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Bruce is back!

6. Oktober 2009

Krimi-Serien gibt es ja echt wie Sand am Meer. Ich bin immer wieder schwer beeindruckt von der Langlebigkeit mancher Serien – vor allem alles aus der Reihe „CSI“ scheinen ja ständig neue Städtenamen hinten angefügt zu werden, damit man einen neuen Ableger hat. Ich gucke die zwar sehr selten (bis gar nicht), aber andere tun es und bescheren den Machern mehr und mehr Staffel.

Da stellt sich doch zwangsläufig die Frage, ob der Zuschauer nicht irgendwann überladen ist mit Krimi-Serien und diese satt hat? Die Antwort ist Nein, denn es tauchen ständig neue Serien aus den unendlichen Weiten der USA auf. Als Macher einer neuen Serie, die sich gegen andere behaupten soll, muss man nun irgendwas Neues in das eigentlich schon altbekannte einbringen. Was macht der kluge Schreiber/ Macher also? Er vermischt fröhlich verschiedene Genres in seiner Serie und hofft, dass es so beim Publikum ankommt. Da wir aber als Publikum schon viel gewöhnt sind, wird das schwieriger und schwieriger.

Seit letzten Montag läuft ein solcher Fall auf VOX (immer 22:05): „Burn Notice“. Es geht hier um den Geheimagenten Michael Westen (Jeffrey Donovan), der während eines Einsatzes plötzlich seine „Burn Notice“ – seinen Entlassungsbescheid – bekommt. Dadurch ist er vogelfrei und steht auf der Liste aller Behörden. Dennoch landet er irgendwie in Miami – ein halbwegs sicherer Ort für ihn, wo er nun versucht, herauszufinden, wer für seine Entlassung verantwortlich ist. Um sich irgendwie über Wasser zu halten, wird Westen ein kleiner Privatschnüffler, der zusammen mit seiner Ex-Freundin Fiona und seinem „Freund“ Sam kleinere und größere Fälle annimmt.

„Burn Notice“ hat mich aus zwei Gründen an sich binden können:

  • Zum einen: Trommelwirbel… warten… Trommelwirbel: IT’S THE RETURN OF BRUCE fucking CAMPBELL. Richtig Campbell, der sich durch Sam Raimis „Tanz der Teufel“ und „Armee der Finsternis“ (sowie Gastauftritte bei „Spider-Man“) einen besonderen Platz in meinem Film-Herz erobert hat, weil er dem Horrorfilm ein lustiges Gesicht gegeben hat. Campbell war an und für sich stark in B-Sparte gerückt, machte da aber immer noch so lustige Filme wie „Bobba-Hotep“, wo er einen alternden Elvis im Altersheim spielt, der gegen eine zum Leben erwachte Mumie kämpft. Campbell ist an und für sich Kult – daher war ich umso überraschter, ihn als dicken Freund Sam in „Burn Notice“ zu sehen. Die Rolle des Sam scheint wie geschaffen für Campbell: saufend blöde Kommentare abgeben. Ausgezeichnet 😛
  • Zum zweiten: Hier kommt jetzt die oben genannte Vermischung von Genres ins Spiel. „Burn Notice“ sieht sich als „action comedy-drama“ (Zitat Wikipedia). Action ist klar: Westen als knallharter Geheimagent geht nicht gerade zimperlich mit seinen Kontrahenten um. Comedy: Westen fungiert gleichzeitig als Erzähler der Serie und klärt uns immer wieder über wichtige und unwichtige Sachen im Leben eines Geheimagenten auf. Das passiert zum Glück auf eine sehr lakonische Art und Weise, dass daraus sehr trockener, schwarzer Humor entsteht. Die Serie wirkt schon fast wie ein Lehrfilm für folgende Agenten-Generationen.

Ich will nicht sagen, dass „Burn Notice“ das Gelbe vom Ei ist. Es wird sich zeigen, ob die Serie mit ihren vielen anderen Brüdern und Schwestern mithalten kann. Immerhin besteht dort harte Konkurrenz und viele Krimi-Serien-Gucker sind schon auf ein oder zwei Serien fixiert. Wer aber auf witzige Einlagen vermischt mit Action und ein bisschen Kriminologie steht, dazu noch den Blick von heißen Körpern in Miami sowie heiße Latino-Rhythmen nicht abgeneigt ist, der sollte „Burn Notice“ eine Chance geben.

Wertung: 7 von 10 (nach den ersten drei gesehenen Folgen bleibe ich erstmal dabei)

6 Kommentare leave one →
  1. Dr. Borstel permalink
    6. Oktober 2009 16:19

    Zur Serie kann ich nichts sagen – eigentlich hatte ich vorgehabt, mal reinzuschauen, aber einige negative Meinungen über Burn Notice haben mich dann doch davon abgehalten. In puncto Bruce Campbell stimme ich dir allerdings voll und ganz zu. Der war wirklich fantastisch in Bubba Ho-Tep: Mit Elvis habe ich noch nie viel anfangen können, aber dieser Film war sooo lustig, dass man ihn unbedingt mal gesehen haben sollte.

    • 7. Oktober 2009 07:16

      „Bubba Ho-Tep“ habe ich sogar meiner Mutter geschenkt. Die ist einer der größten Elvis-Fans, die ich kenne. Allerdings fand sie den Film weniger witzig als ich. Da kann man nichts machen…

      zur Serie: die Kritiken hängen sicherlich damit zusammen, inwieweit man schon von anderen Serien überladen ist. Ich gucke zum ersten Mal „intensiv“ eine dieser Krimi-Action-Serien. Wenn ich andere (wie „CSI“ o.ä.) kennen würde, wäre „Burn Notice“ wohl nichts Neues mehr und somit negativ zu bewerten.

      Aber ich bin da ein Frischling und mir gefällt’s 🙂

      • Dr. Borstel permalink
        7. Oktober 2009 15:53

        Hast wohl recht, dieser Krimi-Trend wird einfach zu sehr ausgeschlachtet … Ich nehme an, Anfang des Jahrzehnts, als es in der Richtung nichts als „CSI“ und „Law & Order“ gab, muss das ganze noch richtig interessant gewesen sein. Aber mittlerweile laufen jeden Tag auf zwei, drei Sendern irgendwelche US-Krimi-Serien, und ich bin heillos überfüttert damit. Bei viel Langeweile kann ich mir schon mal „L&O: Special Victims Unit“ oder „Life“ anschauen, das war’s dann aber auch. Nein, Moment: Da wäre ja noch „The Mentalist“. Das reicht jetzt aber. Ein besonderer Krimi-Fan bin ich noch nie gewesen, aber das wird mir wirklich zu viel.

  2. 7. Oktober 2009 16:03

    Geht mir ähnlich. Da fehlt mir meistens das gewisse Etwas. Aber gut… da sucht man sich dann halt das raus, was man mag

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