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Hart arbeiten

1. März 2010

Ich hatte ja so meine Befürchtungen. Nachdem ich den Film „Sieben Leben“ mit Will Smith gesehen hatte (und mich dabei ziemlich gelangweilt hatte), war ich mir nicht sicher, ob ich mir „Das Streben nach Glück“ angucken sollte. Immerhin ist das wieder ein Film von Gabriele Muccino mit Will Smith.

Zum Glück habe ich mir die erste Zusammenarbeit der beiden dann doch angeschaut und wurde sehr positiv überrascht, denn die Geschichte von Chris Gardner ist spannend inszeniert und kommt sogar ohne die von mir befürchtete Gefühlsduselei aus.

Gardner versucht sich als Vertreter von Knochendichtemessgeräten (ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gibt), doch leider reicht das vorne und hinten nicht, um seine kleine Familie zu ernähren, da die meisten Ärzte nicht daran interessiert sind. Chris macht sich auf die Suche nach einem besseren Job, aber alles was er bekommt, ist ein 6-monatiges Praktikum bei einer Investmentbank. Allerdings ist er nur einer von vielen und am Ende kann es auch hier nur einen geben. Und Chris ist einer doppelten Belastung ausgesetzt: Während sich seine Kollegen ganz dem Lernen hingeben können, muss Chris auf seinen Sohn Christopher (Jaden Smith) aufpassen und Geld verdienen.

Gardner kämpft für seinen Traum, er gibt alles, um ein besseres Leben zu erreichen – die Botschaft des Films ist offensichtlich. Aber Muccino trägt sie behutsam durch den Film ohne aus Gardner einen Übermenschen zu machen. Dieser arbeitet einfach nur wie besessen, weil er ein Ziel vor Augen hat: ein besseres Leben für seinen Sohn und sich selbst. Auch wenn ihn die Frau (Thandie Newton) verlässt, auch wenn er sein Haus verliert und kein Geld mehr hat, beißt er sich durch.

„Das Streben nach Glück“ wird aber nicht nur eine Geschichte über Gardner, sondern eine gefühlvolle Vater-Sohn-Story. Auch wenn der Fokus zum größten Teil auf Gardner liegt, werden die Szenen mit seinem Sohn

Will Smith spielt den Gardner großartig und wurde zu recht mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Aber der eigentliche Ruhm gilt Smiths Sohn Jaden. Vielleicht liegt es ja daran, dass sie schon Vater und Sohn sind und nicht mehr wirklich spielen müssen, aber die beiden überzeugen. Und was halt noch viel überraschender ist – auch die Story überzeugt. Ob es daran liegt, dass auf einer „wahren Begebenheit“ beruht. Das ist ja eigentlich eher etwas, was mich normalerweise nicht so sehr zu einem Film zieht. In Fall von „Das Streben nach Glück“ ist es aber ein interessantes Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man gewillt ist, alles dafür zu geben. Natürlich ist die Botschaft des Films nicht ganz träumerisch – im Endeffekt hat Gardner gar keine andere Wahl, als sich halb tot zu arbeiten. Eigentlich ist er mehr ein in die Ecke gedrängtes Tier, das sich mit allen Mittel gegen sein Ende wehrt. Und wer sich richtig gegen den Film stellen will, könnte darin auch einen Versuch sehen, den American Dream mal wieder etwas aufleben zu lassen: dieses Mal zwar nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern vom obdachlosen Praktikanten zum Millionär. Für die „Generation Praktikum“ vielleicht eine erstrebenswerte Perspektive.

Aber „Das Streben nach Glück“ ist einfach kein Film über den man zu viel nachdenken sollte. Es ist ein sehr warmer, sehr netter Film mit einem Will Smith, der hier entgegen seiner Action-Rollen besetzt wurde und ausgezeichnet spielt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (eine Hommage an den American Dream – kann man mögen, muss man aber nicht)

7 Kommentare leave one →
  1. 1. März 2010 11:08

    Sehe ich ähnlich. Ich finde, dass der Film sehr in Ordnung geht. Und natürlich huldigt der Streifen den American Dream, aber ich finde es hält sich in Grenzen: Immerhin kehrt Mami ob desn nun strahlenden Erfolgs ihres Ex(Manns) am Ende nicht urplötzlich zurück. Dann wäre der Film wirklich übel gewesen. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      1. März 2010 12:26

      Stimmt, das ist wirklich ein großer Pluspunkt.

  2. 1. März 2010 14:24

    Ich denke mal der Film kam in Amerika, wie mehrmals erwähnt dank American Dream, besser als in Europa an. Aber Papa und Sohnemann Smith haben den Film echt sehenswert gemacht.

    Ich habe den Film zwar vor etwa einem Jahr gesehen, aber vielleicht prangert der Film auch das mangelhafte Sozialsystem der USA an.

    • donpozuelo permalink*
      1. März 2010 16:02

      naja, ein bisschen macht er das schon. aber das ist nicht die eigentliche botschaft – die lautet wohl eher: Solange du willst, kommst du auch gegen ein mangelhaftes Sozialsystem und andere Schwierigkeiten des Lebens an

  3. 1. März 2010 20:20

    Mir hat der Film gefallen, alleine schon deswegen, weil ich Will Smith sehr überzeugend in einer für ihn eher unüblichen Rolle gesehen habe. Sehenswert!

  4. Dr. Borstel permalink
    3. März 2010 19:48

    Ich überlege schon seit Längerem, ob ich mir den mal antun soll. Zwar bin ich so in etwa das Gegenteil eines Will-Smith-Fans, aber die Story hört sich doch halbwegs brauchbar an …

    • donpozuelo permalink*
      4. März 2010 07:47

      Naja, als Will Smith-Fan würde ich mich auch nicht unbedingt bezeichnen – von der Warte her: probier’s ruhig mal aus…

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