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Buzz Aldrin

17. Dezember 2009

Wer zur Hölle ist Buzz Aldrin? Die Frage stellt man sich sicher öfter, bis man dann irgendwann aufgeklärt wird und es nicht wieder vergisst: Buzz Aldrin war der zweite Mann auf dem Mond. Der Mann, der auf immer und ewig im Schatten von Neil Armstrong stehen wird (vom dritten Mann, der erst gar nicht auf den Mond gekommen ist, sondern nur drum herum geflogen ist, wollen wir gar nicht sprechen – die arme Sau heißt übrigens Michael Collins). Es gibt dieses Aldrin-Armstrong-Phänomen (so will ich es mal nennen) auch in anderen Bereichen des Lebens. Unter anderem auch beim Film.

M. Night Shyamalans „Unbreakable“ ist so ein Buzz Aldrin.

Nach seinem Mega-Erfolg „The Sixth Sense“ konnte Shyamalan nie wieder so richtig an seinen ersten großen Wurf anknüpfen, behaupten zumindest viele und vernachlässigen dabei „Unbreakable“ – ein unterschätztes Meisterwerk des Inders.

Mit „Unbreakable“ macht uns Shyamalan mit zwei interessanten Figuren bekannt: zum einen wäre da Elijah Price (Samuel L. Jackson), ein Comic-Liebhaber mit der Glasknochen-Krankheit. Zum anderen gibt es da noch David Dunn (Bruce Willis), ein Sicherheitsbeamter mit Familienproblemen. Als David von einem Bewerbungsgespräch mit dem Zug Heim fährt, entgleist dieser. Alle Insassen sterben, bis auf einen: David. Grund genug für Elijah, sich mit David zu treffen, glaubt er doch, David sei ein Superheld.

„Unbreakable“ lässt sich nicht wirklich einordnen: zum einen ist es ein Familiendrama (wenn man nur die Geschichte mit David und seiner kleinen Familie betrachtet). Gleichzeitig ist es auch eine Verehrung vor Comics (zumindest durch die Figur des Elijah zeigt sich sehr schön, dass Comics nicht einfach nur „bunte Bilder-Geschichten“ sind) und ein interessanter Superhelden-Film (der zwar auch mit einem überraschendem Ende aufwarten will, es aber nicht so gut hinbekommt wie „The Sixth Sense“). Und gerade diese Vielfalt macht den Film sehenswert – es ist eigentlich für alle was dabei. Selbst die ausgefuchsten Filmanalytiker dürften noch ihre helle Freude an dem Film haben. Denn Shyamalan arbeitet sehr gekonnt mit Licht und Farben, um seine beiden Hauptfiguren voneinander zu trennen und deutlich zu machen, dass sich mehr hinter ihnen versteckt, als man beim ersten Mal sieht.

Für einen Mystery-Thriller ist „Unbreakable“ aber relativ ruhig abgelichtet, denn der Film lebt von langen Einstellungen, in denen es vor allem um eins geht: die Schauspieler. Und wenn ich das mal sagen darf, Bruce Willis liefert hier eine seiner besten Darstellungen ab. Samuel L. Jackson dagegen kommt irgendwie nicht wirklich zu vollem Einsatz.

Man könnte „Unbreakable“ eine etwas naive Sichtweise auf die Gut-gegen-Böse-Geschichte vorwerfen. Könnte man, mache ich aber nicht. Mir gefällt „Unbreakable“ – vielleicht spricht da der kleine Comic-Nerd in mir oder der Fan für gut konstruierte Geschichten. Egal welcher von beiden spricht, „Unbreakable“ muss sich nicht hinter seinem Neil Armstrong „The Sixth Sense“ verstecken. Schade nur, dass alle Folge-Filme von Shyamalan mehr nach Michael Collins schreien und noch viel eher vergessen werden können. Seine letzten Filme waren fast alle Flops. Jetzt bleibt ihm nur noch eine Chance, an die Erfolge seines Anfangs anzuknüpfen – die Realverfilmung der Trickfilm-Serie „Avatar – Herr der Elemente“.

Wertung: 8 von 10 Punkten (“Good cannot exist without evil and evil cannot exist without good.”)

6 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    18. Dezember 2009 16:38

    Dass ich weiß, wer Buzz Aldrin ist, liegt wahrscheinlich am Mittermeier. 😀 Ähm, ich habe den Film imme rnoch nicht gesehen. Jetzt wird’s aber langsam Zeit …

    • donpozuelo permalink*
      19. Dezember 2009 08:54

      🙂 an die Mittermeier-Sache habe ich dabei auch ein wenig gedacht… das bleibt aber auch gut im Gedächtnis.

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