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Er ist zurück…

5. Oktober 2009

… aus den Tiefen des Alls. Zurück von der Suche nach seinem Heimatplaneten. Zurück auf der Erde, wo ihn aber scheinbar niemand vermisst hat. Immerhin bekommt die Frau, die er liebt(e), einen Pulitzer-Preis für einen Artikel, indem sie schreibt, dass niemand ihn braucht. Stellt sich nur die Frage: Brauchen wir ihn wirklich nicht?

„Superman Returns“ bringt uns nach zig Jahren eine weitere verschollen geglaubte Comic-Figur auf die große Leinwand. Tot zu kriegen war er dabei aber nie: statt Kino hatte „Superman“ ja das Fernsehen und seine Serientauglichkeit für sich entdeckt. Da haben wir „Smallville“, mit dem jungen Clark Kent, da gibt es zahlreiche Comic-Serien oder diese alte Serie mit „Desperate Housewives“-Teri Hatcher als Louis Lane. Richtig weg war der Mann im engen Anzug also nie. Somit können wir ihn nicht wirklich vermisst haben, oder???

Das spiegelt sich auch irgendwie im neuen (2006) „Superman“ wider. Der Film schließt lose an „Superman II“ an und beschert uns nach fünf Jahren die Rückkehr von „Superman“ (Brandon Routh). Louis Lane (Kate Bosworth) hat mittlerweile ein Kind und einen Fast-Ehemann („X-Men“-Cyclops James Marsden) und der gute Lex Luthor (Kevin Spacey) hat wieder fiese Pläne für die Erde.

Mir war anfangs gar nicht bewusst, dass „Superman Returns“ im Fernsehen läuft. Als ich dann durch Zufall die Vorschau sah und feststellen musste, dass Kevin Spacey mitspielt, wurde der Film schon irgendwie Pflichtprogramm. Leider war das ein Schuss in den Ofen:

„Superman Returns“ war – einfach gesprochen – lahm. Die Geschichte hätte auch in eine der Serien als 45-Minüter gepasst, anstatt sich auch fast drei Stunden auszubreiten: Lex Luthor klaut Kristalle aus der „Festung der Einsamkeit“, um damit die halbe Welt zu vernichten. Zwischendurch kommen noch ein paar Gefühle ins Spiel, wenn sich Louis und Clark/ Superman wiedertreffen. Da schafft es leider nicht einmal Spacey mit seinem Bösewicht ein gekonntes Gegenwicht zu stellen. Der Film ist außerdem zu sehr mit Special-Effects besetzt – ich meine, selbst der Umhang ist fast immer animiert (und am Ende, wenn „Superman“ durch die Lüfte saust, schreit es schon „ANIMATION“). Gut, gut… heutzutage darf man sich ja eigentlich nicht mehr über die Effekt-Lastigkeit bei Blockbuster beschweren, aber selbst hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Der Mann aus Stahl bekommt hier kein sehr gutes Come-Back, und das obwohl Bryan Singer die Fäden in der Hand hatte. Der Mann, der mit „X-Men“ und „X-Men 2“ doch sein Händchen für Comic-Verfilmungen sehr gut unter Beweis gestellt hat.

Somit wird „Superman“ wohl noch etwas darauf warten müssen, wieder auf die Leinwand zu fliegen. Allerdings finde ich das nicht sonderlich schade, denn der neue Film hat sich nicht besonders bewehrt. Das einzige, was geblieben ist, sind die gleichen dämlichen Fragen, die man (oder zumindest ich) sich immer stellt: Wieso reicht eine Brille zur Tarnung aus? Superman und Clark Kent waren fünf Jahre lang nicht da, dann tauchen beide plötzlich wieder auf – wieso sieht da keiner die Parallelen? Wie viele Anzüge muss der Mann eigentlich haben, wenn er sich ständig auseinander reißt, um sein Superhelden-Kostüm zum Vorschein zu bringen?

Fragen über Fragen, die wohl auch der nächste Film (sollte er denn kommen) nicht beantworten wird. Dass zumindest Brandon Routh sich durch „Superman Returns“ nicht wirklich mit Ruhm bekleckert hat, sieht man auch daran, dass seine letzte erwähnenswerte Rolle in „Zack and Miri Make A Porno“ war, in der er den Liebhaber eines schwulen Pornodarstellers spielt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (da zeigt der Mann aus Stahl große Schwächen)

5 Kommentare leave one →
  1. 5. Oktober 2009 08:26

    Grandios ist das alte Titellied von John Williams und Kevin Spacey, der das gesamte (Laien- ?) Ensemble an die Wand spielt. Hey aber mal ehrlich, wer will diesen weinerlichen Superman? Echt schade.

  2. 5. Oktober 2009 08:58

    Das Titellied und Kevin Spacey sind zwar gut, aber nicht ausreichend, um mich 148 Minuten zu fesseln. Wirklich, wirklich schade.

  3. 5. Oktober 2009 16:39

    Sorry, falls der Kommentar jetzt zum x-ten Mal bei dir ankommen sollte (falsche Absender URL):

    In der Astronautenbar wartet ein Award auf dich!

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