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Entenkinder

26. September 2009

Was braucht man als 14-Jähriger, um glücklich zu sein? Eine sturmfreie Bude, Videospiele zocken mit seinem besten Freund, Chips in sich reinstopfen und Cola saufen. Hört sich doch irgendwie vernünftig an, oder nicht??? Daraus einen Film zu machen hört sich dagegen irgendwie – naja, langweilig an. Dennoch dachte sich der Mexikaner Fernando Eimbcke (nein, ich habe mich nicht verschrieben), das wäre ein guter Stoff und schuf den Film „Temporada de Patos“ (dt. Titel: Mexican Kids – aber ich bleibe bei „Zeit der Enten“, weil das besser klingt).

Die Freunde Moko (Diego Cataño) und Flama (Daniel Miranda) erleben genau so einen Tag. Was aber als schön-fauler Tag beginnt, wird bald viel mehr: zwei Stromausfälle beenden den Videospiel-Tag, die hübsche 16-jährige Nachbarin Rita (Danny Perea) verdreht Moko den Kopf und der Pizza-Lieferant will einfach nicht wieder abhauen. Nach dem Verzehr von Ritas Hasch-Brownies der Nachbarin offenbaren sich dann aber einige Abgründe.

„Temporada de Patos“ hat mich genauso ratlos zurückgelassen wie letztens erst Jim Jarmuschs „The Limits of Control“. Im Gegensatz zu Jarmuschs Film konnte mich „Temporada de Patos“ nicht vollkommen begeistern. Der Film schleppt sich fast genauso faul hin wie Moko und Flama. Da stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, einen „Faulenz-Tag“ von 14-Jährigen zu verfilmen. Der Film schwankt hin und her zwischen komischen und ernsthaften Szenen. Während die komischen Szenen (z.B. Flamas Fußball-Spiel auf der Xbox gegen den Pizzalieferanten ist köstlich) den Film wirklich aufwerten, bleiben die ernsten irgendwie unbeantwortet im Raum stehen: Mokos Gefühle zur Rita, Flamas Probleme innerhalb der Streitereien seiner Eltern. All diese Gefühle scheinen sich in einem Bild zu bündeln, das über dem Fernseher hängt: ein See mit Enten darauf. Aber auch hier vermisst man den Bezug zum Film.

Die TV-Movie beschreibt „Temporada de Patos“ als eine Komödie im Stil von Jim Jarmusch, weswegen ich natürlich den Vergleich ziehen muss (immerhin habe ich gerade gestern erst über Jarmusch geschrieben). Während es Jarmusch dann doch irgendwie gelingt, aus wenig viel zu machen, vermisst man in Eimbckes etwas mehr Tiefe.

„Temporada de Patos“ ist nicht wirklich ein Original. Die Jungschauspieler sind sehr überzeugend, kämpfen aber verzweifelt gegen eine lahme Story an. Eigentlich schade… Dass es sich bei meiner Meinung nur um eine von vielen handelt, darf es nicht verwundern, dass Kritiker „Temporada de Patos“ sehr gelobt haben und der Film mit zahlreichen Preisen überhäuft wurde.

Wertung: 5 von 10 Punkten (mal so, mal so – dafür hat der Film eine coole Schwarz-Weiß-Optik)

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