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Sauber-Mann

23. Juni 2010

Manchmal sind Filme echt verwirrend. Man schwankt hin und her und weiß am Ende nicht, ob man den Film, den man gerade gesehen hat, nun gut oder schlecht finden soll. Besonders im Fall von „Cleaner“ wäre eine Art „Erster-Gedanke-Protokoll“ eine wirklich gute Sache. Das würde bei diesem Film wohl so aussehen:

Film: Cleaner

Regie: Renny Harlin, Regisseur vom zweifelhaften „Stirb Langsam 2“ (spricht schon mal gegen den Film)

Darsteller: Samuel L. Jackson, Eva Mendes und Ed Harris (spricht schon mal für den Film)

Inhalt: Ex Cop Tom Cutler (Jackson) ist Tatort-Reiniger. Eines Tages bekommt er einen Auftrag in einer Luxusvilla. Gründlich reinigt er den Tatort, aber als er am nächsten Tag wieder kommt, um der Besitzerin (Mendes) die Schlüssel wiederzugeben, hat die keine Ahnung, dass Cutler überhaupt jemals da war. Zusammen mit seinem Ex-Partner Eddie (Harris) versucht Cutler, aufzuklären, was passiert ist.

Gedanken-Ablauf:

  • Die erste halbe Stunde: „Wow, das sieht doch wirklich gut aus!“
    • Cutler wird von Anfang an als komischer Kauz vorgestellt: keinen Sinn für Humor (er redet auf seinem Klassentreffen in aller Ruhe über seinen Job), dafür sehr viel Sinn für Reinlichkeit (in perfekter Musikclip-Manier wird in schnellen Schnitten gezeigt, dass Cutler schon fast obsessiv gründlich ist).
    • Cutler ist perfekt auf seinen Job abgestimmt und hat dennoch eine zweite Seite, zumindest zuhause. Dort wartet nämlich seine Tochter.
    • Als Cutler nach seiner Reinigungsaktion vor der verdutzen Besitzerin steht, kommt Spannung ins Spiel – der „WTF“-Moment Nummer 1 des Films. Ähnlich verdutzt wie Cutler warten wir der Dinge, die da kommen.
  • Die zweite halbe Stunde: „Soll ich vielleicht doch was anderes gucken?“
    • Die Spannung wird nicht gehalten. Cutler gerät unter Verdacht, denn in dem von ihm gereinigten Haus wohnte ein hohes Tier, das nun verschwunden ist. Der ermittelnde Bulle ist ein gekonntes Arschloch, Cutlers Freund Eddie der Retter in der Not. Leider bleiben lange Zeit viele Fragezeichen auf Cutlers und auch auf meiner Stirn.
    • Gelungen ist dennoch, dass Cutler von zwei Seiten bedrängt wird: während er versucht, die Ermittler von sich fernzuhalten, stellt seine Tochter unangenehme Fragen über den Tod ihrer Mutter.
  • Die letzte halbe Stunde: „Mmh, wäre das früher gekommen, wäre der Film aber besser!“
    • Es kommt etwas Fahrt in den Film. Es offenbaren sich einige vorhersehbare und einige unvorhersehbare Tatsachen über die Menschen, mit denen Cutler sich abgibt. Cutler ist aber nicht das große Opfer des Films, auch wenn er wie eine Marionette gelenkt wird.
    • „WTF“-Moment Nr.2: Die Tatsache, wie gestört Cutlers Tochter eigentlich sein muss. Erst wird offenbart, dass sie den Tod ihrer Mutter als Sechs-Jährige mit ansehen musste, dann darf sie auch noch jemanden erschießen. Wenn das gute Mädchen nicht geprägt ist fürs Leben, dann weiß ich auch nicht.

Fazit: Film fängt gut an, lässt etwas nach, zieht dann wieder an. Hauptgedanke zum Film: „Solider Thriller mit kleinem Durchhänger!“. Aber was bedeutet denn solide, wenn Spannung nur schwer aufkommt: Solide bedeutet in diesem Fall, dass alle Bausteine für einen sehr guten Thriller vorhanden sind: ein Ex-Bulle, sein Ex-Partner und eine unbekannte Schönheit, viele ungelöste Fragen und ein großes Geheimnis. Getragen wird das Ganze jedoch nur durch einen guten Samuel L. Jackson. Eva Mendes darf ihren Sex-Appeal nicht offenbaren und bleibt so sehr im Hintergrund.

Etwas mehr Spannung zwischendurch wäre schon nett gewesen. Aber allein wegen Jackson ist „Cleaner“ durchaus sehenswert.

Wertung: 6 von 10 Punkten (große Namen bedeuten nicht immer große Unterhaltung)

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