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Schattenkrieger

19. Dezember 2009

Ich sollte endlich einmal anfangen, auf meine innere Stimme zu hören. Es würde mir viel Geld ersparen. Allein als ich die Handlung des folgenden Films hörte, dachte ich mir nur, dass ich das irgendwann irgendwo schon einmal gehört hätte: eine geheime Organisation züchtet Waisenkinder zu perfekten Killermaschinen heran. Allerdings gibt es einen in dieser Organisation (natürlich der Beste), der sich plötzlich gegen die Regeln dieser Organisation stellt und damit zum Problem wird.

Was sich hier anhört wie „Hitman“, ist nicht „Hitman“, sondern ein trauriger, trauriger Film namens „Ninja Assassin“. Die Story ist wie oben beschrieben – nur das halt kein Schusswaffen-Experte herangezüchtet wird, sondern ein Katana schwingender, Ninja-Sterne werfender, im Schatten wandelnder Krieger namens Raizo (Rain) ausgebildet wird.

Was aber hat mich nun gehindert, meiner inneren Stimme nicht zu gehorchen? Es war der Name zweier Brüder: Wachowski. Die „Matrix“-Macher ließen mich in dem Glauben, ich könnte einen coolen Martial-Arts-Film mit noch cooleren Effekten erwarten. Aber weit gefehlt: zwar gibt es einige Bullet-Time-Effekte mit Ninja-Sternen, jede Menge computergenerierter Blutfontänen, ansonsten wartet man vergeblich auf wirklich gute Einstellungen.

„Ninja Assassin“ ist zudem auch gleich noch der Beweis, dass Amerikaner keine Ninja-Filme machen sollten:

  • Beweis 1: Wer – um Gottes Willen – kommt auf die Idee, einen Martial-Arts-Actionstreifen in Berlin spielen zu lassen? Allein die Tatsache, dass die Ninjas so leicht durch den Berliner Verkehr kommen, ist schon mehr als nur unrealistisch 🙂 Da hilft nicht einmal die Ninja-Ausbildung.
  • Beweis 2: Die Wachowskis und Regisseur James McTeigue ergeben sich ganz dem Mythos „Ninja seien unheimliche Dämonenkrieger“. Raizo und seine „Brüder“ tauchen aus den Schatten auf, verschwinden schnurstracks wieder – sie huschen wie Geister durch die Gegenden. Das alles sieht etwas albern aus: wir wollen doch einfach nur sehen, wie sie sich gegenseitig ordentlich die Fresse polieren. Das Beste am Ninja-Dasein ist aber (laut Film) die Tatsache, dass man allein Dank Konzentration und Atemübungen riesige Wunden in Sekunden heilen kann, um anschließend wieder in den Kampf zu ziehen.
  • Beweis 3: Bis wir Raizo richtig in Aktion sehen, dauert es Ewigkeiten. Dazwischen werden schnell einige Rückblenden eingebaut, die eine vor Klischees nur strotzende Geschichte über Raizos Vergangenheit erzählen.
  • Beweis 4: Es wird weniger auf die Kampftechniken geachtet, als vielmehr darauf, dass Pop-Star Rain (den „I’m a Cyborg but that’s OK“-Liebhabern (und nicht Liebhabern) ist Rain besser bekannt als verrückten, aber liebenswerten Dieb Il-soon) die ganze Zeit mit freiem Oberkörper durch die Gegend rennt – für die Damen sicherlich ein Augenschmaus.

Ich habe schon nicht auf meine innere Stimme gehört, aber ich bitte alle, auf mich zu hören und „Ninja Assassin“ zu meiden. Der Film enttäuscht sowohl mit seiner Geschichte als auch mit seinen Effekten. Von den großen „Matrix“-Machern darf man doch eigentlich ruhig mehr erwarten. Leider beschränkt man sich auf eine Story, in der einfach nur Literweise Blut und Haufenweise Gliedmaßen durch die Gegend fliegen. Ganz so viel ich mein Action-Kino dann doch nicht haben.

Wertung: 2 von 10 Punkten (dieser „Ninja Assassin“ tötet höchstens den Nerv des Zuschauers)

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