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Der clevere Gefangene

5. Dezember 2009

Der Film beginnt und…

  • Der Familienvater wird von Einbrechern gefesselt und verprügelt
  • Die Mutter wird erstochen und missbraucht
  • Die kleine Tochter wird ermordet („zum Glück“ nicht vor der Kamera)

Es folgt die Gerichtsverhandlung, bei der Familienvater Clyde Shelton (Gerald Butler) mit ansehen muss, wie der eigentliche Verbrecher mit einem einfachen Deal davon kommt – ein Deal, den Clydes Anwalt Nick Rice (Jamie Foxx) für den einzig richtigen Weg hält. Wieder ein Schnitt – zehn Jahre später:

  • Clyde bringt den Einbrecher auf ekligste Art und Weise selbst um.

Damit ist der klassische Rache-Film eigentlich fertig: das Opfer leidet und windet sich, um dann schließlich in formvoller Selbstjustiz gegen seine Peiniger anzugehen. Leider hört „Gesetz der Rache“ von F. Gary Gray (Regisseur von „Italian Job“) noch nicht auf, denn Clydes Rache hört bei seinen Peinigern nicht auf. Nein, Clyde will sich am gesamten amerikanischen Justizsystem rächen – die Anwälte, Richter, etc… alle die mit seinem Fall zu tun haben, müssen von nun an um ihr Leben fürchten (und das, obwohl sich Clyde freiwillig inhaftieren lässt für den Mord an dem Einbrecher).

Nach diesem Film möchte man selber irgendwie zum Rächer werden, um sich für die verlorene Zeit zu rächen. „Gesetz der Rache“ fängt extrem und ohne jede Vorwarnung an (siehe oben) und für eine Zeit könnte man echt glauben, man würde einen guten Rache-Film sehen. Immerhin geben Gerald Butler und Jamie Foxx ein gutes Katz-und-Maus-Pärchen ab. Allerdings können die beiden den Film vor einer Sache nicht retten: kompletter Verständnislosigkeit:

Irgendwann verliert man den Überblick über die Relevanz der Opfer. Gleichzeitig muss man sich dann doch die Frage stellen, was im Hirn von Clyde ausgefallen ist: Will er doch das gesamte Justizsystem zu Fall bringen. Leider, leider wirkt „Gesetz der Rache“ am Ende irgendwie sehr übertrieben – bei einem Film zum Thema Rache wollen wir keinen größenwahnsinnigen „Helden“, sondern einen, der ohne groß nachzudenken, tötet. Allerdings: Ist „Gesetz der Rache“ vielleicht gerade dadurch der bessere Rache-Film??? Schließlich wird hier das Gesetz selbst angesprochen: mit Nick Rice lernen wir auch die Art von karriere-geilem Anwalt kennen, der alles tut würde, um seine Statistik im guten Bereich zu halten. Das wäre aber dann doch irgendwie etwas zu pauschal gesprochen, oder??? (Ich kenne das amerikanische Justizsystem nicht, aber ich möchte meinen, dass nicht jeder Anwalt so ist.)

Fassen wir also zusammen:

Die Story an sich war nicht mein Geschmack, weil sie teilweise nicht wirklich nachvollziehbar war. Dennoch gelingt es dem Film anfangs schon, recht spannend zu sein. Vor allem, weil man nicht wirklich weiß, wie Clyde agiert und wer als nächstes dran glauben muss. Da gibt es dann sehr nette Knallereien – allerdings ist irgendwann auch die Luft raus. Die Auflösung ist recht passabel, aber (für mich) nicht wirklich befriedigend. Bei „Gesetz der Rache“ fehlt einfach der Draht zum „Helden“.

Wertung: 7 von 10 Punkten (vom Kinobesuch rate ich ab, für die Leih-DVD sollte es ausreichen)

2 Kommentare leave one →
  1. 5. Dezember 2009 23:57

    Hm, ich hätte jetzt eine viel schlechtere Punktzahl erwartet nach den vielen Kritikpunkten. Für mich hört sich die Geschichte so ein bisschen nach „Sweeney Todd“ in der Gegenwart an.

    • donpozuelo permalink*
      6. Dezember 2009 09:29

      „Sweeney Todd“ habe ich leider nie gesehen.

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