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Altersunterschied

29. Januar 2010

Dan Foreman (Dennis Quaid) ist 51 Jahre alt, hat eine glückliche Familie und einen guten Job in der Anzeigenabteilung eines Sportmagazins. Carter Duryea (Topher Grace – Venom aus „Spiderman 3“) hat zwar einen merkwürdigen Namen, aber fast erfolgreiche Aussichten für die Zukunft. Carter ist 26 Jahre alt, steckt in einer eintönigen Ehe fest (die bald geschieden wird) und lebt nur für seine Karriere. Irgendwann passiert es dann: Carter wird durch eine Geschäftsübernahme der Boss von Dan. Carter versucht nun alles, um Dan an seiner Seite zu halten (der nämlich mehr Ahnung von Anzeigen hat als Carter) – dabei lernt Carter auch Dans Tochter Alex (Scarlett Johansson) kennen.

Nach „American Pie“ und „About A Boy“ ist „Reine Chefsache“ der dritte Film von Paul Weitz, der sich hier einem beliebten Thema annimmt: Generationenkonflikte. Der junge Carter als Boss des älteren Dan. Das sorgt für einige lustige Momente. Aber so sehr „Reine Chefsache“ Komödie sein will, schlägt der Film doch auch sehr ernste Töne. Die Frage, was wichtiger ist – Karriere oder Leben – stellt sich vor allem dem jungen Carter, der sich anfangs nur für die Karriere entscheidet. Weitz stellt mit der Figur des Carter die junge Elite vor, die nach dem Motto lebt: „Nur Geld regiert die Welt.“ Aber schon von Anfang an zeigt sich, dass Carter nicht glücklich ist: seinen neuen Porsche fährt er zu Schrott, noch bevor er den Händler verlassen hat; seine junge Frau verlässt ihn, noch bevor ihre Ehe wirklich angefangen hat und in seinem neuen Job muss er sich den Verkaufszahlen beugen und mehr Leute feuern als ihm lieb ist. Nur in dem älteren Dan erkennt Carter, dass es noch mehr gibt als nur die Karriere. Auch Dan hat fleißig Karriere gemacht, aber gemächlich, über die Jahre: er ist kein Überflieger wie Carter und trotzdem besser dran.

Als Zuschauer fühlt man sich zwischenzeitig etwas irritiert: Was will der Film einem denn jetzt genau sagen? Sei als junger Mensch nicht zu ambitioniert? Geld ist nicht alles? Stimmt das denn heute überhaupt noch? Zumal selbst Dan ist erfolgreich – aber Dan hat etwas, das man mit Geld nicht kaufen kann: Glück. Und eine ihn liebende Familie. Und das ist dann zum Schluss, dass was sowohl Zuschauer als auch Carter aus diesem Film mitnimmt: es ist die Balance, die wirklich glücklich macht.

„Reine Chefsache“ lebt von seinen Schauspielern – allen voran Dennis Quaid, der sich hier in guter Form präsentiert. Als guten „Gegner“ hat er Topher Grace, der Quaid in diesem Film zwar nicht das Wasser reichen kann, aber seine Sache konsequent und gut durchzieht. Einzig und allein Scarlett Johansson wirkt etwas blass – von Darstellungen wie in „Lost in Translation“ ist sie hier meilenweit entfernt.

Weitz‘ Film ist eine nette Komödie über das, was das Leben lebenswert macht – es geht um Liebe, um Geld, um Macht, um einen Weg, sich selbst zu definieren. Gut, hin und wieder plätschert der Film in seichtem Wasser hin und her. Im Ganzen betrachtet gelingt Weitz aber ein guter Film, den man sich am besten zusammen mit seiner besseren Hälfte anschaut, um einen angenehmen DVD-Abend zu haben. Leichte Kost, die gut zu verdauen ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten (angenehm, herzliche Komödie)

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