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Manga-Mania in Hollywood

15. Oktober 2009

Dass Hollywood gerne aus dem asiatischen Raum klaut (was Filme angeht), ist weitgehend bekannt – ansonsten hätten wir nicht „The Departed“, „Ring“, „The Grudge“, „Darf ich bitten?“, etc. Diese Liste ist lang und wird immer länger.

Neueste Entwicklung geht in Richtung der Mangas und Anime. Jetzt erst, mag man sich da fragen – und das zu Recht. Der Markt für Mangas und Animes scheint ja unerschöpflich. Die Serien laufen ja rauf und runter. Wenn ich bedenke, dass Serien wie „One Piece“ auf über 400 Folgen kommen und noch kein Ende in Sicht ist, dann gibt das schon zu denken (zumal „One Piece“ eine fortlaufende Geschichte erzählt). Mit den Mangas sieht es da ja nicht anders aus, auch die sind scheinbar ohne Ende geschrieben. Erwischt man mal eine Reihe, die auch ein Ende findet, kann man sich sicher sein, dass ein Ableger geschaffen wird, der ein Alternativ-Ende nach unbekannter Bandzahl entwirft (so geschehen bei „Battle Angel Alita„).

Nun will sich Hollywood also in den Manga-Wahn mit einbringen.

Erst einmal sind die Meinungen verhalten (meine zumindest :P). Auf der einen Seite kommen vielleicht mal halbwegs neue und gute Stoffe ins Hollywood-Kino, auf der anderen Seite muss man sich schon fragen, ob es (rein ästhetisch gesehen) Sinn macht. Für den Geldbeutel ist der Sinn schnell geklärt: viele Fans = viele Zuschauer. Aber wer will wirklich eine Real-Verfilmung eines Mangas oder Animes sehen?

Mit leichtem Schrecken warte ich ja auf M. Night Shyamalans „Herr der Elemente„. Aber wenn man so hört, was noch auf uns zukommen soll, kommen noch größere Zweifel auf:

  • Am erschreckendsten fand ich die Meldung, dass Steven Spielberg Park Chan-Wooks „Oldboy“ (ebenfalls nach einem Manga) mit Will Smith in der Hauptrolle verfilmen will. Mal abgesehen davon, dass „Oldboy“ ein wenig krank, aber genial ist, glaube ich kaum, dass ausgerechnet der Märchenonkel Hollywoods so eine extreme Geschichte verfilmen sollte. Und erst recht nicht mit Will Smith in der Hauptrolle. Wer das Original kennt, der zittert jetzt schon.
  • Gleichzeitig ist Spielberg auch im Gespräch für eine Realverfilmung des Klassikers „Ghost in the Shell“ von Masamune Shirow. Da gibt es ja schon einen Anime zu, der einiges zu bieten hatte. U.a. galt der Manga auch als Inspiration für „Matrix„.
  • Aber auch Meisterwerke wie „Akira“ von Katsuhiro Otomo müssen dran glauben. Der sechsteilige Manga (jeder Band so dick wie ein Telefonbuch) soll ebenfalls von Hollywood umgesetzt werden. Dieses Mal ist es aber Leonardo DiCaprio, der sich die Rechte für den Manga sicherte. Aber auch hier muss man sich fragen: Braucht man neben einem klasse Manga und einer sehr guten Anime-Verfilmung noch ein Real-Film.

Diese Liste lässt sich tatsächlich noch um einiges verlängern: James Cameron will „Battle Angel Alita“ verfilmen, Keanu Reeves will uns den „Cowboy Bebop“ machen und „High School Musical“-Star Zac Efron darf sich in „Full Metal Panic“ mit leicht bekleideten Mädchen rumärgern.

Die Stoffe, die Mangas und Animes bieten, sind vielfältig. Viele Themen sind so auch noch etwas frischer und beinhalten die Möglichkeit, großes Kino zu werden. Doch ich glaube, Hollywood ist zu brav, zu vorsichtig, um den Mangas vollkommen gerecht zu werden. Man darf gespannt sein und abwarten. Sicherlich können ein paar gute Filme dabei sein, aber es wird wohl auch eine Menge Mist auf uns zukommen (so demnächst dann auch die Verfilmung von „Dragon Balls“ – autsch).

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8 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    15. Oktober 2009 09:23

    Oh Gott.. Da krieg ich das Heulen.. Ghost in the Shell und Oldboy als Filme von Spielberg? Der Mann ist einfach nicht hart genug dafür.. Und die Filme werden mit ziemlicher Sicherheit auch nicht den geheiligten Vorlagen gerecht werden.. *heul*
    Auch Akira ist so vielschichtig und episch, dass ich bei einer Verfilmung skeptisch bin..

    Was Alita von Cameron angeht.. Hm.. Wenn der sich mal wieder Mühe gibt, könnte da ein geiler Endzeit-Gemoppe-Film mit philosophischen Fragen über das Wesen der Menschlichkeit bei rauskommen.. Da würde ich mich drauf freuen.. ^^

    Und Keano Reeves als Hauptfigur in Cowboy Beebop?! *spuckt auf den Boden* Das kann ja nichts werden.. Zumal die Atmosphäre des Anime mit Western, SciFi und Eastern einzufangen mit dieser tieftraurig-melancholischen Grundstimmung echt hart wird und das traue ich weder Reeves noch irgendeinem Regisseur zu..

    Grüße von einem schokierten luzifel der eigentlich arbeiten müsste ^^

    • 15. Oktober 2009 10:35

      Mein Reden…
      Mit Cameron gebe ich dir Recht. Das könnte funktionieren. Bei den anderen Sachen muss man echt abwarten – viel Hoffnung habe ich da aber auch nicht

  2. Dr. Borstel permalink
    15. Oktober 2009 12:21

    Kenau Reeves als Cowboy Bebop? Ich glaube, das würde ich mir anschauen. Allein schon, weil es massenhaft unfreiwillige Komik verspricht. Im Ernst, ich stimme dir vollkommen zu – Realverfilmungen von Manga-Vorlagen sind eine ganz knifflige Geschichte. Ich bin ja schon bei Anime meist eher skeptisch, die „Akira“-Verfilmung zum Beispiel hat mich jetzt nicht wirklich vom Hocker gerissen. Von daher: Will Smith will ich nicht mal in der Nähe eines „Oldboy“-Sets wissen. Von Stephen Spielberg ganz zu schweigen – der macht wahrscheinlich noch ein hochmoralisches Rührstück aus der Vorlage. Grrr … Und mein Liebling Alita? Den Manga konsequent umzusetzen traue ich auch James Cameron nicht zu, da bleiben die philophischen Aspekte wahrscheinlich komplett auf der Strecke und die wunderbar düstere Vorlage wird auf ein simples Martial-Arts-Gemetzel reduziert. Bitte nicht …

    Ach, wo du schon mal „One Piece“ erwähnst: DAS wäre als Realverfilmung bestimmt der Hammer. *g*

    • 15. Oktober 2009 12:41

      Zum Thema „Oldboy“ sag ich schon nichts mehr. Wer den Film kennt, der wird einfach zustimmen müssen, das weder Smith noch Spielberg etwas bei diesem Film zu suchen haben.

      wie gesagt, den Anime zu „Akira“ fand ich jetzt nicht schlecht. Aber natürlich geht nichts über den Manga.

      Eine Realverfilmung zu „One Piece“ ist glaube ich unvorstellbar. Ich bin ein großer Fan der Serie, aber mit über 400 Folgen ist immer noch kein Ende in Sicht, wo sollte man da einen Film anfangen???

      • luzifel permalink
        15. Oktober 2009 13:54

        Ich muss sagen, dass ich den Anime von Akira auch nicht schlecht fand.. wunderbar episch und cool.. Mit dem Manga kann es wohl nicht mithalten aber das ist ja eh selter der Fall ^^

        OnePiece als Realverfilmung müsste schon DonP machen und das Budget dürfte höchstens 50€ betragen, sonst kann das nichts werden ^^

      • Dr. Borstel permalink
        15. Oktober 2009 18:16

        Machen wir halt ’ne One-Piece-Daily-Soap. Trägt über ein Jahr. Schön Low Budget – für die Gummiarme brechen wir dem Hauptdarsteller einfach die Ellenbogen, dazu ein paar Gummibote und Pappschwerter et voilà!

  3. 15. Oktober 2009 14:49

    Hahaha… 🙂

    Ich sag mal nur: LOL

    Für 50€ bekommst du doch vielleicht gerade mal den Strohhut. Und womit sollen wir dann das Schiff bauen, die Special-Effects machen und die Location in der Karibik finden??? Da musst du schon das Doppelte hinlegen, damit ich überhaupt darüber nachdenke 😛

Trackbacks

  1. Robo-Matt | Going To The Movies

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