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Wer suchet, der findet

29. Dezember 2009

So oder so ähnlich könnte man die „Paranoia“ von Verschwörungstheoretikern herunter brechen, die sich der Numerologie verschrieben haben. Eine Lieblingszahl dieser Menschen ist die 23.

So wie die 13 oder die angebliche Zahl des Teufels 666 lauert hinter der 23 eigentlich nur Unglück. Eigentlich… denn immerhin ist die 23 als Zahl des Unglücks und der Zerstörung nichts anderes als eine Erfindung zweier Autoren. Robert Anton Wilson und Robert Shea schufen mit ihrer irrwitzigen Trilogie „Illuminatus“ den ursprünglichen Mythos der 23. Aber wie sooft entwickeln manche Ideen ein Eigenleben und… tatata… der fiktive Mythos lebt weiter und immer weiter.

So auch in Joel Schumachers Film „Number 23“ mit Jim Carrey – ein wahrhaft trauriger Film – denn er beweist welche fatale Macht die Nummer 23 in Wirklichkeit hat:

1)      Die 23 raubt den Menschen die Zeit durch eine absolut bescheuerte Story über einen Mann, der ein Buch liest und in diesem Buch sich selbst erkennt. Die Figur im Buch ist besessen von der Zahl 23 und so wird es auch der Mann in der Realität.

2)      Die 23 beraubt Jim Carrey seiner Glaubwürdigkeit. Carrey spielt nämlich jenen Buch lesenden Mann in seiner ersten mehr oder wenigen seriösen Rolle. Und auch wenn Carrey sich große Mühe gibt, wirkt er verloren und fehl am Platz.

3)      Die 23 raubt dem Film alle Spannung. „Number 23“ besitzt einfach keine Spannung. Wir verfolgen Carrey dabei, wie er wie ein Bekloppter hinter jeder Zahl, hinter jedem Namen die Zahl 23 findet. Völlig sinnlos allein schon der Einstieg – nur weil zwei Fakten des Romans mit seinem Leben halbwegs übereinstimmen, verfällt Carreys Figur in eine Art Wahn, der vor nichts halt macht.

Okay, zugegeben: Ich bin ein Skeptiker, daher konnte mich „Number 23“ auch an keiner Stelle greifen und mitreißen. Ich finde allein schon diese ganzen Rechenspiele albern, weil sie einfach so gedreht werden wie es gerade passt: 1112 zum Beispiel taucht immer wieder mal auf und wird zu 11+12=23. Und selbst 1+1+1+2=5. Keine 23 da? Doch: 5=2+3 – et voila, 23. WTF??? Ich will jetzt niemandem zu nahe treten, aber diese ganze Numerologie-Geschichte ist nichts für mich und bringt auch den Film nicht weiter.

Ein Film, der sich Mystery-Thriller schimpft, sollte auch ein wenig Mystery enthalten. Leider baut „Number 23“ zu sehr auf einfältige, leichtgläubige Zuschauer, die sich von einer Zahl und ihrer angeblichen Wirkung hinreißen lassen. Dabei spielen die Schauspieler mit so einer gequälten Ernsthaftigkeit, dass es schon fast weh tut, weiterzuschauen. Und glaubt mir, ich habe immer wieder darüber nachgedacht, auszuschalten (aber was für ein Film-Blogger wäre ich denn, wenn ich jeden beschissenen Film sofort ausmache und nur über die guten schreibe???)

„Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ – einen Rat, den vor allem Jim Carrey befolgen sollte. Ernste Rollen stehen ihm nicht – abgesehen von seiner Rolle in Michel Gondrys „Vergiß mein nicht“ – da war er großartig, aber eben weil er nicht nur ernst sein musste, sondern auch seine komischen Qualitäten nutzen konnte.

Wertung: 2 von 10 Punkten (einfach links im Regal liegen lassen und sich lieber einer anderen Zahl widmen)

P.S.: Für alle, die sich dennoch der Zahl 23 verschrieben haben – dies ist mein 176. Artikel zu einem Film oder einer Serie. 17+6=na??? Genau: 23. Wer mir jetzt unterstellt, ich hätte mit der Veröffentlichung dieses Artikels so lange gewartet, der ist ein schlimmer Finger 🙂

3 Kommentare leave one →
  1. 30. Dezember 2009 01:05

    Hm, in der „Truman Show“ spielt Jim Carrey eine ernsthafte Rolle ebenfalls sehr gut. Ansonsten sehr ich keinen Grund diesen Film selbst anzuschauen.

    • donpozuelo permalink*
      30. Dezember 2009 07:14

      Stimmt, „Truman Show“ habe ich ganz vergessen.

      Es gibt aber auch wirklich keinen Grund, diesen Film zu sehen. Warum ich ihn dann gesehen habe, bleibt ein Mysterium. Vielleicht war es die magische Kraft der 23 🙂

Trackbacks

  1. Nichtstuer « Going To The Movies

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