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White Russian

16. April 2010

Man nehme 4 cl Wodka, 2 cl Kahlua, 3 cl Sahne. Und bitte darauf achten, dass sich die Sahne und der Kahlua-Wodka-Mix nicht miteinander vermischen. Das soll nämlich erst im Mund passieren. Aber mal ehrlich: Wodka und Likör zusammen mit Sahne???? Hört sich irgendwie fies an, und trotzdem trinkt der Dude den Drink in fast jeder Szene. Denn das macht der Dude nämlich gerne: ein bisschen Alk, ein bisschen Gras, ein bisschen Bowlen und schon ist die Welt in Ordnung. Wenn da nicht gewisse Menschen auf den Teppich des Dude pinkeln würden und ihn somit dazu veranlassen Vergeltung für seinen verschandelten Teppich zu suchen. Schließlich hat der doch den Raum abgerundet.

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich dem Dude begegnet bin. Ich kannte ihn zwar vorher vom Hören-Sagen, gesehen hatte ich den Film bis jetzt aber noch nie. Und jetzt wo ich ihn gesehen habe, schäme ich mich schon fast, dass ich diesen genialen Film nicht schon viel früher für mich entdeckt habe. Denn „The Big Lebowski“ ist nicht nur einfach ein herrlich schräge Komödie mit einem der besten Anti-Helden, die das Kino gesehen hat, sondern es ist auch noch ein Coen-Brothers-Film. Und wenn ich mich jetzt mal weit aus dem Fenster lehnen darf: „The Big Lebowski“ ist ab jetzt mein absoluter Lieblings-Coen-Streifen. Punkt. Aus. Ende.

Der Dude (links) und seine Gang

„The Big Lebowski“ ist ein klassischer Coen: ein Typ macht sich auf etwas zu erledigen (der vollgepinkelte Teppich), gerät dann in weit mehr (er soll als Geldüberbringer bei einer Entführung helfen), wird von allen Seiten fertig gemacht und will doch eigentlich nur seine Ruhe und seinen Teppich wieder. Dass „The Big Lebowski“ viel mehr ist als nur ein geiler Coen-Brother-Film liegt einzig und allein an Jeff Bridges, der hier den Dude spielt.

Eigentlich kann ich es gar nicht richtig in Worte fassen, aber Bridges ist als Dude absolut genial. Diese Ruhe (wohl auch wegen dem Alkohol und den Drogen) – den Dude bringt scheinbar nichts aus der Fassung. Selbst im alten Bademantel und in Schlappen hat er noch eine unheimliche Präsenz. Der Dude ist einfach nicht zu beschreiben…. Aber absoluter Kult. Er nimmt das Leben wie es kommt, flucht wie nichts Gutes, genießt die Dinge, wie sie gerade kommen, hat seine kleine Gruppe an Freunden (John Goodman und Steve Buscemi – großartig) und keinerlei Ambitionen etwas an seinem Leben ändern zu müssen.

Doch der Dude ist nicht das einzige, was in „The Big Lebowski“ komplett schräg ist: da ist der angebliche Millionär, seine „Ehefrau“ – ein junges Porno-Starlet, die Emanze, die den Dude für die Fortpflanzung benutzt (toll gespielt von Julianne Moore), die Nihilisten-Nazis, die auch ständig was vom Dude wollen und ein merkwürdiger Cowboy, der als Erzähler fungiert. Alle Figuren und vor allem alle Traumsequenzen des Dude sind so herrlich abgedreht, durch geknallt und nicht von dieser Welt, das sie zusammen genommen einfach nur Spaß machen.

So, ich will ehrlich gesagt nichts mehr sagen, denn mir fehlen einfach die Worte: „The Big Lebowski“ hat ab jetzt einen Ehrenplatz – so ein schräger, kultiger, witziger, absurder Film verdient das einfach.

Wertung: 10 von 10 Punkten (wir sollten alle ein bisschen mehr wie der Dude sein, dann wäre die Welt vielleicht ein etwas ruhiger Ort – solange keiner auf unseren Teppich pinkelt 😉 )

14 Kommentare leave one →
  1. 17. April 2010 16:41

    Manchmal, wenn ich deinen Feed abrufe, und die Überschriften lese, bin ich ja am Rätseln, welcher Film diesmal gemeint sein könnte. Hier ist es ein echter Selbstgänger? 10/10 sind natürlich absolut korrekt: Everybody loves The Dude!

    • donpozuelo permalink*
      17. April 2010 19:03

      🙂 das ist vollkommen beabsichtigt. Ein bisschen Rätselraten ist ja nicht schlecht… 😉

  2. Dr. Borstel permalink
    17. April 2010 19:26

    Ich habe ihn zwar gesehen, das ist aber schon so lange her, dass ich mich nur noch an gewisse Einzelheiten erinnern kann. In jedem Fall ein toller Film, aber ich schätze, ich muss mein Gedächtnis mal auffrischen.

    • donpozuelo permalink*
      18. April 2010 08:41

      Auffrischen!!!
      Auffrischen!!!
      Auffrischen!!!

      Und mit White Russian mischen!!!

      😉

  3. 17. April 2010 21:33

    Ich habe dich doch vor Kurzem gefragt, welchen Coen-Film ich mir als ersten angucken sollte. Wahrscheinlich wäre dieser hier der richtige. Also nehme ich mir mal bei der nächsten Amazonbestellung vor, den Dude einzupacken!

    • donpozuelo permalink*
      18. April 2010 08:37

      Ja, „The Dude“ wäre ein guter Einstieg in die Coen-Welt, nur wirst du dann alle Filme daran messen 🙂 und der Dude ist einmalig….

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