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Das Leben kann so schön sein

30. November 2009

Es ist Weihnachten – irgendwo in Amerika in einem kleinen Ort namens Bedford Falls und ein Mann entschließt sich aus Verzweiflung, etwas Schlimmes zu tun. Zum Glück für diesen Mann bleibt er nicht unbeobachtet. Statt ihn gewähren zu lassen, wird ihm sein Schutzengel geschickt. Damit dieser Engel aber weiß, wen er zu beschützen hat, wird der verzweifelte Mann vorgestellt: Es ist George Bailey (James Stewart), ein einfacher Mann mit einem zu großen Herz, der sein ganzes Leben lang anderen geholfen hat und dabei seine eigenen Hoffnungen und Träume geopfert hat. Doch selbst guten Menschen passieren schlimme Dinge und das schlimmste, was George passiert, ist ein fieser Plan des bösen Mr. Potter (eine Art Dickens’scher Scrooge, den aber nie die Geister der Weihnacht besuchen werden). George braucht dringend Geld, um sich und seine Firma und seine Familie retten zu können, hat aber nur seine Lebensversicherung. Also entschließt er sich zum Selbstmord… aber es ist ja Weihnachten und da geschehen in Hollywood noch echte Wunder: Auftritt Clarence – Engel Zweiter Klasse, der sich erst noch seine Flügel verdienen muss. Um George zu zeigen, wie gut er es hat, erfüllt er diesem seinen Wunsch, nie geboren worden zu sein.

„It’s A Wonderful Life“ („Ist das Leben nicht schön?“) von Frank Capra wird immer wieder als der schönste Weihnachtsfilm aller Zeiten betitelt. Nun kenne ich nicht so viele Weihnachtsfilme, aber ich liebe diesen Film. Immer zum ersten Advent schaue ich mir den Film an und bin jedes Mal wieder gerührt.

Capra drehte den Film 1946 und schuf einen zeitlosen Klassiker, der zwar nicht ganz ohne Kitsch auskommt, dem man das aber auch nicht krumm nimmt. Der Film beginnt mit der Vorstellung aller Taten des George Bailey – und schon hier wird deutlich, dass wir es mit einem außergewöhnlichen Mann zu tun haben. Ein Mann, der erst handelt und dann darüber nachdenkt. Ein aufopferungsvoller Mann, der durch einen fiesen Plot in die Enge getrieben wird. Capra zeichnet klare Charaktere: hier sieht man schon an der Nasenspitze des Schauspielers, wen man zu hassen und wen man zu lieben hat.

Man muss sich schon ein wenig darauf einstellen, dass der Film mit klassischen Stereotypen spielt und vor allem den guten Amerikaner hervorhebt. So werden Kriegshelden bejubelt und wichtige Industrielle und eben der kleine Mann, der sich für sein Land aufopfert. „It’s A Wonderful Life“ ist von der ersten Minute an auf Happy End eingestellt und schafft es dennoch mit einem dramatischen Höhepunkt kurze Zweifel aufkommen zu lassen – aber zum Glück spielen höher Mächte eine wichtige Rolle in diesem Film, die es nicht zu lassen, dass so gute Menschen leiden müssen. Und so kommt es zum großen Weihnachtswunder und wir lernen: „Ein Mann mit Freunden kann nie ein Versager sein.“

Interessanterweise trifft das Weihnachtswunder nicht für den Film selbst zu: Als der Film 1946 in die Kinos kommt, ist er ein totaler Flop. Vielleicht war er den Leuten doch zu naiv, zu sehr darauf aus, dass das Schicksal uns schon helfen wird. Erst in den 80er Jahren wurde Capras Meisterwerk wiederentdeckt und gewann seinen Titel als bester Weihnachtsfilm.

Capras Film hat alles, was ein guter Weihnachtsfilm braucht: Sentimentalität, Tragik, Komik und die Sicherheit, dass an Weihnachten alles gut wird.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine schöne Weihnachtszeit.

Wertung: 10 von 10 Punkten (vielleicht wirklich der BESTE Weihnachtsfilm aller Zeiten)

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19 Kommentare leave one →
  1. 25. November 2012 14:29

    Ich wollte für meine nächste Top 10 Weihnachts-Filme auflisten. Jetzt muss ich wohl nochmal über die Liste. Denn den hier muss ich gesehen haben. Von wann stammt der?

    • donpozuelo permalink*
      25. November 2012 14:51

      Uff, der ist so richtig alt. Der ist von 1946. Aber ein absoluter Klassiker!!!

      • 25. November 2012 15:26

        Okay. Werde ich mir dann mal zu Gemüte führen. 🙂

        • donpozuelo permalink*
          25. November 2012 15:48

          Mach das!!! Ich bin schon gespannt auf die Liste!

  2. 25. November 2012 15:18

    Man, ich bin alt…natürlich ein Klassiker, wenn auch für meinen Geschmack zu schmalzig. Ich mag James Stewart ja total gerne, habe auch richtig viele Filme mit ihm gesehen (Mr. Hobbs macht Ferien ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme mit ihm) aber sein wir ehrlich, die meisten sind weichgespültes Hollywoodkino 😉

    • donpozuelo permalink*
      25. November 2012 15:48

      Na klar… aber „It’s a wonderful life“ ist so herrlich weichgespültes Hollywoodkino, einmal im Jahr kann man sich das ruhig geben 😉

  3. 25. November 2012 16:28

    Ok, der muss dann mal auch auf meine Liste, danke für den Tipp 🙂

    • donpozuelo permalink*
      25. November 2012 16:51

      Auf jeden Fall. Ein absolutes Weihnachtshighlight!

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