicht großartig nach, sondern fliegt nach Hongkong und lernt Albert (Tony Leung) kennen – doch der ist schwul. Als Ersatz dafür lernt sie dann den Millionär Chan (Jackie Chan) kennen, in den Bu sich verliebt. Allerdings hat Chan viel zu tun: Firmen übernehmen, Neider bekämpfen und sich die Konkurrenten vom Leib halten. Und so vernachlässigt er die arme Bu ein wenig. Und erst als sie weg ist, erkennt er, was er wirklich für sie empfindet.

Genau… Schnarch… ein guter erster Gedanke zu dieser Story. Und leider bleibt es auch dabei. Jackie Chans Versuch eine Romantikkomödie zu drehen, geht mal ordentlich schief.

Allein schon die Story ist einfach nur absolut albern und naiv. Sie torkelt von Szene zu Szene, in dem verzweifelten Versuch, so etwas wie Spannung oder Dramatik aufkommen zu lassen. Leider gelingt das zu keinem Moment, weil einfach die Figuren so dermaßen überzogen und übertrieben dargestellt sind, dass man sie schlichtweg nicht ernst nehmen kann. Jackie Chan als gestresster Millionär passt vielleicht gerade noch so in sein Schema des Martial-Arts-Komikers, aber fast sämtliche Gegenspieler und Nebenfiguren sind so dämlich, tuntig und albern, dass es einfach nur noch weh tut. Am meisten erschrocken hat mich dann echt der Auftritt von Tony Leungn als schwuler Albert. Zumal ich noch das Bild von ihm aus „Infernal Affairs“ im Kopf hatte – da liegen Welten zwischen beiden Filmen. Hier wird Leung nicht gefördert, aber vielleicht wollte er genau so etwas: einfach nur mal richtig schön blöd vor die Kamera treten und Fans schocken.

Wer allerdings noch mehr nervt, ist Shu Qi als Bu. Hier trifft schon fast das Motto: „Dumm, aber schön!“. Ihre Figur der Bu jagt Kindermärchen hinter her, sucht die große Liebe, ohne genau zu wissen, wo sie suchen soll.

Zu verschmerzen wäre all das, wenn es wenigstens ein paar gute Kämpfe zu sehen gäbe. Aber weil der Schwerpunkt auf der ach so romantischen Komödie liegt, kommen alle Martial Arts-Fans eindeutig zu kurz: insgesamt nur drei, vier vernünftige Kampfszenen. Bei denen nur der Kampf mit den als US-Präsidenten verkleideten Ganoven wirklich Spaß macht. Alles andere ist einfach nur lahm. Am Ende wird ein kleiner Kämpfer angeheuert, der gegen Chan im Namen seines Konkurrenten kämpft. Zwar ein guter Kampf, aber immer wieder quatschen die sich gegenseitig mit Nettigkeiten voll, so dass man gelangweilt darauf wartet, dass sie mit dem Tänzeln aufhören und endlich zur Sache gehen.

Ich weiß nicht, ob man diesen Film irgendwie gut finden kann. Selbst als großer Jackie Chan-Fan (und ich mochte den Blödel-Kämpfer immer sehr, sehr gerne) darf man sich diesen Film nicht anschauen. Romantik passt einfach nicht zu Jackie, wenn nicht nebenbei eine etwas besser auf ihn abgestimmte Story läuft.

Wertung: 3 von 10 Punkten (nur 3 Kämpfe und der Rest öde, langweilig, naiv und vorhersehbar – „Under Control“ ist hier gar nichts)

PS: Natürlich muss man dazu sagen, dass in Deutschland eine stark gekürzte Fassung erschien, die erst 2008 durch eine Uncut Edition verbessert wurde. Mir lag nur die gekürzte Fassung vor, aber ich glaube, selbst mit den fehlenden zwanzig Minuten wäre der Film nicht wirklich besser geworden.

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