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Mein Nachbar, der Auftragskiller

14. Oktober 2009

Matthew Perry ist den meisten vielleicht als Chandler aus „Friends“ ein Begriff. Von den männlichen „Freunden“ ist er der einzige, der sich auch öfter auf die große Leinwand verirrt hat. Dabei ist Perry aber nie den schrulligen Chandler, der ihn berühmt gemacht hat, losgeworden. Am deutlichsten erkennt man das in der Komödie „Keine halben Sachen“:

Perry mimt den Zahnarzt Nicholas Oseransky (später wird er nur noch liebevoll „Oz“ genannt). Oz betreibt in Montreal eine kleine Zahnarztpraxis und quält sich nebenbei noch mit einer ätzenden Ehefrau Sophie (Rosanna Arquette). Dramatisch für Oz wird die ganze Geschichte aber erst, als im Haus nebenan der Auftragskiller Jimmy „The Tulip“ (Bruce Willis) einzieht. Scharf auf das Geld, dass der Gangster-Boss Janni Gogolak (Kevin Pollack) auf „Die Tulpe“ ausgesetzt hat, schickt Oz‘ Ehefrau ihn nach Chicago, wo er Jimmy an Gogolak verraten soll. Oz steht nun zwischen den Fronten: auf der einen Seite will er Jimmy helfen, auf der anderen Seite ist er gezwungen, Gogolak zu Jimmy zu bringen. Was Oz nicht weiß: all das ist von Jimmy geplant gewesen.

„Keine halben Sachen“ ist nicht die größte und beste Komödie, die ich je gesehen habe, dennoch ist es ein witziger Film. Das liegt aber vor allem an Matthew Perry, der hier eigentlich nur seinen Chandler fürs Kino spielt: alberne Kommentare, hier und da eine dämliche Grimasse und ein bisschen Slap-Stick. Mehr braucht Perry nicht, um seine Rolle als Oz auszufüllen. Anders dagegen Bruce Willis: irgendwie passt er so gar nicht diese Komödie rein. Zwar hatte Willis mit einem Gastauftritt bei „Friends“ schon Erfahrung mit Perry, aber ich glaube, dass das Genre Komödie für den Action-Star nicht ganz passend war. Sonst immer nur an gute One-Liner gewöhnt, muss Willis hier seine komische Seite unter Beweis stellen, die ihm scheinbar irgendwie abhanden gekommen sein muss. Zum Glück aber fangen die anderen Schauspieler das auf: neben Perry sollte man an dieser Stelle auf jeden Fall Amanda Peet hervorheben. Peet spielt Jill, Oz‘ Sprechstundenhilfe, die aber in Wirklichkeit viel lieber ein Auftragskiller wie ihr Idol Jimmy „The Tulip“ wäre. Mit viel Charme, Witz und zwei hübschen Brüsten stiehlt sie vor allem Willis die Show.

Die Geschichte um Oz und Jimmy vereint Liebeskomödie mit Gangsterfilm. Leider funktioniert der Film nur begrenzt, denn irgendwann helfen auch Perrys Grimassen (für 20-Minuten-„Friends“ ausreichend) nicht mehr weiter. Für Fans der Serie ist „Keine halben Sachen“ ein Gucken wert, alle anderen sollten sich vielleicht lieber nach etwas anderem umsehen. Immerhin lief der Film so gut an, dass es für einen zweiten Teil reichte, den ich mir aber selbst noch nicht angeschaut habe (und es wohl auch bleiben lassen werde).

Wertung: 5 von 10 Punkten (teilweise sehr witzig, dann aber auch wieder nicht – nur Dank Perry und Peet halbwegs sehenswert)

4 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    14. Oktober 2009 10:44

    Ich versuche gerade, mich daran zu erinnern, ob ich den Film damas gut fand oder nicht – er bleibt jedenfalls keine paar Jahre im Gedächtnis hängen.

    • 14. Oktober 2009 20:03

      er bleibt nicht in Erinnerung, das stimmt.
      Ist halt nur leichte Kost für zwischendurch 🙂

  2. 14. Oktober 2009 17:47

    Ich muss aber sagen, dass Willis in „Keine halbe Sachen“ einen besseren Komiker abgibt als in den wenigen „Friends“-Folgen, in denen er mitwirken durfte.
    Matthew Perry erleidet genau dasgleiche Schicksal wie sein ehemaliger Kollege Matt Le Blanc, der schafft es nämlich auch nicht anders schauzuspielern wie in „Friends“…

    • 14. Oktober 2009 20:05

      Also, ich muss sagen, Willis‘ Auftritte in „Friends“ haben mir besser gefallen als sein Auftritt als „Die Tulpe“.

      Mit den „Friends“-Leuten kann ich dir nur Recht geben. Im Endeffekt ist es doch nur Jennifer Aniston, die da ein bisschen weiter rausgekommen ist. Matt Le Blanc habe ich ehrlich gesagt in keiner anderen Rolle mehr in Erinnerung. Und das Spin-Off „Joey“ war auch nicht wirklich witzig…

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