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Griechischer Wein

7. Mai 2010

Was ist eigentlich los mit Nicolas Cage? Der Mann war doch irgendwann mal richtig cool – ein richtiger Actionheld, den man gerne gesehen hat. Irgendwie hat er es immer geschafft, seinen Figuren etwas mehr Tiefe zu geben als in einem Actionfilm normalerweise nötig. Doch seit kurzem macht er nur noch merkwürdige Dinge – wer nennt seinen Sohn schon Kal El oder macht schlechte Filme wie „Next“?

Aber hin und wieder gibt es dann doch noch Filme, in denen Cage einigermaßen überzeugen kann. So auch in „Corellis Mandoline“ – ein Film, der mich sehr überrascht hat. Einmal positiv: weil ich tatsächlich etwas gerührt war. Aber einmal auch etwas negativ – aber dazu später mehr.

„Corellis Mandoline“ ist eine Romanze in Kriegszeiten. Schauplatz ist eine nette Insel in Griechenland, die von den Italienern im Zweiten Weltkrieg besetzt wird. So kommt Capitano Antonio Corelli (Cage) auf die Insel – für die Soldaten seiner Truppe mehr ein netter Urlaub mit viel von besagtem griechischen Wein, Weib und Gesang. Von Krieg also keine Spur. Dafür lernt Corelli die zauberhafte Pelagia (Penelope Cruz) kennen, Tochter der Arztes Iannis (John Hurt). Pelegia trauert eigentlich noch ihrem Verlobten Mandras (Christian Bale) hinterher, der verschollen auf dem Kriegsfeld zu sein scheint. Wie man sich schon denken könnte, kommt es zur Liebschaft, Mandras taucht irgendwann wieder auf und der Krieg holt auch Corelli und seine liebliche Insel wieder ein.

Damit wird gleich klar, „Corellis Mandoline“ ist von der ersten Minute an absolut vorhersehbar. Man darf keine Überraschungen erwarten, dafür aber nette, leichte Kost mit durchaus romantischen Zügen. Vor allem wenn der arme Cage verzweifelt versucht die hübsche Cruz für sich zu gewinnen. Wer meinen Blog jetzt ein wenig länger verfolgt, weiß ja, dass ich ein großer Cruz-Fan bin. Besonders in „Corellis Mandoline“ kann die Spanierin ihren traurigen Schmollmund perfekt zur Geltung bringen. Mehr dann aber auch nicht. Wenigstens kann Nicolas Cage als leichtlebiger Musiker punkten, der in seinem ganzen Leben noch kein einziges Mal wirklich den Krieg miterlebt hat und eher ein verzweifelter Romantiker ist, der in Uniform vollkommen fehl am Platze ist. Das merkt man vor allem dann, wenn er versucht Pelegia zu imponieren, indem er eine angeschwemmte Mine sprengen will – mit ordentlich Sprengstoff, aber einem Schutzbau in nur 30 Meter Entfernung. Liebe macht blind und dumm – Corelli steht dafür mit seinem Namen, wird so aber auch irgendwie ungemein liebenswert.

Aber kommen wir doch darauf zurück, warum mich „Corellis Mandoline“ auch negativ überraschte. Das liegt vor allem an der Besetzung: Gut, Nic Cage kann als Italiener vielleicht gerade noch durchgehen, aber warum, warum spielt eine Spanierin eine Griechin und ein Christian Bale ihren griechischen Verlobten??? Wahrscheinlich ging es einfach nur darum, in einem durchschnittlichen Film jede Menge große Namen zu vereinen – was bietet sich da besseres an als ein Liebesdreieck aus Nicolas Cage, Christian Bale und Penelope Cruz?

Im Großen und Ganzen können die großen Stars die Story ganz gut halten. Neben der romantischen Schiene fährt man später zweigleisig und bringt noch ein wenig Action dazu. Der Zweite Weltkrieg trifft auch Corellis kleine Insel, es kommt zu tragischen Verlusten und unglaubwürdigen Rettungsaktionen (Corellis überlebt einen Maschinengewehr-Kugelhagel, weil einer seiner Männer sich vor ihn stellt 😉 ). Aber im Rahmen der Geschichte passt das alles noch ganz gut zusammen. Traurig wird es dann, wenn Corelli die Insel verlässt und wir gespannt darauf warten, dass er pünktlich zum Happy End wiederkehrt. Hier allerdings versucht Regisseur John Madden seinen Film künstlich zu strecken – ein Erdbeben verwüstet die Stadt. Die Sequenz passt nicht in den Film, weil sie vollkommen unnötig ist. Jeder Zuschauer weiß, worauf er wartet und will einfach nur sehen, wie Corelli und Pelegia wieder zusammen finden.

Das tun sie dann aber irgendwann auch und alles ist wieder gut. Ein zwar nicht überragender, aber durchaus netter Film.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Cage überzeugt, seine Mandoline noch mehr)

3 Kommentare leave one →
  1. christiansfoyer permalink
    7. Mai 2010 09:43

    Cage ist schon wirklich ’n komischer Vogel, ein solches Auf und Ab in der Filmographie haben sich wenige zusammengespielt. „Corellis Mandoline“ hab ich noch nicht gesehen, klingt aber ganz annehmbar – und auch wenn er möglicherweise nur seines Namens wegen mitspielt: gegen Christian Bale hab ich nie was einzuwenden 😉
    Falls du noch einen Tip brauchst (und den Film noch nicht kennst): für Cages besten Film der letzten Jahre halte ich „The Weather Man“, das ist eine sehr feine Dramödie

    • donpozuelo permalink*
      7. Mai 2010 11:58

      „Weather Man“ kenne ich. Wirklich ein guter Film. Aber du hast schon Recht: ein ständiges Auf und Ab mit Nic Cage macht es nicht gerade einfach, dem Namen Cage zu vertrauen. Auch so die letzten Filme wie „Bad Lieutenant“ oder „Kick-Ass“ sind ja auch mit sehr gemischten Meinungen über Cage an den Start gegangen. Schwierig, schwierig, das Ganze… 🙂

  2. 7. Mai 2010 17:16

    Ich bin ja kein großer Cage-Fan, von dem Film habe ich noch nie was gehört, obwohl der Cast ja tatsächlich vielversprechend klingt…

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