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Wetten, dass…

22. Dezember 2009

… fast jeder, der den Filmtitel hört, nur an das eine denkt? Es scheint so, dass wenn man sagt: „Die Glücksritter“, dann kam in meinem Freundeskreis bis jetzt eigentlich immer der Kommentar: „Ist doch der Film, wo Jamie Lee Curtis ihre Titten zeigt, oder?“

Schade, dass der Film auf die Brüste von Curtis reduziert wird, wo er doch ganz deutlich weitaus mehr zu bieten hat.

Zwei reiche Brüder wetten um einen Dollar. Wetteinsatz: zwei Menschen. Der Bettler Billy Ray (Eddie Murphy) und der Reiche Louis (Dan Akroyd). Die Brüder wollen herausfinden, was den Menschen mehr prägt – die Umwelt oder die Gene. Daher arrangieren sie es, dass Billy Ray plötzlich Louis‘ Reichtümer, seinen Job und sein Haus besitzt, während Louis auf der Straße landet. Die Wette läuft scheinbar gut, bis Billy herausbekommt, was wirklich abläuft und sich mit Louis zusammen tut.

John Landis gelingt mit „Die Glücksritter“ eine hervorragende Weihnachtskomödie (die deswegen wohl auch alle Jahre wieder zur gleichen Zeit im Fernsehen zu sehen ist – solltet ihr sie verpasst haben, müsst ihr halt nur bis nächstes Jahr warten J ).

Landis bedient sich einer recht klaren Differenzierung von Arm und Reich. Vor allem die Dekadenz des Herren-Clubs ist irgendwie dann doch genauso wie man sich so einen Club wirklich vorstellt: alles sehr oberflächlich, alles künstlich. Sehr schön zerreißt Landis das Bild der Reichen, wenn Louis verarmt Hilfe bei seinen „Freunden“ sucht. Dadurch werden „Die Glücksritter“ mehr als nur eine Komödie. Der Film schlägt tatsächlich (wenn auch recht oberflächlich) gesellschaftskritische Themen an – was macht den Menschen aus ist ja schon immer eine interessante Frage gewesen, die uns ja noch heute in so ziemlich jeder Lebenslage verfolgt. Gleichzeitig gelingt es Landis auch zu zeigen, dass Leute mit zu viel Geld einfach zu viel Langeweile haben. Und dem Kampf gegen die Langeweile begegnet jeder anders: die einen ruinieren Leben, die anderen adoptieren zig Kinder aus „armen“ Verhältnissen oder tauschen Frauen wie Taschentücher (ich nenne jetzt keine Namen, weil die ja eh den meisten bekannt sein dürften)

„Die Glücksritter“ ist ja mittlerweile ein echter TV-Weihnachtsklassiker geworden. Der Film ist aber einfach immer wieder sehenswert – man merkt den Schauspielern an, dass sie Spaß gehabt haben müssen, denn es macht Spaß ihnen zu zusehen. Immerhin ein Film bei dem der Beweis gemacht wird, dass es eine Zeit gab in der Eddy Murphy wirklich noch komisch war.

„Die Glücksritter“ kommt ja auch immer im Doppelpack, denn es gibt da ja noch den „Prinz von Zamunda“ (ebenfalls von Landis und ebenfalls mit Murphy und ebenfalls sehr komisch). In „Der Prinz von Zamunda“ gibt es dann auch eine kurzes Wiedersehen mit den beiden Brüdern aus „Die Glücksritter“.

Wertung: 8 von 10 Punkten (guter Klamauk, der auch ohne Curtis‘ Brüste sehenswert ist)

3 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    22. Dezember 2009 18:44

    Ich gebe ja zu, dass ich den Film zwar gerne weiterempfehle, mich an die Titten von Frau Curtis überhaupt nicht mehr erinnern konnte und erst durch irgendeinen Blogbeitrag vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht wurde: Mensch, da war doch was? Mag daran liegen, dass ich die Curtis nicht unbedingt als meine Traumfrau einordnen würde. Wie auch immer, tolle Film aus einer Zeit, in der Eddie Murphie noch komisch war (im Sinne von lustig, denn komisch ist er heute immer noch, nur auf andere Art und Weise …) und in der Dan Akroyd überhaupt noch existierte – gibt’s den noch? Macht der noch Filme, oder habe ich mal wieder einen Promi-Todesfall nicht mitbekommen?

    • donpozuelo permalink*
      22. Dezember 2009 19:17

      Da fragst du ja echt was. Ich habe keine Ahnung, ich glaube, das letzte Mal, dass der gute Dan sich gezeigt hat, war die Promotion-Tour für das „Ghostbuster“-Game.

Trackbacks

  1. Königlicher Boden-Wischer | Going To The Movies

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