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„Don’t call me Junior!“

22. Januar 2010

Es ist schon fast unmöglich, aber ich sage es trotzdem: der dritte Teil der Indiana Jones-Reihe ist der beste der Reihe. Hier gelingt es Spielberg und Lucas einen perfekten Abenteuerfilm rund um unseren Lieblingsarchäologen abzuliefern, der alles hat, was notwendig ist: geheime Gräber, alte Rätsel, Mythen, die wahr werden, Reisen zu fernen Orten. Viel wichtiger aber noch ist, dass wir erst in Teil 3 alles Wissenswerte über den charmanten, rauen Abenteurer erfahren: der Indy-typische Prolog führt uns in die Jugendzeit von Indy und wir erfahren endlich, warum er Schlangen hasst und wie er zu Hut und Peitsche kommt (dieser Ausflug in Indys Jugend veranlasste Lucas dazu, „The Adventures of Young Indiana Jones“ als TV-Serie zu produzieren).

„Indiana Jones – Der Letzte Kreuzzug“ schickt Indy auf die Jagd nach dem Heiligen Gral. Dieses Mal kann er das aber nur mit Hilfe eines Experten – doch der Gralsexperte ist verschwunden und zu allem Überfluss auch noch Indys Vater. Der wird – getreu dem ersten Teil – von bösen Nazis gefangen gehalten, denn auch in Teil III will Hitler mit Hilfe des Okkulten seine Macht behaupten.

„Der Letzte Kreuzzug“ ist Indiana Jones in Perfektion: es geht einmal quer über den Globus, es werden interessante Rätsel gelöst (vor allem die drei Prüfungen am Ende), es gibt Verfolgungsjagden (in Booten oder mit dem Pferd gegen einen Panzer). Es gibt sogar einen Verweis auf „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“: In den Katakomben in Venedig findet sich eine Zeichnung der Bundeslade wieder.

Der große Clou an „Der Letzte Kreuzzug“ ist aber eindeutig das Vater-Sohn-Gespann. Und die Tatsache, dass Sean Connery Dr. Henry Jones Senior spielt, setzt dem ganzen noch die Krone zur Perfektion auf. Die Chemie zwischen Ford und Connery ist super: Connery als der ewig nörgelnde Vater, der mit seiner leicht trottelig-witzigen Art für ordentlich Chaos sorgt. Dagegen kann Sohnemann Indy nicht viel ausrichten. Man möchte es anfangs gar nicht glauben, aber Connery kann erstaunlich witzig sein. Davon lebt dann auch der Film.

Vater und Sohn

Allerdings gibt es da noch so eine Szene, die zu den komischsten und gleichzeitig zu den makabersten im gesamten Film gehört: Indy muss nach Berlin, um das Gral-Tagebuch seines Vaters wiederzubekommen. Als er es bekommt, läuft er seinem größten Widersacher über den Weg. Für eine Zeit ist alles still, dann bekommt Indy von ihm ein Autogramm und alles ist vorbei. (Ein ähnliches Szenario gibt es auch im Point-and-Click-Spiel. Da braucht man jenes Autogramm des Führers sogar, um einfacher durchs Spiel zu gelangen.)

„Der Letzte Kreuzzug“ bietet beste Unterhaltung mit genau der richtigen Mischung an Action, Komik und Spannung. Spielberg inszeniert hier in einem perfekten Timing – es ist weder zu lang noch zu kurz. Die einzelnen Episoden auf der Suche nach dem Gral bieten immer genug Aufregung, gleichzeitigt wird die Story in Ruhe aufgeschlüsselt, ohne zu viel zu verraten oder zu viel unbeantwortet zu lassen. Dazu die Wortgefechte zwischen Vater und Sohn – herrlich. Besser geht’s eigentlich nicht mehr.

Wertung: 10 von 10 Punkten (für mich der beste Abenteuer-Film)

P.S.: Natürlich wird am Ende auch verraten, woher der Name „Indiana“ kommt – Indys Hund hieß so (und auch der von George Lucas. Dieser wollte unseren Lieblingsabenteurer anfangs übrigens „Smith“ nennen. Zum Glück war Spielberg aber dagegen und schlug „Jones“ vor. Ein „Indiana Smith“ klingt ja auch noch lange nicht so gut wie ein „Indiana Jones“ 🙂 )

20 Kommentare leave one →
  1. 22. Januar 2010 16:01

    Ah, 10 von 10 Punkten, Balsam für die Seele. 😉

  2. 22. Januar 2010 19:20

    Wie schon in den Kommentaren zu den vorangegangenen Teilen zu erkenn war, ist „Der letzte Kreuzzug“ auch mein Lieblingsteil. Der ständige Disput zwischen Vater und Sohn darüber, wie man nun am Besten handeln sollte. Herrlich!
    Neben der Autogrammszene finde ich auch die Szene, in der Famillie Jones gefesselt ist, sehr gut. Erst Feuer, dann noch versteckte Tür im Kamin. Immer wieder kam da etwas Neues hinzu.^^
    Und John Rhys-Davies mischt auch wieder als Jones‘ Freund mit. Wahrlich die Krönung dieser Trilogie (wie es ja eigentlich auch sein sollte).

    Da diese kleine Schau ja nun zu Ende ist:
    Sehr gut geschriebene Artikel bei allen 3 Teilen und ich kann sowohl der Wertung, als auch deinen Argumenten voll und ganz zustimmen.
    Daumen hoch!!!

    • donpozuelo permalink*
      22. Januar 2010 23:10

      Vielen Dank… aber so ganz ist die kleine Schau noch nicht vorbei 😉

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