Zum Inhalt springen

Noch nicht ganz tot

4. Februar 2010

Es war einmal ein reicher, dichtender, leicht depressiv wirkender Halbwaise – ein kleiner Rebell mit einer kalten Mutter. Dieser Rebell heißt Nick Powell (Justin Chatwin). Nick geht an eine ganz normale High-School mit ganz normalen Losern und Winnern. Ein solcher Loser ist Nicks Freund Pete (Christopher Marquette), der einen dummen Fehler macht, wegen dem die kriminelle Annie (Margarita Levieva) Nick fast zu Tode prügelt und im Wald versteckt. Doch während seine Peiniger glauben, Nick sei tot, ist dieser ganz und gar nicht tot. Er ist einfach nur gefangen zwischen den Welten – nicht ganz tot, nicht ganz lebendig – „Unsichtbar“ halt, wie der Film so schön heißt.

David S. Goyer ist eigentlich im Horrorgeschäft zu Hause, langweilte uns mit Filmen wie „The Unborn“ oder führte die Blade-Reihe in einen dritten Teil. Mit „Unsichtbar – Zwischen den Welten“ tritt Goyer ein wenig vom Horror zurück und wendet sich einem Prä-„Twilight“-Publikum zu.

„Unsichtbar“ ist wirklich nur was für wirklich depressive Emo-Kids – der ganze Film strahlt eine gewisse Trägheit aus, die durch einen guten, aber ebenfalls deprimierenden Soundtrack noch unterstrichen wird. Und trotzdem hat diese Trägheit des Erzählens auch etwas Positives: Lange, lange Zeit widersetzt sich „Unsichtbar“ den zu erwartenden Storyplots. Überhaupt lässt sich Goyer Zeit, bis es überhaupt dazu kommt, dass Nick eine Art Geist wird. Vorher wirkt das Ganze wie ein Teenie-High-School-Drama. Selbst dann, wenn sich daraus ein Mystery-Drama entwickelt, wartet man vergebens… worauf eigentlich? Nick muss lernen, dass er zwar alles sehen und hören kann, niemand aber ihn sehen oder hören kann. Als Zuschauer wartet man, nach einer Weile hofft man sogar, dass endlich jemand den armen Kerl hört. Aber es passiert einfach nicht. Natürlich kann man das nicht ewig so hinhalten, Goyer gelingt es dennoch, es so lange wie nötig hinauszuzögern. Und irgendwann wird er so etwas wie das schlechte Gewissen von Annie. Noch verwirrender wird es, wenn das erwartete Happy-End doch irgendwie keins wird – mutig, wie ich finde.

„Unsichtbar“ ist vielleicht so etwas wie „Ghost – Nachricht für Sam“ für Teenager. Allerdings fehlt eine gekonnte Töpfer-Szene und ein hervorragender Patrick Swayze. Dafür hat Justin Chatwin aber seinen Dackelblick gut genug drauf, um kleine Mädchenherzen höher schlagen zu lassen.

Im Großen und Ganzen ist „Unsichtbar“ nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Nur bin ich wahrscheinlich einfach nicht die gewünschte Zielgruppe, um diesen Film zu lieben. Soviel sei gesagt: Man kann ihn sich mal anschauen – mehr aber auch nicht.

Wertung: 6 von 10 Punkten (netter Teenie-Mystery-Film – mehr aber nicht)

5 Kommentare leave one →
  1. puschenteil permalink
    4. Februar 2010 09:19

    hört sich auch für mich nicht besonders überzeugend an.

    • donpozuelo permalink*
      4. Februar 2010 21:42

      Herzlich willkommen 🙂

      Naja, der Film hat so seine Momente, im Großen und Ganzen ist er aber vernachlässigbar. Vor allem, wenn man sich „Cineast“ schimpfen will…

  2. 4. Februar 2010 22:12

    Hatte ich letztens nicht erst mein Statement zu Mystery abgegeben…? Ich wäre wohl eigentlich Teil der Zielgruppe – aber nein, eher doch nicht…

    • donpozuelo permalink*
      5. Februar 2010 06:09

      Glaub mir, DC, du bist definitiv nicht Teil der Zielgruppe. Hier sind meiner Meinung nach wirklich mehr Mädchen anvisiert worden – die ganzen kleinen Twilight-Mädchen…. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: