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2 Arten von Menschen

19. November 2009

Laut Gus Portokalos (Michael Constantine) gibt es nur zwei Arten von Menschen: Griechen und solche, die gerne Griechen wären. Und trotzdem lebt der Grieche mit seiner nicht gerade kleinen Familie mitten unter Nicht-Griechen in den USA. Seine Tochter Toula (Nia Vardalos) hat damit die größten Probleme: sie fühlt sich gefangen in ihrer Familie. Nach ihrem Vater zu urteilen, muss eine gute griechische Frau:

  • Einen griechischen Mann heiraten
  • Viele griechische Kinder bekommen
  • Und dafür sorgen, dass genügend griechisches Essen auf den Tisch kommt.

Aber Toula ist 30, immer noch nicht verheiratet und verzweifelt. Bis zu dem Tag, an dem sie den smarten Ian Miller (John Corbett) kennenlernt. Er ist zwar kein Grieche, dafür aber die große Liebe auf den ersten Blick. Aber genau weil er kein Grieche ist, kommt es in der Familie Portokalos zu einigen Problemen.

Der Film „My Big Fat Greek Wedding“ ist ein kleiner Independentfilm, der mit einem Budget von 5 Millionen US-Dollar ca. 369 Millionen Dollar weltweit einspielte. Das Drehbuch basiert auf dem Ein-Frau-Theaterstück von Nia Vardalos.

„My Big Fat Greek Wedding“ ist köstlich. Ein toller kleiner Film über die Schwierigkeiten in einer scheinbar dysfunktionalen Familie zu leben. Da das auf was jeden zutreffen könnte, kann man sich noch viel besser in den Film hineinversetzen. Es ist allein schon witzig zu sehen, wie stark der Film die Kontraste zwischen den Familien der beiden Liebenden auf den Arm nimmt. Ians Eltern sind zugeknöpft und spießig, Toulas Eltern (und der Rest der Familie) sind laut, offen und herzlich.

In gewisser Weise erinnert „My Big Fat Greek Wedding“ an Bollywood-Filme: eine Liebe, die von der Familie nicht anerkannt wird; der Vater als Patriarch, der unterschwellig von seiner Frau manipuliert wird; das Nicht-Aufgeben der Liebenden und ein feierliches Happy-End. Es hätte nur noch gefehlt, dass gesungen und getanzt wird. Zum Glück aber wird bei „My Big Fat Greek Wedding“ nicht so extrem auf die Tränendrüse gedrückt – es bleibt bei einer schönen, romantischen Komödie, die ohne Kitsch auskommt und damit durchaus was für die Herren der Schöpfung ist.

Mit vielen kleinen witzigen Einlagen beschreibt Vardalos die Tücken des Familienlebens, kommt aber am Ende zu dem Schluss, dass, egal wie merkwürdig die eigene Familie auch sein mag, sie ist immer für einen da.

Für alle, die mal wieder eine etwas andere Liebeskomödie fernab von Jennifer Aniston und Co. sehen möchte, ist „My Big Fat Greek Wedding“ nur zu empfehlen. Der Film wirkt plastischer und realer – eben weil er nicht auf Hollywood-Kitsch aufbaut.

Wertung: 8 von 10 Punkten (herrlich komisches Filmjuwel – sehr zu empfehlen)

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