Zum Inhalt springen

Flieger-Asse

28. Oktober 2009

Dieser Film riecht förmlich nach Heldentum. Es ist schon ein Hohelied (-film) auf die Fliegerasse der Navy. Hier wird die amerikanische Armee als ein Haufen wilder Jungs beschrieben, die viel Spaß und Action haben. Bessere Werbung kann man nicht machen. Wenn man dann auch noch alles hochkarätig besetzt – vom Produzenten über den Regisseur bis zur kleinsten Nebenrolle, dann kann daraus nur ein sehr erfolgreicher Werbespot werden.

Der Werbespot, um den es heute hier geht, ist „Top Gun“ von Tony Scott. Tom Cruise spielt hier das Fliegerass „Maverick“, der zusammen mit seinem Freund und Co-Pilot „Goose“ (Anthony Edwards, Freunden der Serie „ER“ vielleicht ein Begriff) zur Top-Elite-Super-Mega-Fliegerschule kommt und hier in harten Trainingsflügen gegen andere antritt – unter anderem sieht man auch Val Kilmer als „Iceman“, Tim Robbins als „Merlin“ oder Tom Skerrit als Ausbilder „Viper“.

Dass „Top Gun“ nicht nur Werbung für die U.S. Army und die Navy ist, zeigt sich an der etwas lieblos ins Geschehen eingefügten Liebesgeschichte zwischen Maverick und der Ausbilderin Charlie (Kelly McGillis). Ich denke, der einzige relevante Grund dafür war, dass man den guten Tom besser halbnackt zeigen konnte. Immerhin wird so die weibliche Zuschauerzahl etwas nach oben gerückt.

Ansonsten bleibt „Top Gun“ irgendwie oberflächlich, ein bisschen zu Macho, ein bisschen öde. Zum Glück entschädigen uns drei Dinge:

  • Der Soundtrack zu „Top Gun“ ist großartig. Von Berlin „Take My Breath Away“ über Kenny Logans „Danger Zone“ ist der Soundtrack eine großartige Zusammenstellung geiler 80er-Jahre-Mucke.
  • Die Flugszenen und Kämpfe stellen die vorhersehbare Geschichte um Freundschaft, Vertrauen und Ehre in den Schatten und lassen dann doch noch irgendwie die Bezeichnung Actionfilm gelten. Tony Scott zeigt hier seine Vorliebe für eine schnelle Montage und setzt den Zuschauer gerne mal selbst in den Pilotensitz.
  • Ohne „Top Gun“ hätte es wohl nie eine der lustigsten (wenn auch mit 2 Teilen nur sehr kurze) Filmreihe gegeben: „Hot Shots“. Charlie Sheen als Tom Cruise-Ersatz mag zwar nicht so viele Frauen ins Kino locken, ist aber sehr viel interessanter und lustiger als Tom Cruise.
    (Auch bei „How I Met Your Mother“ gibt es einen sehr schönen Querverweis auf „Top Gun“.)

„Top Gun“ besteht also nur aus coolen Flugszenen, einem tollen Soundtrack und einer vorhersehbaren Story über die Brüderlichkeit in der US-Army. Mit fast zwei Stunden Laufzeit ein langer, aber durchaus cleverer Werbe-Film, der natürlich daher auch mit großem Interesse (und wohl noch größeren Geldspritzen) vom Verteidigungsministerium unterstützt wurde. Das schadet dem Film meiner Meinung nach aber enorm, denn nach kurzer Zeit hat man davon genug.

Wertung: 5 von 10 Punkten (tolle F(l)ights, tolle Musik, lahme Story)

13 Kommentare leave one →
  1. 28. Oktober 2009 18:41

    Bei der Lektüre fiel mir irgendwie „Always“ mit Audrey Hepburn ud Richard Dreyfuss ein… 🙂

    • 29. Oktober 2009 09:34

      Okay, interessant. Aber ich glaube, die beiden Filme sind nicht zu vergleichen… außer das es in beiden Fällen um Piloten geht 🙂

      Oder was genau hat dich an den Film erinnert???

  2. 29. Oktober 2009 14:39

    Du hast absolut recht, und TC ist sowieso indiskutabel (obwohl ich ihn damals auch recht … äh … attraktiv fand, zumindest in Cocktail, noch viel schlimmerer Film). Und der Soundtrack lief damals rauf und runter.

    Vielleicht sollte man solche Filme heute ähnlich wie die Rocky-Horror-Show zelebrieren. 😉

    • donpozuelo permalink*
      29. Oktober 2009 15:35

      Haha… eine gute Idee. 😉
      Und alle müssen sich als Flieger verkleiden, mit dem Motorrad vorfahren und diese enormen „Porno“-Sonnenbrillen aufsetzen.

      Damit würde man sicher einen guten Hype losschlagen… und ehe wir wissen, was los ist, sehen wir das Musical „Top Gun“ und fragen uns, wie das passieren konnte.

Trackbacks

  1. Die Insektenflüsterin « Going To The Movies
  2. Die Macht der Vorstellung « Going To The Movies
  3. Der Drachenflüsterer « Going To The Movies
  4. Das Schwein im Wolkenmeer | Going To The Movies
  5. Cocktails and Dreams | Going To The Movies
  6. Filmreise Etappe #31: Daytona 500 | Going To The Movies
  7. Operation Schläfriges Wiesel | Going To The Movies
  8. Corey Hart vs. The Future | Going To The Movies
  9. Meine To-See-Liste für 2021 | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: