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„Lady, you call him ‚Dr. Jones‘!“

21. Januar 2010

Drei Jahre nach dem Erfolg von “Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes” muss Ford erneut die Peitsche schwingen. Allerdings ist „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ ein Indy-Abenteuer, das sich anders präsentiert als erwartet:

  1. Theoretisch ist „Der Tempel des Todes“ ein Prequel, spielt er doch zeitlich gesehen vor dem ersten Teil (Teil Eins spielte im Jahr 1936, Teil Zwei im Jahr 1935).
  2. Anders als im Vorgänger ist „Der Tempel des Todes“ auch kein Globetrotter-Film, sondern beschränkt seine Handlung auf ein Königreich in Indien. Hier soll Indy für ein kleines, indisches Dorf den heiligen Shankara-Stein zurückbringen, den der Maharadscha gestohlen haben soll. Dabei entdeckt Indy, dass im Palast ein uralter Todeskult wieder aufgenommen wurde – samt Menschenopfer und Sklaven, die nach weiteren Shankara-Steinen suchen.
  3. „Der Tempel des Todes“ macht seinem Namen alle Ehre und präsentiert einen recht düsteren Film, weswegen es Schwierigkeiten mit der Altersvergabe gab. Horror-Elemente werden durch die Kult-Thematik und vor allem die Menschenopfer eingeführt, die wir vom Vorgänger nicht so gewöhnt waren.

Insgesamt muss ich sagen, gefällt mir der zweite Teil der Indy-Reihe am wenigsten. Das liegt vor allem an Kate Capshaw, die in diesem Film die Frau an Indys Seite spielt (und später die Frau an Spielbergs Seite wird). Capshaw spielt die Sängerin Willie, die Indy zwangsläufig mit sich rumschleppen muss. Die Rolle der Willie ist ein wenig vergleichbar mit der von Jar Jar Binks: hier soll Komik den Film auflockern, führt aber nur dazu, dass man sich irgendwann davon genervt fühlt.

„Indiana Jones und der Tempel des Todes“ bietet mehr Action, mehr Spektakel – Spektakel, die Spielberg aber gekonnt wie immer in Szene setzt (man denke nur an die „Achterbahnfahrt“ in der Mine oder der Sturz aus einem Flugzeug mit einem Schlauchboot). Und dennoch schafft Spielberg es nicht, einen würdigen Nachfolger zu schaffen. „Der Tempel des Todes“ hat (zumindest für mich) nicht die gleiche Anziehungskraft wie sein Vorgänger. Es ist ja auch keine Schatzsuche im eigentlichen Sinne. Vielmehr wird aus Indiana Jones eine Art Auserwählter, den die Götter aus dem Himmel fallen ließen, um einem kleinen Dorf zu helfen. Und – auch wenn sich das jetzt vielleicht komisch anhört – zu Indiana Jones passen die Nazis als Gegner einfach besser.

Zum Glück für den Zuschauer bleibt Harrison Ford als Indiana Jones Grund genug, den Film dennoch zu lieben. Und auch in „Der Tempel des Todes“ darf ein kleiner Seitenhieb in Richtung „Star Wars“ nicht fehlen – so heißt die Bar ganz am Anfang des Films „Obi-Wan“.

„Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gerät ein wenig in die Falle der Fortsetzungen. Das abgewandelte Konzept macht aus Indy den „Ziehvater“ eines kleinen Jungen und den Babysitter einer verzogenen Dame – das er dabei dann noch schafft, sein Abenteuer zu bestehen, grenzt an sich schon fast an ein Wunder.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Indy bleibt gut, die Story leider nicht)

10 Kommentare leave one →
  1. 21. Januar 2010 14:37

    Ich gucke mir den Film meistens auch nur an, wenn ich die alte Trilogie gucke – mehr oder weniger der Gesamtheit willen.
    Aber zum Glück, wenn ich dir vorgreifen darf, findet die nächste Fortsetzung wieder zu den guten Wurzeln zurück.

    • donpozuelo permalink*
      21. Januar 2010 19:01

      Ja, Recht hast du. Aber dazu morgen mehr 🙂

  2. 21. Januar 2010 17:19

    Teil 2 ist wirklich der schwächste Part der Trilogie. War der kleine Junge an sich noch ganz lustig, so war dir Frau einfach nur noch peinlich. Da fand ich sogar die Einlagen von Jar-jar Binks in Star Wars noch besser.
    Hast auch recht, denn die Nazis waren wirklich die besten Gegner für Indy.

    • donpozuelo permalink*
      21. Januar 2010 19:02

      Der kleine Junge war auch so… naja. Aber immer noch erträglicher als Spielbergs Ehefrau.

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