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Every little girl’s fantasy???

22. Oktober 2009

Da fragt man sich doch automatisch, was kleine Mädchen denn wollen? Eine Antwort darauf können uns wohl nur kleine Mädchen selbst liefern. Oder aber wir warten auf eine Antwort aus Hollywood.

Eine solche Antwort aus dem Traumzauber-Land der unbegrenzten Möglichkeiten liefert uns der Film „30 über Nacht“. Hier wünscht sich ein Mädchen – Jenna – sie wäre „30, erfolgreich und sexy“ (was für eine Botschaft – herrlich). Zum Glück für Jenna erfüllt sich ihr Wunsch und sie findet sich plötzlich im Körper der 30 Jahre alten Jenna wieder – gespielt von „Alias“-Agentin Jennifer Garner. Die alte Jenna ist ein Miststück, aber erfolgreich und sexy, arbeitet bei einem angesagten Magazin als Redakteurin, hat einen berühmten Freund, eine weniger berühmte Affäre und nur Luxus und Shopping im Kopf. Jetzt hat sie allerdings etwas vollkommen Neues im Kopf: eine 13-Jährige, die sich erst einmal in ihrer neuen Umgebung zurecht finden muss und dann verbittert feststellt, dass sie sich selbst so nicht gesehen hätte.

„30 über Nacht“ ist kein herausragender Film. Filme mit Kindern, die sich wünschen, erwachsen zu sein und es dann auch werden, gibt es genügend. Mein Lieblingsfilm aus dieser Sparte ist da immer noch „Big“ von Penny Marshall mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Das war mehr der „Spiel“-Film für die großen Jungs. Nun also der Film für die großen Mädchen, der sich brav an die Stereotype der Romantik Komödie hält: braves Mädchen will unbedingt zu den bissigen Ludern gehören und ignoriert dabei ihren besten Freund. Durch den Wunsch sieht sie was sie falsch gemacht hat und bereut bitterlich. „30 über Nacht“ ist vorhersehbar und folgt den üblichen Genre-Elementen, die wir von Romantikkomödien erwarten.

Etwas Gutes hat der Film aber dennoch und das war entgegen all meiner Erwartungen (die sowieso von Anfang eher gering waren) die Hauptdarstellerin Jennifer Garner. Bekannt war sie mir vor allem aus „Alias“ (die Serie von J.J. Abrams vor „LOST“) und „Daredevil“ bzw. dem Spinoff-Film „Electra“. Als kampfwütige Amazone kann man sich die Garner deswegen durchaus vorstellen, aber eine Liebeskomödie??? Erstaunlicherweise meistert Garner die Rolle mit Bravour: das kleine Mädchen im Frauenkörper nimmt man ihr ohne weiteres ab. Die großen Rehaugen, etwas holperig auf den Beinen – das passt. Leider unterläuft dem Skript hier ein kleiner Schönheitsfehler: teilweise benimmt sich die 30-jährige Jenna eher wie eine 5-Jährige als wie die 13-Jährige, die wir im Intro für etwa 15 Minuten kennenlernen.

Ein weiteres Fragezeichen bohrte sich mir auf die Stirn, als die kleine große Jenna es ohne Probleme schafft, ein komplettes Magazin neu zu strukturieren. Während Tom Hanks in „Big“ wenigstens realistisch bleibt und Erfolg hat, weil er Spielzeug entwickelt, mischt Jenna gleich bei den ganz Großen mit. Vielleicht sollten sich alle Journalisten und Journalistik-Studenten fragen, ob das jetzt eine Anklage ihnen gegenüber sein soll, oder ob der oder die Drehbuchautoren einfach keine bessere Lösung gesehen haben.

In jedem Fall bleibt „30 über Nacht“ seichte, einfache Unterhaltung, die sich aber Dank Jennifer Garner sogar halbwegs ertragen lässt. Halbwegs… zumindest alle Michael Jackson-Fans sollten die erste halbe Stunde abwarten und sich Garner und Co. beim „Thriller“-Tanz anschauen 🙂

Wertung: 5 von 10 Punkten (Wem solche Filme im Allgemeinen gefallen, dem kann ich „30 über Nacht“ nur empfehlen. Alle anderen sollten sich diesen Film sparen oder sich „Big“ besorgen.)

2 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    22. Oktober 2009 11:45

    Ich stimme dir zu, „BIG“ ist die einzige sogenannte „Bodyswitch-Komödie“, die man gesehen haben sollte. Den Rest kann man sich imo sparen …

    • 22. Oktober 2009 11:50

      Genau so sieht’s aus. „BIG“ ist aber glaube ich nicht die erste Body-Switch-Komödie, oder???? Dafür aber sehr, sehr unterhaltsam.

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