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Slave To Love

11. März 2010

Es gibt Filme, von denen reden alle. Und wenn man nicht sofort weiß, warum, dann schauen einen entsetzte Gesichter an. Hin und wieder sind es Filme, wo das durchaus gerechtfertigt ist, manchmal sind aber auch Filme dabei, wo man sich echt fragt: „Warum finden den nur alle so toll?“

Diese Frage habe ich mir dann auch gestellt, nachdem ich endlich mal Adrian Lynes „9 ½ Wochen“ gesehen habe. Warum zur Hölle wird nur ständig über diesen Film gesprochen, wo er doch eigentlich nur ein Softporno mit Starbesetzung ist? Vielleicht liegt es daran, dass es einer der letzten Filme ist, in dem Mickey Rourke noch wirklich gut aussieht? Vielleicht liegt es daran, dass Kim Basinger sich äußerst freizügig zeigt? Ich weiß es nicht, aber „9 ½ Wochen“ hat den ganzen Rummel irgendwie nicht wirklich verdient. Nicht für einen einfachen Softporno: Allein die Geschichte ist schon echt irgendwie total bescheuert:

Elizabeth (Basinger) arbeitet in einer Kunstgalerie und lernt irgendwann den Börsenmakler John (Rourke) kennen. Die beiden beginnen eine Affäre, bei der sich vor allem Johns Spielchen immer mehr ins sadomasochistische Milieu begeben – wenn ich das mal so hochtrabend beschreiben darf. Kurz gesagt: Elizabeth lässt sich brav erniedrigen, bis sie es irgendwann nicht mehr aushält und John nach…. „9 ½ Wochen“ verlässt. Zum Glück… für uns, denn dann ist der Film vorbei.

Natürlich will ich nicht abstreiten, dass Kim Basinger in dem Film schon ziemlich heiß aussieht, aber gut… mein Gott, daraus dann gleich einen Kultstreifen zu machen, ist mir irgendwie ein bisschen zu viel. Die Geschichte schleppt sich vollkommen ohne Tiefgang von Sex-Show zu Sex-Show: da hätten wir die Szene mit dem Augenverbinden, das etwas ausufernde Essenraten vor dem Kühlschrank, den Striptease zu „You Can Leave Your Hat On“ und so weiter und so fort. Alle Szenen sind nett inszeniert – immer wieder wird Basinger in einer Mischung aus Licht und Schatten gezeigt, wodurch mal mehr und mal weniger gezeigt wird. Erotik spielt sich auch hier mehr im Kopf ab, was nett ist, mehr aber auch nicht.

Als der Film 1986 in die Kinos kam, wurde er für 3 Goldene Himbeeren nominiert und trotzdem war er ein Erfolg. Und da kommt dann wieder die Frage auf, warum??? Könnte es sein, dass Frauen sich zu einem Arschloch wie Rourke es spielt auf gewisse Weise hingezogen fühlten und durch den Film in ein erotisches Abenteuer flüchteten, bevor es wieder zum 08-15-Ehemann/ Freund ging? Ich weiß es wirklich nicht. Naja, wenigstens kann ich jetzt mitreden und endlich öffentlich zugeben, einen „erotischen“ Film gesehen zu haben, ohne das man mich entsetzt anguckt: „So was guckst du???“. Ja, solange sich berühmte Menschen dort räkeln, ist das wohl öffentlich akzeptiert. Die Frage, wie viel da wirklich Kim Basinger und wie viel vielleicht Body Double ist, stellt man vorsichtshalber gar nicht erst.

Naja, „9 ½ Wochen“ könnte man natürlich auch immer als Inspiration  für die eigenen „Spiele-Abende“ zuhause nehmen. Man sollte nur vorher den Fußboden vorm Kühlschrank sauber machen und auch genügend nette Sachen in selbigem haben. Ansonsten ist man vielleicht nur ein bisschen Käse und Wurst und das war’s. Nicht sehr erotisch…

Wertung: 4 von 10 Punkten (theoretisch reicht es, immer zu den „netten“ Szenen vorzuspulen, die „Story“ kann man eh vernachlässigen – halt ein echter Softporno)

9 Kommentare leave one →
  1. 11. März 2010 12:42

    Es ist ewig her, dass ich den gesehen habe, aber soweit ich mich erinnere, fand ich ihn als Darstellung von psychischer und sexueller Hörigkeit schon ganz gut. Und die Szene mit „You can leave your hat on“ (die ist doch aus diesem Film, oder?) hat ja schon Kultstatus und wird oft zitiert.

    Michey Rourke war natürlich (damals!) auch nicht ganz zu verachten. Vielleicht war der Film deshalb so erfolgreich. 😉

    So, und jetzt muss ich das Bild von der halbnackten Kim Basinger mit Wurstscheiben auf dem Astralleib wieder aus dem Kopf kriegen. *lol*

    • donpozuelo permalink*
      12. März 2010 07:48

      Klar hat die Strip-Szene Kultstatus, aber deswegen gleich einen ganzen Film so zu „pushen“, finde ich etwas übertrieben.

      Ich glaube ja immer noch, es liegt eher alles an Basinger und Rourke – ein Film perfekt für jedes Geschlecht, weil es zwei hübsche Menschen zu bestaunen gab 🙂

  2. 11. März 2010 16:50

    Ups, von dem Film hat man schon mal gehört… öhm, mir sagte der Name erstmal gar nichts. Das liegt wohl daran, dass ich als Früh-90er geborener Mickey Rourke eh nur als abgewracktes Gestell kenne und nie sonderlich an dessen früheren Filmen interessiert war.

    • donpozuelo permalink*
      12. März 2010 07:50

      Ja, das mit Mickey Rourke ist schon krass. Das erste Mal, als ich ihn wirklich wahrgenommen habe, war in „Sin City“. Und da sieht der Mann ja richtig übel aus – kein Vergleich zu „9 1/2 Wochen“. Wenn er da auch schon so ausgesehen hätte…. brrrrr…. daran möchte man gar nicht denken

  3. 14. März 2010 16:43

    Also ich versteh überhaupt nicht warum 9 1/2 Wochen so gehypet wurde. Mir hat der Film überhaupt nicht gefallen. Keine Ahnung warum, aber ich hätte mir einfach viel mehr erwartet. Und die Story fand ich einfach platt. Aber ja, Geschmäcker sind verschieden…;)

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