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Jim Morrison in Toga

8. April 2010

In den nächsten Tagen wartet das nächste große 3D-Kinohighlight darauf, uns von den Sitzen zu fegen: „Clash of the Titans“ mit Sam Worthington. Ich stand diesem Film etwas skeptisch gegenüber. Der Trailer sah mir zu sehr nach einem CGI-überfülltem Spektakel aus, während sich die Liste der Schauspieler immer anhörte, als könnte man durchaus Hochkarätiges erwarten. Doch zum Glück hatte ich Glück und meine Neugier wurde teilweise befriedigt – denn: Ich habe das Original aus den 80er gesehen und jetzt bin ich doch sehr gespannt, wie das Remake so daher kommt.

„Kampf der Titanen“ kam 1981 in die Kinos und erzählt die Geschichte vom jungen Perseus (Harry Hamlin), dem Sohn des Zeus (Laurence Olivier). Perseus soll die hübsche Prinzessin Andromeda (Judi Bowker) davor bewahren, als Opfergabe für ein Seeungeheuer zu enden. Und so macht sich Perseus mit seinen Männer auf den Weg – sein Ziel: die schreckliche Gorgone Medusa. Zum Glück aber ist Perseus‘ Papa der mächtige Zeus und so muss der junge Halbgott nicht unvorbereitet in den Kampf ziehen: da gibt es einen Helm, der unsichtbar macht, ein Schwert, das selbst Marmor zerschlägt wie trockene Äste, ein fliegendes Pferd namens Pegasus und eine merkwürdige elektronische Eule namens Bubo, die den Weg weist.

„Kampf der Titanen“ ist für heutige Verhältnisse natürlich billigste Unterstufe. Aber ich liebe diese alten Filme, in denen die Monster und Ungeheuer noch mit dem Stop-Motion-Prinzip auf die Schauspieler losgejagt werden. Mittlerweile ist man perfekte Inszenierungen gewohnt, da ist es immer wieder schön zu sehen, wie die Schauspieler eigentlich gegen die Luft kämpfen und erst im Nachhinein vor kleinen Knetfiguren stehen, die sie umbringen wollen. Doch in „Kampf der Titanen“ wird uns Monster- und Tricktechnisch einiges geboten: vor allem aber die Gorgone Medusa sieht echt fies aus und bereitet dem jungen Perseus einige Schwierigkeiten.

Heute würde man den Film wahrscheinlich als Trash abtun, aber weit gefehlt: er ist wirklich gut. Und unterhaltsam. Aber vielleicht stehe ich einfach zu sehr auf solch trashige Filme. Was mich an diesem Film am meisten fasziniert hat, sind zwei Dinge:

1)      Harry Hamlin hat mich die ganze Zeit an „The Doors“-Sänger Jim Morrison erinnert. Daher auch die Überschrift J Aber urteilt selbst, vielleicht habe ich ja auch nur was auf den Augen:

Mit viel Fantasie sehen die sich doch ähnlich, oder nicht???

2)      Heimlicher Star ist die von Athene geschickte Eule Bubo, die Götterschmied Hephaistos baut, damit Athene nicht ihre echte Eule an Perseus geben muss. Somit taucht in der großartigen Welt der magischen Antike plötzlich ein fiepender, den Kopf drehender Roboter auf, der alles zu wissen scheint, sich aber nur auf recht unverständliche Weise mitteilt. Ein erster Gedanke, der da aufkommt, war bei mir: Das ist der R2D2 der Antike. Und die Parallelen sind nicht zu übersehen, auch wenn die Produzenten behauptet haben, dass sie nicht existieren: Aber wer den Film sieht und „Star Wars“ kennt, der wird sich tierisch freuen, einen alten Bekannten in etwas ungewöhnlichem Outfit wiederzusehen. (Wobei ich mich frage, ob das Remake auch mit einer mechanischen Eule aufwartet???)

Nachdem ich das Original gesehen habe, werde ich mir doch noch einmal überlegen, das Remake zu schauen. Wer weiß, was man hier so entdeckt???

Wertung: 8 von 10 Punkten (Old-School-Tricks, Jim Morrison und R2D2 – was will man eigentlich mehr in einem Film?)

10 Kommentare leave one →
  1. 9. April 2010 18:18

    Ich kenne solche „Antike-Filme“ eigentlich nur als puren Trash (zumindest aus heutiger Sicht), nur gefällt mir der meistens nicht. Das Remake wird ja wahrscheinlich ein Effektgewitter und leichte Actionkost.

    • donpozuelo permalink*
      9. April 2010 18:35

      Tja, so wird das wohl sein. Ich war mir nur lange gar nicht bewusst, dass die das Remake auch in 3D in die Kinos bringen.

  2. Dr. Borstel permalink
    10. April 2010 10:23

    Das verlangt aber nach viiiiel Fantasie. 😉

    Hm, mit so was kann ich überhaupt nichts anfangen. Plastikmonster und miese B-Schauspieler in schlecht choreographierten Schwertkämpfen, Story ist Nebensache – nein, danke. Gilt natürlich auch für das Remake, dass ich erst recht nicht brauche.

    • donpozuelo permalink*
      10. April 2010 17:24

      Ok. Gut. Also habe ich dann doch zu viel Fantasie 🙂

  3. 14. April 2011 20:56

    Harry Hamlin mit seiner für Griechenland natürlich ganz typischen Fönfrisur und der kleine Bubo haben meine Kindheit geprägt. Auch wenn es der letzte Film mit Ray Harryhausens Tricks und nach Star Wars schon lange veraltet war, hat er mir damals dennoch gefallen. Wirklich besser als das Remake ist er jetzt nicht, da das Original in Sachen Choreographie ziemlich an Punkten verliert.

    Mit der eigentlichen Geschichte haben die beide nichts wirklich zu tun, aber die Version hier hält sich noch am ehesten an die Vorlage.

    • donpozuelo permalink*
      15. April 2011 05:42

      Naja… 😉 Die Sache mit dem Remake muss ich noch prüfen 😀 auch wenn es schon bei graval vernichtende Kritiken gab. Ich finde solche Filme ja vor allem wegen der alten Stop-Motion-Technik irre witzig und schaue sie mir – wenn sie mal durch Zufall noch laufen – gerne an. Meine persönlichen Favoriten sind dabei aber immer noch die alten „Sindbad“-Filme. Die waren großartig!!!

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